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Das Landgericht München II verurteilte den 28-jährigen Speditionsarbeiter zu über vier Jahren Gefängnis.

Urteil gefallen

Raubüberfall: Täter (28) muss ins Gefängnis

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Nach einem Raubüberfall auf einen Getränkemarkt in Markt Schwaben hat das Landgericht München II einen 28-Jährigen zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. 

Markt Schwaben – Noch heute sind die zwei Opfer eines Überfalls auf einen Getränkemarkt in Markt Schwaben „erheblich belastet“, sagt der Vorsitzende Richter. Der Kassierer (41), dem eine Gaspistole an den Kopf gehalten wurde, hat bis heute starke Angstzustände und Schlafstörungen. Wenn jemand mit Kapuze den Markt betritt, bekommt er sofort Herzklopfen. Auch die Abteilungsleiterin, die damals daneben stand, hat Angstzustände. Sie begann schon vor ihrer Zeugenaussage im Gerichtssaal bitterlich zu weinen.

Über vier Jahre Gefängnis

Am Donnerstag, 3. April, nun hat das Landgericht München II den Täter, einen 28-jährigen Speditionsarbeiter, wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung, Führens einer Schusswaffe und zwei Fällen der fahrlässigen Körperverletzung zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der Haftbefehl bleibt wegen der Fluchtgefahr aufrecht erhalten. Zuvor hatte es einen Deal gegeben, der im Falle eines Geständnisses eine Haftstrafe zwischen vier und viereinhalb Jahren vorsah. Die Staatsanwältin hatte viereinhalb, der Verteidiger vier Jahre Haft gefordert.

Es war am Abend des 12. Mai 2018, als der 28-Jährige den Getränkemarkt betrat. Er war komplett in schwarz gekleidet und trug auch eine schwarze Sturmhaube auf dem Kopf. Bewaffnet hatte er sich mit einer Gaspistole, in deren Magazin sich 21 Stahlkugeln befanden. Da das Gas leer war, war sie nicht funktionsfähig, doch das konnte keiner wissen.

„Alles Geld raus“

So ging er zum Kassierer und sagte: „Alles Geld raus“. Als der Kassierer das gar nicht so ernst nahm, zeigte der Täter die Waffe vor, die er dabei hatte – und hielt sie ihm schließlich an den Kopf. Zwar nicht direkt, aber das sei egal, sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung, „das ist schlimm genug“. Als eine Glocke am Eingang des Supermarktes klingelte, glaubte der 28-Jährige, es sei eine Alarmglocke und ergriff die Flucht. Der Kassierer versuchte noch, ihn zu fangen, was ihm aber nicht gelang.

Opfer sind in Therapie

Beide Opfer befinden sich in Psychotherapie. Der Vorsitzende sagte, dass das Gericht hofft, dass sie mit Hilfe therapeutischer Maßnahmen mit dem Geschehenen abschließen können.

Der 28-Jährige war zur Tatzeit stark alkoholisiert, er hatte bis zu 2,9 Promille Alkohol im Blut. Dennoch wurde ihm das nicht strafmildernd angerechnet. Denn er ist an Alkohol gewöhnt und handelte trotz der Trunkenheit zielgerichtet. Das Gericht ordnete wegen seines Alkoholproblems jedoch eine Unterbringung in der Entziehungsanstalt an, in die der Angeklagte nach der U-Haft überstellt wird. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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