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Am Postanger in Markt Schwaben gibt es Ärger mit der Müllabfuhr.

Wegen gesetzlicher Vorschriften zur Unfallverhütung

Wenn der Müllmann nicht mehr kommt

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Jahrelang ging alles gut. Das Müllauto kam, rangierte dazu rückwärts in die Straße „Am Post-anger“, entleerte die Tonnen und fuhr dann im vorwärts zur nächsten Station.

Markt Schwaben – Doch dann änderte sich alles. Rückwärtsfahren über eine gewisse Streckenlänge hinaus sei aufgrund entsprechender Vorschriften der Gesetzlichen Unfallversicherung hier nicht mehr möglich, hieß es plötzlich. Was Konsequenzen für die Anwohner mit sich brachte.

Mülltonnentourismus

Ende Januar wurde den Anliegern mitgeteilt, dass Sammelstellen für Mülltonnen an der Herzog-Ludwig-Straße bei der Schule eingerichtet werden. Die Bewohner wurden also gebeten, ihre teils schweren Tonnen dort hinzubringen. Eine in Markt Schwaben nicht unübliche Vorgehensweise, in der Bahnhofsallee wird das zum Beispiel so praktiziert. Und es gibt in der Marktgemeinde mit ihren oft sehr schmalen Straßen weitere Bereiche, in denen die Situation ähnlich eng ist.

Zum Teil Steigungen von zehn Prozent

Doch es gibt, mit Blick auf den Postanger, einen wesentlichen Unterschied zu anderen Straßen: Die Topografie weist Steigungen von teils zehn Prozent auf. Besonders ältere Bürger haben hier praktisch ein unüberwindbares Problem. Abgesehen davon, dass an der Herzog-Ludwig-Straße gar nicht genug Platz ist, um alle Tonnen abzustellen.

Umgesetzt wurde nichts

Das Thema griffen die Schwabener Grünen heuer bereits Ende Februar auf und verlangten eine Lösung. Damals zog man einen Antrag zur Verbesserung der Entsorgungssituation noch zurück, um laufende Gespräche zwischen dem Ordnungsamt und der Entsorgungsfirma Heinz, um die geht es hier, nicht zu stören. Es wurden zwar, so hieß es jetzt seitens der Verwaltung im Rat, Kompromisse erarbeitet, umgesetzt wurde jedoch nichts.

Das wiederum rief die Grünen jetzt erneut auf den Plan. Ihr Antrag: Aufforderung an die Verwaltung, das Thema Entsorgung aufzubereiten mit dem Ziel, dass die Tonnen wieder direkt an den Grundstücken abgeholt werden.

Untermauert wird das alles durch ein Schreiben der Anlieger. Heuer im Frühjahr entstand eine entsprechende Unterschriftenliste, die natürlich auch im Rathaus vorliegt.

Es sind nur Soll-Bestimmungen

„Eine Lösung wäre ohne Weiteres ja möglich“, sagt beispielsweise Grünen-Ratsherr Joachim Weikel, zugleich einer der betroffenen Anlieger. Er verweist darauf, dass die von der Firma Heinz ins Feld geführten Vorschriften, was das Rückwärtsfahren angeht, Sollbestimmungen seien. Das konkurrierende Unternehmen etwa, das im Postanger die Gelben Säcke abhole, fahre nach wie vor rückwärts in die Siedlungsstraße; und zwar mit großen Fahrzeugen.

Außerdem gebe es, so Weikel, noch die Möglichkeit, in der Straße „Am Postanger“ kleinere Entsorgungsfahrzeuge einzusetzen. Die Weigerung der Firma Heinz sei daher nicht nachvollziehbar, heißt es in dem erneuerten Antrag der Grünen.

Eine konkrete Aufforderung an das Ordnungsamt, bei der Entsorgungsfirma Heinz auf Einhaltung des seit dem 23. Februar 1999 bestehenden Vertrages zu bestehen, wollte der Rat nicht folgen. Noch nicht. Zunächst wurde mehrheitlich entschieden, den zwischen Gemeinde und Entsorger bestehenden Vertrag im Detail zu studieren.

Notfalls wird Vertrag gekündigt

Die Entschlossenheit aber ist jetzt spürbar. In dem von den Grünen ausgearbeiteten Beschlussvorschlag heißt es nämlich auch: „Falls die Firma Heinz sich dem verweigert, ist der Vertrag zu kündigen und die Entsorgung neu zu vergeben.“

Das Thema „Postanger und Müllentsorgung“ wird voraussichtlich also wieder in der nächsten Sitzung des Marktgemeinderates auf die Tagesordnung kommen.

Lesen Sie dazu auch: Müllmänner haben keinen leichten Job - warum sie starke Nerven brauchen

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