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Das ist kein Kaffeeklatsch, sondern ein Klassentreffen. Ein besonderes Klassentreffen. Die Teilnehmer sind nämlich alle über 90 Jahre alt. V.l. Eugene Weindl (jetzt Geiger), Dorothea Mittermeier, die Organisatorin Zenta Würfel, Georg Sixt und seine Lebensgefährtin. 

Klassentreffen in Markt Schwaben

Die Ü-90-Party

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In Markt Schwaben hat ein Klassentreffen der besonderen Art stattgefunden. Gekommen sind sechs ehemalige Klassenkameraden  - alle über 90 Jahre alt.

Markt Schwaben – Wann genau war das noch? Zenta Würfel überlegt einen Moment. Und rechnet. Wenn man 1927 geboren wird und mit sechs Jahren in die Schule kommt, muss die Einschulung wohl 1933 gewesen sein. An die steinerne Treppe und die Wege durch die Flure zu den Klassenzimmern des Alten Schulhauses (das, wo sonst gerne mal die Störche wohnen) kann sich die 92-Jährige noch besser erinnern. Oder an die Lehrerinnen, die die Kinder damals ehrfurchtsvoll Fräulein nannten. Und für die es noch selbstverständlich war, die Schüler zu tratzen, wenn es ihnen in den Sinn kam.

Hiebe auf die Finger

Einmal, erinnert sich die gebürtige Markt Schwabenerin, sei ihr der Bleistift zu Boden gefallen. Grund genug damals, sich in die Reihe derer stellen zu müssen, die sich einen Hieb der „Pädagogen“ auf die Finger abholen sollten. Zenta weinte schon vorher. Vor Angst. Auf die Frage des Fräuleins aber gab sie an, Kopfschmerzen zu haben. Das Mädchen wurde dann nach Hause geschickt, um sich dort zu erholen.

Erinnerungen wie diese sind es, die ab und zu zur Sprache kommen, wenn die rüstige Schwabenerin mal wieder zu einem Klassentreffen der besonderen Art einlädt. So wie jetzt, als sich ihr Jahrgang 1926/27 wieder einmal traf. Im „Kreiller’s“, weil man was Modernes haben wollte. Alle, die die mehrfache Uroma schriftlich eingeladen hatte, kamen auch. Eugene Weindl aus dem Raum Dingolfing, oder der Sixt Schorsch aus Rosenheim. Er stieß damals später zur Klasse, weil er eine Lehre in der Bäckerei Angermaier/Pritzl machte. Das war von Vorteil für die Kameradinnen. In der Pause lief Georg schon mal in die Bäckerei und besorgte Nusszopf. Davon profitierten dann auch die anderen.

Teilen war selbstverständlich

Ja, das Teilen schien damals noch selbstverständlicher zu sein unter Klassenkameraden. Eugene Weindls Äpfel waren zum Beispiel sehr beliebt, bei ihren Eltern gab es mehr als genug. Jeden Tag hatte sie einen dabei. Und gab gerne denen ab, für die frisches Obst nicht selbstverständlich war. Ansonsten stibitzte man auch schon mal auf dem Schulweg das, was Appetit machte.

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Apropos Abgeben: Getrennt hat sich Georg Sixt erst vor zwei Wochen schweren Herzens von seinem Motorrad. Aus dem Bäckerlehrling wurde später nämlich ein viel gereister Busfahrer, der in ganz Europa unterwegs war. Also jemand, der Benzin im Blut zu haben scheint. Das Ü-90-Klassentreffen besuchte er diesmal also nicht mit seiner schweren Maschine. Übrigens: Die nächste Zusammenkunft ist schon geplant.

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