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70.000 Euro und 299 ehrenamtliche Arbeitsstunden: Kita St. Elisabeth bekommt barrierefreien Garten

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Von: Jörg Domke

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Zufrieden damit, was zuletzt auf der Freifläche des Kinderhauses St. Elisabeth in Markt Schwaben im Sinne der Inklusion entstanden ist: v.l. Manfred Jantschik, Markus Huber (beide Kirchenverwaltung), Wilhelm Bauhof (Pfarrgemeinderat), Monika Gfüllner (Kinderhausleitung) und Pfarrer Herbert Walter.
Zufrieden damit, was zuletzt auf der Freifläche des Kinderhauses St. Elisabeth in Markt Schwaben im Sinne der Inklusion entstanden ist: v.l. Manfred Jantschik, Markus Huber (beide Kirchenverwaltung), Wilhelm Bauhof (Pfarrgemeinderat), Monika Gfüllner (Kinderhausleitung) und Pfarrer Herbert Walter. © Dziemballa

Das war kein Pappenstiel: Für viel Geld und Eltern-Leistungen hat das Markt Schwabener Kinderhaus St. Elisabeth Freiflächen umgestaltet.

Markt Schwaben – „Da möchte man noch mal Kind sein“, sagt Herbert Walter; und lacht. Soeben ist er mit zwei Herren der Kirchenverwaltung, mit Wilhelm Baumhof vom Pfarrgemeinderat St. Magaret und der Leitung des Kinderhauses St. Elisabeth, Monika Gfüllner, zumindest ein wenig ins Innere eines Baumhauses gekraxelt. Hätte es sich hier um ein Baumhaus im herkömmlichen Sinne gehandelt, das Ganze wäre so ohne Weiteres wohl kaum machbar gewesen. Hier aber gibt es einen ebenen Zugang. Über einen eigens modellierten Weg, der für große wie kleine Menschen mit Bewegungseinschränkungen gut zu bewältigen ist.

In diesem Fall reden wir aber speziell von kleinen Kindern, die zurzeit das Kinderhaus St. Elisabeth am Roßacker in Markt Schwaben besuchen. Dabei handelt es sich um ein katholisches integratives Kinderhaus. 70 Buben und Mädchen sind zurzeit angemeldet, zwölf von ihnen haben „Behinderungen oder sind von Behinderungen bedroht“, heißt es.

Ohne die Hilfe der Eltern wäre gar nichts gegangen

Baulich ist das eigentliche Gebäude in den letzten Jahren so hergerichtet worden, dass auch Kinder mit Einschränkungen hier gut betreut werden können. Nach einer gewissen Zeit der Verzögerung (Pfarrer Walter sagt, es habe sich um das nötige Geld gehandelt, auf das gewartet werden musste) ist nun auch der Garten naturnah und im Sinne des Inklusionsgedankens umgestaltet worden. „Das war kein Pappenstiel“, so der Pfarrer bei einem Ortstermin mit der EZ. Die eingesetzten 70 000 Euro stammten aus Kirchensteuermitteln – und teils auch aus Spenden. Schließlich waren es die Eltern der Elisabeth-Kinder, die zuletzt 299 ehrenamtliche Arbeitsstunden einbrachten. Ohne die, lobt Einrichtungsleitung Monika Gfüllner, wäre das alles so nicht zu verwirklichen gewesen.

Die beauftragten professionellen Gartengestalter, aber eben auch die fleißigen Väter, Mütter und Großeltern, haben jedenfalls ganze Arbeit geleistet. Auch wenn zum Ortstermin dieser Tage die Kita-Kinder schon großteils daheim sind, haben sie sich bereits ausgesprochen wohlwollend über den neuen Garten geäußert. „Der ist cool“. „In den Häusern kann man Familie spielen“. „Der Weg ist besser... Nicht so stolperig“. Kurzum: Das Urteil derer, für die das alles konzipiert wurde, ist eindeutig. „Also, ich finde den ganzen Garten toll, einfach alles“. Mehr Lob geht fast nicht.

Alles absolut barrierefrei

Entstanden ist nicht nur das sogar von älteren Großen gut begeh- und befahrbare Baumhaus. Durch den eh schon recht großen Garten (wegen eines Bauprojekts in der Nachbarschaft wird demnächst ein Stückerl abgezwickt) führt inzwischen ein unbefestigter Rundweg. Um die Rutsche zu erreichen, muss wegen der gewählten Geländemodellierung nicht mal eine Treppe erklommen werden. Bewusst wurden verschiedene Ebene und auch verschiedene Beläge gewählt. Das Klettergerüst zum Beispiel ist mit einfachen Handgriffen zu verändern; ganz nach Bedarf.

Alles soll zum kreativen, gemeinsamen und freien Spiel anregen, sagt die Leiterin. Und freut sich über die geschaffenen attraktive Bewegungs- und Aktivangebote ebenso wie über Rückzugs- und Ruhebereiche. Alles sei bestens geeignet, um auch Kindern mit körperlichen Beeinträchtigungen die Erreichbarkeit aller Spielbereiche zu ermöglichen, heißt es. Und mit Blick auf das pädagogische Gesamtkonzept meint Monika Gfüllner: „Im Haus wie im Garten wird jedes Kind angenommen wie es ist; mit all seinen Eigenheiten und Besonderheiten... Verschiedenheit wird als Chance gesehen, um miteinander und voneinander zu lernen.“ Im Innern und nun auch im Spiel unter freiem Himmel.

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