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Marga Kappl (hier mit ihrem Ehemann) bei der Verleihung des Kulturpreises der Marktgemeinde Markt Schwaben.

Schwabener Neujahrsempfang mit Grundsatzrede und einer Ehrung

Kulturpreis für Marga Kappl, und eine Mahnung an alle 

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Markt Schwaben - Um mehr Geschlossenheit und einen freundlicheren Umgang miteinander warb Bürgermeister Georg Hohmann in seiner Ansprache beim Neujahrsempfang der Marktgemeinde im Bürgersaal. Außerdem wurde seit längerer Zeit wieder einmal ein Kulturpreis vergeben, an Marga Kappl. 

Das Erfreuliche zuerst. Markt Schwaben hat seit Sonntag wieder jemanden, der sich Träger eines Kulturpreises nennen darf. Genauer gesagt geht es um eine Trägerin, denn Marga Kappl war es, die am Nachmittag aus den Händen von Bürgermeister Georg Hohmann diese Auszeichnung erhielt. Für ihre außerordentlichen Verdienste um das Theaterwesen in und um Markt Schwaben, wie es in der Laudatio des Rathauschefs hieß.

Marga Kappl habe die Theaterarbeit in der Marktgemeinde über viele Jahre geprägt, habe bei vielen jungen Menschen Begeisterung für das aktive Theaterspiel erzeugt und qualitativ hochwertige Schauspieltruppen hervorgebracht. Sie habe nicht nur die Junge Bühne ins Leben gerufen, 2006 das Kindertheater oder 2014 die Nachwuchsgruppe „Futura“, sondern zudem auch hauptverantwortlich – und immer ehrenamtlich - zahllose Stücke bearbeitet oder sogar selbst geschrieben, so Hohmann weiter.

Die Kulturpreisverleihung ging zurück auf einen Antrag der CSU, über den zuvor im Ort offiziell nichts verlautete. Der Rathauschef sagte gegenüber der EZ, dass diese Preisvergabe zunächst einmal eine einmalige Sache sei, schloss aber nicht aus, dass es in den nächsten Jahren weitere Preisverleihungen ähnlicher Art geben könne.

Im Anschluss an die Ehrung für die ehemalige Realschullehrerin nutzte Hohmann das Auditorium von etwas über 100 Bürgerinnen und Bürger beim offiziellen Neujahrsempfang der politischen Gemeinde zu einigen ganz deutlichen, diesmal eher weltpolitischen Aussagen. Wer die Medien aufmerksam verfolge, so der Erste Bürgermeister, wisse, was gerade alles um uns herum und mit uns passiere, hieß es. Es mache ihm große Sorgen, dass Fakten, auf die wir bislang unsere Entscheidungen stellten und die Basis waren unseres Wertesystems, scheinbar vollkommen ihren Wert verloren hätten, sagte Hohmann. George Orwell, Schöpfer des 1948 erschienenen weltberühmten und apokalyptischen Zukunftsromans „1984“, würde sich wundern angesichts dessen, womit wir 2017 zu tun hätten. Fakten, bedauerte Hohmann, hätten vielfach heute keinerlei Bedeutung mehr. Stattdessen sei vielfach Niveaulosig- und Unanständigkeit eingezogen.

Hohmann kritisierte in klaren Worten, dass inzwischen bewusst Falschmeldungen eingesetzt würden, um die öffentlichen Diskussionen und mehr noch die Meinungsbildung zu beeinflussen. Das alles verunsichere Menschen und führe sie in falsche Richtungen. Ähnlich hatte sich er unlängst seine Kollegin Angelika Obermayr, Bürgermeisterin in Grafing, bei ihrem Neujahrstreffen geäußert. 

Wer im Internet oder sonst wo bewusst Falsches als Wahrheit verkaufe, betreibe Gesellschaftszersetzung, so Hohmann weiter. So würde Angst geschürt, Verunsicherung und Destabilisierung betrieben. Das friedliche Zusammenleben und Miteinander sei in Gefahr, die Welt fragiler geworden. Es liege nun in unseren Händen, einem leider schon eingesetzten Dammbruch entgegenzuwirken. „Halten wir zusammen. Und: Lasst uns nicht auseinanderdividieren“, rief der Rathauschef allen Anwesenden zu. Wir alle, nicht nur die politischen Funktionsträger, bräuchten heuer insbesondere Zivilcourage.

Zu kommunalpolitischen Fragestellungen äußerte sich Hohmann nur beiläufig. Vielmehr verwies er auf die Bürgerversammlung, die heuer am 18. Mai stattfinden wird. Der Rat, so viel ließ er durchblicken, habe zuletzt mit Mut und Entscheidungskraft viel auf den Weg gebracht. Nun sei die Zeit gekommen, das alles auch umzusetzen. Beispiele: Hochwasserschutz, Renaturierung des Hennigbachs, Schulbau, Wertstoffhof-Erweiterung oder der Ausbau der Fernwärme.

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