Der Bahnhof in Markt Schwaben. Hier waren die Randalierer unterwegs. 
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Der Bahnhof in Markt Schwaben. Hier waren die Randalierer unterwegs. (Symbolbild)

Am Bahnhof komplett ausgerastet

S-Bahn-Fahrer beworfen und bespuckt, Polizisten angegriffen: Randale-Duo kassiert reihenweise Anzeigen

  • Josef Ametsbichler
    VonJosef Ametsbichler
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Zwei junge Männer haben betrunken erst in der S-Bahn und dann am Bahnhof Markt Schwaben randaliert. Daraus folgten eine heftige Auseinandersetzung mit der Polizei - und ein juristisches Nachspiel

Markt Schwaben – In der Nacht auf Freitag kam es am S-Bahnhaltepunkt Markt Schwaben zu einem Polizeieinsatz, weil zwei Jugendliche randalierten. Zuvor zogen sie die Notbremse in einer S-Bahn, bewarfen den Zugführer mit einer Bierflasche und spuckten ihn an. Das berichtet nun die zuständige Bundespolizei. Beim folgenden Polizeieinsatz leisteten die Täter demnach Widerstand und griffen die Beamten an.

Junge Randalierer: Notfallleitstelle der Bahn holt Polizei - Lage eskaliert

So schildern die Beamten den Einsatz: Gegen 23:45 Uhr am Donnerstag, 29 April, informierte die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn die Bundespolizei über zwei Randalierende am S-Bahnhaltepunkt Markt Schwaben. Am Einsatzort trafen die Beamten auf zwei junge Männer, 17 und 18 Jahre, die gerade auf den Fahrstuhl am Haltepunkt einschlugen. Bei Erkennen der Streife verheilten sich die beiden Deutschen laut Polizei extrem aggressiv und unkooperativ. Sie waren augenscheinlich alkoholisiert und schrien die Beamten unentwegt an, sodass durch die Streife Unterstützung angefordert werden musste.

Als sich der 18-Jährige versuchte vom Tatort zu entfernen, musste er der Schilderung der Polizei zufolge durch einen 24-jährigen Polizisten festgehalten werden, wobei er diesem dann auf den Arm schlug. Anschließend schlug er einer 21-jährigen Polizistin gegen den Oberkörper, sodass er durch die Beamten kurzzeitig an der Wand fixiert werden musste. Da auch sein Begleiter weiterhin hoch aggressiv war, mussten die Beamten den 18-Jährigen wieder loslassen, woraufhin dieser nach den Beamten spuckte, sie jedoch verfehlte. Als eine Streife der Polizei Erding zur Unterstützung eintraf, konnten laut den Beamten beide gefesselt werden um einen erneuten Angriff zu unterbinden. Während der Maßnahmen bedrohte und beleidigte der 18-Jährige die Beamten die ganze Zeit über. 

Notbremse gezogen, S-Bahn-Fahrer mit Flasche beworfen

Nach Befragung von anwesenden Mitarbeitern der Deutschen Bahn stellte sich laut Nachbericht heraus, dass das Duo zuvor in einer S-Bahn die Notbremse gezogen hatte. Den daraufhin einschreitenden Triebfahrzeugführer beleidigten sie. Der ältere der beiden spuckte demnach den 41-jährigen Zugführer an, woraufhin dieser ihn zur Abwehr zurückstieß. Als der junge Mann auf den Boden fiel, warf er mit einer Bierflasche nach dem Zugführer und traf ihn am Kopf. Augenscheinliche Verletzungen trug das Opfer nicht davon.

Weiterhin stellte sich laut Polizei heraus, dass beide Täter zuvor in Bahnhofsnähe in zwei Autos Dellen und gegen den Spiegel eines weiteren Autos traten, was von einem Zeugen beobachtet wurde. Diese Taten werden aufgrund der Zuständigkeit von der Landespolizei zur Anzeige gebracht.

Polizistin verletzt - Täter betrunken - Reihenweise Anzeigen

Bei dem Einsatz verletzte sich die 21-jährige Beamtin am Knie, war aber weiterhin dienstfähig .Ein freiwillig durchgeführter Atemalkoholtest ergab laut Polizei bei dem 18-Jährigen einen Wert von 2,08 Promille. Der 17-Jährige kam auf einen Wert von 0,86 Promille.

Zur weiteren Bearbeitung brachten die Beamten die Randalierer in die Diensträume der Bundespolizei am Münchner Ostbahnhof. Beide konnten im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen werden. Die Täter erwartet laut den Ermittlern ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Angriff auf Vollstreckungsbeamte, Beleidigung, Bedrohung, Missbrauch von Notrufen und Sachbeschädigung. Dazu kommt, dass die Polizei wegen der Tatzeit von einem Verstoß gegen die geltende Corona-Ausgangssperre ausgeht.

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