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Herbert Knur (re.), Vorsitzender der Fluglärmkommission, erläuterte wie neue Flugrouten umgesetzt werden könnten .  

Infoabend 

Gemeinsam gegen Fluglärm

Der Vorsitzende der Fluglärmkommission machte den Zuhörern nur wenig Hoffnung, dass sich etwas bessert - und das auch nur, wenn alle Gemeinden an einem Strang ziehen.

Markt Schwaben – Immer wieder klagen Menschen in Markt Schwaben und Umgebung über den als ständig zunehmend empfundenen Fluglärm. Dieses Thema hat die SPD Markt Schwaben nun aufgegriffen und dafür Experten ins Brauhaus Schweiger geladen. Zum Thema „Fluglärm wirksam reduzieren – welche Schritte müssen folgen?“ stellte sich auf Einladung von Manfred Kabisch (Ortsvorsitzender der SPD) und Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer Herbert Knur als langjähriger Vorsitzender der Fluglärmkommission des Flughafens München der Diskussion. Unter den Gästen im voll besetzten Saal waren unter anderem auch die Bürgermeister umliegender Gemeinden.

Gleich zu Beginn verwies Schurer darauf, dass die Flotte der Lufthansa am Münchner Flughafen ab März 2017 bis Jahresende mit sieben neuen A350-900 Fliegern aufgestockt wird. Ein geräuscharmes Flugzeug, das den „fürchterlichen Schepperkasten“ (O-Ton Herbert Knur) A340 ersetzen wird.

Bei insgesamt 390 000 Flugbewegungen im Jahr empfinden viele Bewohner der Region eine massive Lärmzunahme. Das komme bei vielen Bürgerversammlungen zum Ausdruck. Lärm sei ein krankmachender Faktor, betonte Schurer und wandte sich an Herbert Knur. „Ob man durch andere Neigungswinkel der Flugzeuge bei Start und Landung den Lärm reduzieren kann, wird momentan am Flughafen Frankfurt getestet“, betonte der Experte. Herbert Knur stellte die Fluglärmkommission und deren Zusammensetzung vor, dort sitzen Vertreter von 26 Kommunen. „Wenn ich schaffe, hier leiser zu werden, bin ich woanders wieder lauter“, argumentierte er und fragte nach der Gerechtigkeit. Fakt ist laut Knur: Bisherige Lärmmessungen haben ergeben, dass sich alle Flieger im gesetzlich vorgeschriebenen Bereich befunden haben.

Die Dauermessung über fünf Wochen in Markt Schwaben habe 2016 ergeben, dass tagsüber 45 dB (A) und in der Nacht 40 dB (A) gemessen wurde und der zulässige Wert viel höher sei. Sogenannte einzelne Ausreißer müssten akzeptiert werden, das spiele bei der Durchschnittberechnung keine Rolle. In München werden Starts und Landungen gleichzeitig vorgenommen, startende Maschinen müssen höhenmäßig unter der landenden bleiben. Das habe zur Folge, dass Flugzeuge erst später abheben und dann tiefer über bewohnte Gebiete fliegen müssen.

Der Vorsitzende der Kommission empfahl den betroffenen Gemeinden, sich zusammenzuschließen, um gemeinsam einen Wissenschaftler zu beauftragen, der Alternativen zum jetzigen Flugverhalten ausarbeiten könnte. „Allerdings ist die Hoffnung nicht groß, dass es wesentliche Entlastungen gibt“, meinte Herbert Knur. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass Bürger eine dritte Startbahn ablehnen, sehr wohl aber den S-Bahn- Ringschluss fordern.

dul 

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