Dreist und lebensgefährlich!

Inder zwingt Zug zur Vollbremsung - und will mitfahren

Ein Inder hat in Markt Schwaben eine lebensgefährliche Abkürzung genommen. Er marschierte über ein Gleis und zwang einen Zug zur Vollbremsung. Er wollte nämlich nach München mitfahren.

Andere Länder, andere Sitten, ist man fast geneigt zu sagen. Dass Inder eine andere Einstellung gegenüber öffentlichen Transportmitteln haben als beispielsweise Europäer, beweisen die vielen Bilder im Internet, die völlig überfüllte Züge zeigen - und nicht in dem Sinne, wie wir es von bestimmten Münchner S-Bahnen kennen. In Indien sitzen und stehen Menschen sogar außerhalb der Waggons, balancieren auf dem Dach und klammern sich an Türen und Fenstern fest. Manch einer springt einfach während der Fahrt auf. Bei uns unvorstellbar.

Vielleicht erklärt das ein wenig den merkwürdigen und lebensgefährlichen Einfall, den ein Inder Samstagnacht in Markt Schwaben hatte und von dem die Bundespolizei am Sonntag berichtet. 

Der 41-Jährige kürzte zuerst den Weg ab, in dem er waghalsig auf den Gleisen von Gleis 2 zu Gleis 3 lief. Ein herannahender Güterzug - mit seinen neun Wagen mit Kesseln und Containern hinter der Lokomotive und 660 Tonnen Gewicht eher schwer zu übersehen - musste bei etwa 50 Stundenkilometern eine Vollbremsung einlegen. Die Lok kam gerade noch vor dem Mann zu stehen. 

Der 41-Jährige machte allerdings keine Anstalten, erschreckt zu fliehen oder sich in irgendeiner Weise schuldig zu fühlen. Er verharrte auf den Schienen. Und schließlich fragte er den Lokführer, ob dieser ihn nicht mit nach München nehmen könne. Also quasi wie einen Tramper.

Der Mann war stark alkoholisiert - und fuhr dann mit der Polizei nach München

Der Lokführer dürfte ziemlich überrascht gewesen sein über die Dreistigkeit und erklärte dem Mann, dass dies nicht möglich sei. Bis die Diskussion beendet war, verzögerte sich die Weiterfahrt um weitere fünf Minuten. Schnell stellte sich heraus, dass der Mann nicht mehr ganz bei Sinnen war, da er deutlich zu tief ins Glas geschaut hatte.

Eine Atemalkoholkontrolle war laut Polizei aus gesundheitlichen Gründen nicht durchführbar. Die Aktion bleibt allerdings nicht ohne Folgen für den Mann. Die Bundespolizei hat gegen den Inder Ermittlungen wegen eines „Gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr“ eingeleitet. 

Er musste die Beamten zum Revier München Ost begleiten, konnte die Wache aber nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder verlassen. Wenigstens war er jetzt in München - und am Leben.

kg

Rubriklistenbild: © dpa

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