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Die Kletteranlage auf dem ehemaligen Gelände des Schwabener Klärwerks. Gemeinde und DAV haben nun gemeinsam eine Lösung gefunden, der Betrieb kann in Teilen am 1. Mai wieder starten. Es fehlt noch eine Entscheidung des Gemeinderats.

Alpenverein Markt Schwaben

Klettern ab 1. Mai wieder möglich

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Nach vierstündigen Gesprächen ist eine Lösung gefunden worden. Der Alpenverein kann die Kletteranlage in Markt Schwaben in Teilen wieder benutzen.

Markt Schwaben – Der Fortbestand des Deutschen Alpenvereins (DAV) in seiner Markt Schwabener Sektion ist gesichert. Das ist zweifelsfrei die Hauptbotschaft im „Fall“ Kletteranlage im Sägmühlenweg, in dem der Schwabener Verein, die Marktgemeinde, die Feuerwehr auf Kreisebene, das Landratsamt und last not least auch Juristen über Wochen hinweg die Hauptprotagonisten waren. Jetzt gab Bürgermeister Georg Hohmann im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt, dass man sich am vergangenen Dienstag nach einer vierstündigen Unterredung im Rathaus der Marktgemeinde gemeinsam auf Wege verständigt habe, die für alle Seiten zielführend seien.

Zur Erinnerung: Bei einem von der Gemeindeverwaltung initiierten Ortstermin im Mai 2017 hatte man festgestellt, dass das Kletterzentrum baurechtlich überhaupt nicht statthaft ist und daher vor allem für die Gemeinde haftungsrechtliche Probleme bestehen. Die führten zwischenzeitlich dazu, dass dem DAV die Nutzung der Anlage untersagt wurde. Was den Verein seinerseits in die Bredouille brachte. Der sah nämlich ohne sein Herzstück seine Existenz bedroht.

Diese Kuh scheint jetzt vom Eis zu sein. Allerdings sind bis zur endgültigen Rettung des Ketterparks vor allem seitens der DAV-Sektion noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen. Zum Beispiel müssen innerhalb bestimmter Fristen Bauanträge eingereicht und gutachterliche Stellungnahmen, die die Sicherheit und Stabilität diverser Einrichtungen bestätigen, eingeholt werden.

Das wird von Fall zu Fall unterschiedlich lange dauern. Die schnellste Lösung kann herbeigeführt werden bei der Indoor-Klettereinrichtung im einstigen Betriebsgebäude. Sollte sich der Marktgemeinderat in seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 30. April, nichtöffentlich dafür aussprechen, eine unlängst ausgesprochene zivilrechtliche Kündigung in Teilen wieder zurückzunehmen, könnte indoor bereits wieder ab dem 1. Mai geklettert werden. Außerdem muss der DAV bis Ende August noch einen Bauantrag auf Nutzungsänderung eingereicht haben.

Etwas länger wird es brauchen mit Blick auf die im Außenbereich liegende Boulderanlage. Sie wird zurzeit für die Saison 2019 hergerichtet. Voraussetzung für eine Wiederinbetriebnahme ist ein Nachweis über Standfestigkeit und Betriebssicherheit, hieß es gestern. Das könnte unter Beteiligung von Vereinsvertretern und Fachleuten von Versicherungsseite in den nächsten Tagen aber schon erledigt werden. Vizevereinschef Sven Idek schätzt auf Nachfrage der EZ, dass im optimalen Verlauf der Betrieb dort Mitte Mai anlaufen könnte. Auch hier hat der Verein noch einen entsprechenden Bauantrag einzureichen.

Mit ein paar Wochen mehr Wartezeit ist dagegen zu rechnen, um auch das Klettern im Bereich des ehemaligen Faulturm an der Außenwand wieder auf rechtlich sichere Beine zu stellen. Damit das möglich werden kann, habe der Markt Markt Schwaben ein paar Bedingungen stellen müssen, erläuterte Hohmann. Im Kern geht es darum, dass entsprechende Bescheinigungen vorgelegt werden, die die Betriebssicherheit der Anlage bestätigen.

Nicht tangiert von der nun mühsam ausgehandelten Vereinbarung sind Klettermöglichkeiten im Freigelände. Sie seien, so versicherte die Vereinsführung, bereits außer Betrieb genommen worden. Keine Sorgen muss sich das Franz-Marc-Gymnasium machen, das auf der Basis eines noch auszuhandelnden Vertrages mit dem DAV die Kletteranlagen zu Schulzwecken im Grundsatz auch in Zukunft nutzen kann. Was die ebenfalls vorhandenen Übungsstrecken der Landkreis-Feuerwehren angeht, teilte Hohmann mit, dass künftig auf Übungen mit offenem Feuer verzichtet werde. Die hier in der Vergangenheit entstanden Schäden lässt die Gemeinde bis 30. Juni beseitigen.

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