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Hier wurde zu spät gebremst. Auf dem Bildschirm wird ein Unfall mit einem Feuerwehr-Fahrzeug angezeigt.

Gymnasiasten spielen am Simulator Gefahrensituationen nach

Der große Crash im Straßenverkehr - und wie man ihn vermeidet

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Die Wochen vor den großen Ferien werden gerne genutzt, um besondere Akzente in Sachen Verkehrserziehung zu setzen. Das Franz-Marc-Gymnasium in Markt Schwaben machte mit.

Markt Schwaben In einem größeren Rahmen gastierte die Kreisverkehrswacht Ebersberg zusammen mit den Freunden aus dem Berchtesgadener Land nun im Schwabener Franz-Marc-Gymnasium (FMG). Zielgruppe hier: Die Elftklässler. Also jene jungen Damen und Herren, die zu gut einem Drittel bereits einen Führerschein haben oder zumindest über Erfahrungen beim begleiteten Fahren verfügen. „Eine ganz wichtige Zielgruppe für uns“, wie Bernhard Schweida sagt, der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht im Landkreis.

Polizist als aufmerksamer Beobachter

Schweida ist gleich in doppelter Hinsicht mit Themen der Verkehrssicherheit befasst. Ehrenamtlich als Vereinsvorsitzender, hauptberuflich als Polizist in Ebersberg mit dem besonderen Aufgabenfeld Verkehrserziehung. Klar, dass er Gast und aufmerksamer Beobachter war im Schwabener Gymnasium, wo erstmals im Landkreis ein verkehrspädagogischer Tag ablief, bei dem fast alles an Material zum Einsatz kam, was die beiden Kreisverkehrswachten so auftreiben konnten.

Reaktionszeit wird getestet

Den Bremssimulator zum Beispiel, der den Testpersonen in Sekundenschnelle anzeigt, welchen Bremsweg er gerade vor einem plötzlich auftauchenden Hindernis benötigte und welche Rolle die Reaktionszeit dabei spielt.

Auch als Motorradfahrer konnte man sich versuchen.

Oder der Motorradsimulator. Ein ziemlich teures Gerät, das den Probanten sogar veranschaulicht, was beim Fahren in Kurvenlagen abgeht. Für manchen eine erste Erfahrung auf zwei motorangetriebenen Rädern überhaupt. Ein Klassiker: Der Aufprallsimulator. Auch der ließ so manchen Schüler staunen, wie sehr ein Zusammenstoß mit relativ niedriger Geschwindigkeit den Fahrer in die Gurtseile drückt. Nicht dabei war eine Überschlagsimulation. Hier hätte man erfahren können, was alles zu tun ist, wenn man einmal auf dem Dach seines Pkw landet und danach sicher das Fahrzeug verlassen kann, ohne sich noch weiter zu verletzten oder gar zu töten.

Überhaupt, so Schweida, gebe es inzwischen sehr gute Simulatoren, die Situationen erzeugen, die man im wirklichen Leben eines Verkehrsteilnehmers ganz sicher nicht haben mag, die dem Nutzer aber anschaulich machen, was alles auf ihn zukommen kann.

Ein ganz besonderer Verkehrserziehungstag

Die Ebersberger Verkehrswacht alleine verfügt nur über einen Bruchteil dieser Gerätschaften. Zusammen mit dem Berchtesgadener Verein aber kam in der Marktgemeinde ein Verkehrserziehungstag zustande, den es so im Landkreis an Schulen noch nicht gegeben haben dürfte.

Kett-Car-Fahrt mit Alkohol-Simulationsbrille.

Für Schweida jedenfalls war die Veranstaltung am FMG hochinteressant. Schließlich gibt es Überlegungen, Ähnliches auch im südlichen Landkreis auf die Beine zu stellen. Und dann auch gezielt für Jugendliche bzw. Fahranfänger, denn die sind halt eben eine sehr wichtige Zielgruppe.

Welchen Erfolg der Verkehrssicherheitstag am FMG einmal haben wird, lässt sich wohl niemals messen. Dass aber vieles aus den Vorträgen und Simulationen irgendwie im Hinterkopf bleiben möge, das wünscht sich nicht nur der Ebersberger Polizeibeamte und Verkehrswacht-Kreisvorsitzende. Schweida: „Wir setzen bei dieser Altersgruppe gezielt und bewusst auf Schockwirkungen, sonst bleibt die Kernbotschaft nicht hängen.“

Immer mehr Jüngere bewegen PS-starke Autos

Sollte es aber. Schließlich gibt es da ein neues Problem, mit dem sich die Polizei laut Schweida mehr und mehr befassen müsse: Hochmotorisierte Pkw, die immer mehr von jungen Fahrern bewegt werden. Schweida: „Da geht es immerhin um 400 PS und mehr.“

Lesen Sie dazu auch: Schülerlotsen bekommen eine Belohnung

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