Wie immer gibt’s die Abi-Zeugnisse für jeden einzeln: Direktor Gerhard Dittmann; hier mit Elena Czeslik. Foto: jro

Vom Kampf der Geschlechter am Franz-Marc-Gymnasium

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Markt Schwaben - Schulleiter Gerhard Dittmann rückt bei der Abifeier in Markt Schwaben das Thema Gleichberechtigung in den Fokus. Eine Feierstunde.

Den ewigen „Kampf der Geschlechter“ stellt Markt Schwabens Gymnasialleiter Gerhard Dittmann gerne einmal heraus. Besonders dann, wenn er die ehrenvolle Aufgabe hat, einmal im Jahr den erfolgreichen Abiturienten ihre Reifezeugnisse zu übergeben. So wie am vergangenen Freitag bei der großen Abschlussfeier mit Zeugnisübergabe in der Sporthalle, scheint der Direktor des Franz-Marc-Gymnasiums fast schon genussvoll die unzählig möglichen Statistiken zu bemühen. Je nach Betrachtungswinkel hat es dabei immer Sieger und - nein: - der Begriff „Verlierer“ ist hier völlig fehl am Platze.

Zu den Facts: 141 (!) FMG’ler traten heuer an, um die allgemeine Hochschulreife zu erlangen: 68 Damen und 73 Herren. Alle 141 bekamen sie. Und das macht das Schwabener Gymnasium schon mal zu einem besonderen Gewinner. Dass alle eines Abijahrgangs auch wirklich bestehen, ist nämlich längst keine Selbstverständlichkeit.

Vier 1,0-Schüler gab es heuer (drei männliche, eine Dame). In den „Top ten“, so Dittmann weiter, ergab sich ein 5:5-Unentschieden. 44 Mal durfte Dittmann am Freitag Zeugnisse übergeben mit einer eins vor dem Komma. 28 Empfänger waren weiblich. Und um den „Kampf der Geschlechter“ dann auf die vorläufige statistische Spitze zu treiben, ließ der Direktor auch noch die Abidurchschnitte geschlechtergetrennt ausrechnen. Das Resultat: 2,17 zu 2,29 zugunsten der Schülerinnen.

Dass Dittmann heuer diese Zahlenspiele noch mehr als sonst in den Fokus rückte, hatte wohl auch mit dem vom ihm gewählten Hauptthema zu tun, der Gleichberechtigung. „Macht euch nicht klein“, „Traut euch was“ oder „Lasst euch nicht in Rollenklischees“ drängen: Das waren nur drei eindeutige Hinweise an die jungen Leute vor ihm am Rednerpult, die nun in die Berufs- oder Universitätswelt entlassen wurden. Frauen und Mathe bzw. Computer oder Naturwissenschaften würden sich, so seine Worten, ebenso wenig ausschließen wie Männer als Erzieher oder Grundschullehrer. Mit dem Abijahrgang 2016 habe er besonders gerne zusammengearbeitet, so der Schulleiter weiter. Nicht zuletzt habe der Jahrgang in eindrucksvoller Weise unter Beweis gestellt, dass er über das Schulische hinaus auch einen geschärften Blick für gesellschaftliche Vorgänge habe. Dittmann nannte das Engagement der jungen Leute bei der Betreuung und Integration von Asylsuchenden vorbildlich. „Hier können sich manche in Deutschland bei euch eine Scheibe abschneiden“, so der FMG-Chef.

Die besonderen Grüße und Glückwünsche des Landkreises überbrachte diesmal Vizelandrätin Magdalena Föstl. Den vier 1,0-Schülern Michael Andres, Till Bickhardt, Carolin Nafziger und Fabian Lanzl übergab sie Extrabuchpreise. Till Bickhardt bekam zudem für seine Seminararbeit über die Entstehung des Rassismus einen Sonderpreis des Fördervereins, überreicht vom zweiten Vorsitzenden Andreas Streng. Die zweite Belobigung für die Seminararbeit ging an Lydia Reismann, die sich mit dem Thema „Doping im Alltag“ befasst hatte.

Ihren Dank an die Leiter mit Oberstufenkoordinator Helmut Meyer an der Spitze, an die Eltern und den besten Wünschen an die 141 erfolgreichen Abiabsolventen sprach die Elternbeiratsvorsitzende Charlotte Buchenrieder aus. Auch sie hob in ihrer Ansprache das Engagement der Schüler bei der Integrationsarbeit für die in Markt Schwaben einst untergebrachten Asylsuchenden aus. Es sei beispielhaft, nicht zu sagen, das Thema gehe mich nichts an, hieß es.

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