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Am Wochenende werden neue Werte ermittelt, um zu sehen, ob die Kinder von der Raumluft in den Container-Klassenzimmern krank geworden sind.

Kranke Kinder in Schulcontainern

Jetzt wird nochmals gemessen

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Eltern machen sich Sorgen, jetzt handelt die Gemeinde: Die Luftwerte in den Containern der Markt Schwabener Grundschule werden noch einmal gemessen. Im Fokus unter anderem: Kohlendioxid.

Markt Schwaben – Viele Eltern haben zurzeit Angst. Seit Wochen klagen manche Kinder über Kopfschmerzen und andere gesundheitliche Probleme. Liegt es an der Luft in den Containern, in denen die Markt Schwabener Grundschüler unterrichtet werden? Oder an etwas anderem?

Am kommenden Wochenende werden die weiteren, öffentlich schon zugesagten Raumluftmessungen in einem Container der Grundschule Markt Schwaben durchgeführt. Das bestätigte Bauamtsleiter Frank Eichner auf Anfrage der EZ und auch der Europäischen Gesellschaft für gesundes Bauen und Innenraumhygiene EGGBI (siehe Infokästen). An diese Gesellschaft hatten sich besorgte Eltern von Schwabener Schülern gewandt in der Hoffnung, dass möglichst schnell möglichst viel Licht in einen Vorgang gebracht wird, der zurzeit so manchen in der Marktgemeinde beschäftigt.

Bei den neuen Messungen werde man auch die Faktoren Licht und Akustik besonders berücksichtigen, so Bauamtsleiter Frank Eichner am EZ-Telefon. Auch der Containerneubau am Jahnsportplatz soll in diesem Zuge gleich mit überprüft werden. Keimmessungen habe es in den Containern auf dem alten Lehrerparkplatz bereits im vergangenen Jahr gegeben, so Eichner weiter: Ohne Befund.

Als sinnvoll erachtet wird inzwischen eine CO2-Messung. Also, wenn man so will, eine Überprüfung des Sauerstoffgehalts in den besagten Containerräumen. Die macht aber nur Sinn im laufenden Schulbetrieb, nicht in den Ferien, und wird daher voraussichtlich im Laufe des Monats November nachfolgen.

Wie berichtet, hatte es bereits Anfang Mai einen Auftrag für Messungen in einem Containerraum auf dem alten Lehrerparkplatz neben dem Langbau der Mittelschule gegeben. Dabei waren erhöhte, aber nicht bedrohliche Werte von Phenoxyethanol gefunden worden. Ausgelöst waren die Messungen durch die Forderung eines Arztes, der damals einen betroffenen Schüler behandelte und ein förmliches Schadstoffgutachten einforderte.

Auf der Internetseite www.eggbi.eu ist der Vorgang aus Markt Schwaben inzwischen ebenfalls aufgearbeitet worden. Der Leiter dieses Forum, Josef Spritzendorfer, war von besorgten Eltern kontaktiert worden mit der Frage, wie hoch das gesundheitliche Risiko der Kinder und Lehrer derzeit einzuschätzen sei. Daraufhin nahm die Informationsplattform Verbindung mit Bürgermeister Georg Hohmann auf – und erhielt auch einen Tag später eine umfassende Antwort des Schwabener Rathauschefs.

Die Frage nach dem Ausmaß der gesundheitlichen Gefährdung der betroffenen Grundschüler konnte Hohmann jedoch (noch) nicht beantworten. Dazu müssten erst die neuen Messergebnisse ermittelt und ausgewertet werden. Außerdem brauche es eine möglichst umfassende zeitliche Dokumentation, was die Beschwerden der Betroffenen angehe.

Spritzendorfer attestierte dem Rathaus Markt Schwaben anerkennend eine ausführliche Korrespondenz. Zitat aus der Homepage: „Er (Anm.: Bürgermeister Hohmann) sicherte bereits für dieses Wochenende weitere Messungen zu und die Bereitschaft, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um eine rasche Lösung zu finden, möchte aber verständlicherweise noch keine Stellungnahme abgeben, ob die Belastungen tatsächlich auf die Container selbst zurückzuführen sind. Die von uns erwähnte Vermutung einer möglicherweise zu sorglosen Auftragserteilung bezüglich Raumlufthygiene weist er zurück...“

Spritzendorfer schreibt weiter: „Wir verweisen aber auf die zahlreichen Fälle in der Vergangenheit, bei denen Kommunen auf entsprechende Nachweise bei Auftragserteilung und Übernahme verzichteten. Erst vor einem Jahr machten wir das Umweltbundesamt auf einen Hersteller aufmerksam, der widerrechtlich für seine Schulcontainer mit dem ,Blauen Engel’ warb, obwohl es für diese Produktgruppe ,Container’ gar keinen ,Umweltengel’ gibt.“

Zugleich bietet der Fachjournalist dem Rathaus eine, wie es heißt, kostenlose „gesundheitliche Risikobewertung“ an, sollten die Prüfberichte vorgelegt werden. Dazu heißt es wörtlich: „Entscheidend für die Bewertung der Raumlufthygiene bei Auftreten von Beschwerden ist für uns allerdings vor allem stets der „Umfang“ der durchgeführten Prüfungen, da in sehr vielen Fällen auf wesentliche „symptomentsprechende“ Belastungen gar nicht gesucht wird, oft auch Prüfungen nicht entsprechend der jeweils entsprechenden DIN (entsprechender Hinweis auf Prüfumfang und Prüfmethodik, Analytik durch akkreditiertes Institut im Prüfauftrag) durchgeführt werden.“

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