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Ein Bau mit einer besonderen Form und Geschichte: Die Maria-Hilf-Kapelle im Gerstlacherweg. 

Maria-Hilf-Kapelle und künftige Sporthalle stören sich gegenseitig

Streit ums Kirchlein - Es geht um 3,9 Meter

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Es geht nur um maximal 3,9 Meter. Aber das Denkmalamt will, dass kein Schatten auf die Maria-Hilf-Kapelle in Markt Schwaben fällt.

Markt Schwaben„Die 1720 errichtete Maria-Hilf-Kapelle am Gerstlacher Weg erstrahlt nach aufwendiger Renovierung inklusive des Grundstücks nun wieder im alten Glanz“: Ein Satz, entnommen der Internet-Lexikonseite bei Wikipedia, die sich mit der Historie der Marktgemeinde Markt Schwaben befasst. Dass die Kapelle in diesem Medium, wenn auch nur in einem kurzen Satz, überhaupt Erwähnung findet, unterstreicht ihre geschichtliche Bedeutung für den Ort. Im Erzbischöflichen Ordinariat spricht man gar von einer „hochbedeutenden, barocken Kapelle“. Dass sie auch regional etwas Besonderes darstellt, haben nicht zuletzt die Heimatforscher Irmgard Brenner (geb. Köhler) und Josef Blasi herausgearbeitet.

Ziemlich nahe zusammen

Gegenwärtig verbindet das kleine Gotteshaus noch räumlich die Grund- mit der Mittelschule. Doch durch die gegenwärtig aktuelle Planung eines neuen Schulzentrums rücken Schulgebäude und Gotteshause ziemlich nahe zusammen. Es droht, dass der ursprüngliche Charakter der weithin sichtbaren Wegekapelle verloren gehen könnte, sagt Pfarrer Herbert Walter. Gute neun Meter sind es laut der momentanen Planung, so der Sachgebietsleiter im Rathaus, Walter Rohwer, auf Anfrage aus dem Marktgemeinderat.

Behörde äußert sich kritisch

Zu nah, meinte man zuletzt jedoch im Landesamt für Denkmalpflege. Im laufenden Bebauungsplanverfahren hatte sich die Behörde zusammen mit dem Ordinariat kritisch geäußert. Zuvor fand am 20. August ein Ortstermin statt, an dem neben Denkmalschützern auch die Kreisheimatpflege, das Landratsamt, das Ordinariat, die Kirchenstiftung, der Markt, der Projektsteuerer und das Planungsteam teilnahmen. Zusätzlich kam es am 10. September zu einer Besprechung. Ergebnis: Das vom Markt beauftragte Planungsteam soll untersuchen, ob eventuell ein Abrücken der geplanten Sporthalle von der Kapelle in Richtung Süden denkbar wäre. Dabei könnte es um bis zu 3,9 Meter gehen, so Rohwer.

Ein Denkmalschutzproblem

Nicht nur die Nähe der künftigen Sporthalle war und ist als Denkmalschutzproblem identifiziert worden, sondern auch die Höhe der zukünftigen Turnhalle im Verhältnis zur Kapelle. Sie eventuell stückweise einzubuddeln, scheide mutmaßlich aber aus Kostengründen aus. Eine Änderung des Bebauungsplanentwurfes sei aufgrund der Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege nicht erforderlich, ist sich der Sachgebietsleiter Bauverwaltung sicher. Die im Entwurf enthaltenen Baugrenzen ließen ein eventuelles Verschieben des Baukörpers bereits jetzt zu.

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