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Die Firma Gienger will erweitern und hat dabei ein 30 ha großes Areal in direkter Nachbarschaft im Auge. 

Grundstückseigentümer machen Unternehmenspläne zur Erweiterung publik

Gienger: Neubau oder Wegzug betrifft 1100 Mitarbeiter

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Wie geht es weiter mit der Firma Gienger in Markt Schwaben? Das ist derzeit eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Sogar der Wegzug des Unternehmens ist im Gespräch.

Markt Schwaben Im Moment, sagt der persönlich haftende Gesellschafter der Firma Gienger Logistik KG, Martin Kübelsbeck, stocke der gesamte Vorgang. Aber sowohl für sein Unternehmen als auch für die Gemeinde Markt Schwaben sowie für mindestens drei Dutzend Grundstückseigentümer stehen irgendwann einmal existenziell wichtige Entscheidungen an. Gienger will sich fit machen für die Zeit ab 2025. Das bedeutet: Das Unternehmen, das in Markt Schwaben zurzeit 1100 Mitarbeiter beschäftigt, sucht nach Erweiterungsmöglichkeiten.

Feld in der Au nördlich der Geltinger Straße

In den Fokus geraten ist ein noch unbebautes Feld in der Au nördlich der Geltinger Straße und angrenzend an den Kaufland im Burgerfeld sowie in anderer Richtung an das Galgenhölzchen. Der Gemeinderat hatte dort schon vor Jahren eine mögliche Bebauung in Aussicht gestellt.

Es geht um ein neues Logistik- und Frachtzentrum

Konkret geht es um 25 Hektar, auf denen ein neues Logistik- und Frachtzentrum entstehen könnte. Die Vorbereitungen der Überplanung laufen, fanden aber bislang nichtöffentlich statt. Nun haben sich Grundstückeigentümer anonym an die Heimatzeitung gewandt. Anonym, weil man, Zitat, bereits „massive Anfeindungen“ habe erleben müssen. Der Vorwurf der Autoren, die übrigens von 30 ha schreiben: Man sei mit einer fast abgeschlossenen Überplanung überrascht worden. Hier werde landwirtschaftlicher Grund über Nacht in Bauland umgewandelt. Und der Grundstückeigentümer erhalte lediglich den Preis für Ackerland.

Die Firme Gienger ist der größte Gewerbesteuerzahler im Ort.

Noch keine Einzelgespräche mit Grundeigentümern

Kübelsbeck verwies gegenüber der EZ darauf, dass es informelle Gespräche mit Grundstückseigentümern gegeben habe, aber keine Einzelgespräche. Insgesamt sind es 38. Und über Preise habe man auch noch nicht verhandelt. Ohne einen städtebaulichen Vertrag gehe hier sowieso nichts. Deshalb prüfe die Gemeinde gerade die Rechtslage.

Bodenuntersuchungen, so der Gienger-Gesellschafter, hätten aber bereits stattgefunden. Sollte es zu einer Realisierung kommen, werde es nicht einfach, so das Ergebnis dieser Analysen. Gienger habe aber bislang noch nichts gekauft. Man stecke in einer Vorbereitungsphase, die Antworten auf die Frage liefern soll, was gehe und was nicht. „Einen finalen Beschluss des Hauses gibt es noch nicht“, so Kübelsbeck gestern.

Bürgermeister Georg Hohmann bestätigte auf Anfrage den Vorgang und verwies darauf, dass zunächst zwei zentrale Fragen zu klären seien. Erstens: Eignet sich das Gelände? Und zweitens: Gibt es überhaupt Chancen auf einen Erwerb?

Auch bei Gienger weiß man um die besondere Ökologie des Terrains. Die Autoren des anonymen Briefes richten den Blick zum Beispiel auf Störche, Falkenbrutstätten, Bach- und Grabenläufe, Rebhühner, Fasanen und Rehe. Und auf Begleitprobleme: „Niemand verliert einen Gedanken darüber, welche Straße diesen ganzen Verkehr noch aufnehmen soll“.

Firmenteile sind bereits ausgelagert

Dass ein Scheitern des Projekts womöglich weitreichende Konsequenzen für viele haben werde, erwähnte Kübelsbeck allerdings auch. Sollte es keine Erweiterung geben, sei ein Aus- und Umzug nicht ausgeschlossen. Schon jetzt hat man Firmenbereiche nach Röttenbach bei Nürnberg ausgelagert.

Wie sehr inzwischen die Nerven bei einigen am Ort blank liegen, zeigt die Tatsache, dass alleine schon dieser Hinweis als eine Form von Erpressung interpretiert wird.

Hohmann verwundert die Gienger-Haltung dagegen nicht. Es sei normal, dass sich ein Unternehmen Gedanken mache, wie es sich in der Zukunft aufstellen möchte, sagte er. Sollte der Grund am Ende nicht zur Verfügung stehen, sei das Projekt halt gestorben.

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