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Eine Sporthalle kann in der Tat in ein festliches Ambiente getaucht werden. Ein Beispiel dafür gab es gestern in der Dreifachhalle des Franz-Marc-Gymnasiums in Markt Schwaben. 

Franz-Marc-Gymnasium Markt Schwaben

Abi 2018 – oder was man von Fußballern trotz allem lernen kann

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Lag es nicht auf der Hand, dass das Scheitern der deutschen Fußballmannschaft bei der WM in Russland einem Redner bei einer Abifeier dieser Tage wie eine Steilvorlage vorkommen musste? Frei nach Sepp Herberger, dass der nächste Gegner immer der schwerste sei? Dass man nach Niederlagen immer wieder eine neue Chance bekomme, um sich zu bewähren?

Markt Schwaben – Ja, Herbergers geradezu philosophische Erkenntnisse taugen auch in diesen Zeiten noch. Peter Popp griff die eine oder andere Weisheit des großen Fußballlehrers jedenfalls dankend auf, als er gestern am frühen Nachmittag in der Sporthalle auf der Wittach die Abizeugnisse an die jungen Damen und Herren überreichte, die sich heuer am Franz-Marc-Gymnasium den Prüfungen zur Hochschulreife stellten.

Für Popp war der gestrige Tag gleichfalls eine Prüfung. Immerhin handelte es sich um seine erste Abirede als Schulleiter. Um eine Rede, der er sich zuerst mit Unbehagen und Respekt genähert habe. Und die ihn bei der Vorbereitung und beim Schreiben einen plastischen Eindruck davon gegeben habe, wie es den Abiturienten gegangen sein musste, als die sich in diesen Wochen den Aufgaben gestellt hatten.

Popp erinnerte nicht nur an den legendären WM-Coach von 1954, sondern sich auch an seinen Mathe-Professor, dessen Lebensprinzip er sich zu eigen gemacht habe: „Man muss es tun!“ Soll heißen: Gehe alle Hürden an, die sich dir stellen. So wie der Abi-Jahrgang 2018, von dem jeder einzelne am Ende gut 10 000 gymnasiale Unterrichtsstunden auf dem Buckel hatte, ehe er sich ins Abi stürzte.

Aufgaben, so Popp, die es heuer in sich hatten. Zum Beispiel im Fach Englisch, wo es darum gegangen sei, fremdsprachlich den Kölner Karneval zu erklären. Für einen Bayern, so Popp, per se eine Herausforderung. Die von allen aber ebenso gemeistert wurde wie er seine erste Rede meisterte, für die Popp herzlichen Applaus erhielt; auch von seinem Vorgänger Gerhard Dittmann, der als Ehrengast im Auditorium saß.

Noch ein Redeneuling, jedenfalls auf Schwabener Terrain, war Vizelandrat Toni Ried, der für den Landkreis die Glückwünsche überbrachten und sich gleich mal beeindruckt zeigte ob der Eleganz, die die Protagonisten des Tages bis zum Rednerpult ausstrahlten. Ried mahnte: Der Bildungsweg, der hier von allen eingeschlagen worden sei, sei vielen anderen auf der Welt leider verwehrt. Er rief dazu auf, ein gewisses Maß an „Herzensbildung“ nie zu vergessen. Damit war u.a. gemeint, andere ernst zu nehmen und selbst stets etwas zu geben.

Schaut über den eigenen Tellerrand, war die Empfehlung der Elternsprecherin Friedericke Klotz, während der Vizechef des Fördervereins, Andreas Streng, erneut die Chance nutzte, Autoren besonderer Seminararbeiten auszuzeichnen. Die hatten sich mit Schießen beim Biathlon, Sterbehilfe und der LED-Technik befasst. 

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