Ein Rettungswagen verlässt am Sonntag das Gelände des Seniorenheims Walterhof in Markt Schwaben.
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Ein Rettungswagen verlässt am Sonntag das Gelände des Seniorenheims Walterhof in Markt Schwaben.

Positiv getestete Angestellte arbeiteten weiter

Coronavirus-Ausbruch und zwei Todesfälle in oberbayerischem Altenheim: Jetzt spricht die Heimleitung

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Nach dem Coronavirus-Ausbruch in einem Altenheim in Markt Schwaben teilt die Heimleitung nun Details zum Gesundheitszustand der infizierten Senioren mit.

  • In einem Altenheim in Markt Schwaben gab es zahlreiche Corona-Fälle.
  • Die meisten Betroffenen sind symptomfrei.
  • Positiv getestete Mitarbeiter durften weiterarbeiten.

Update 3. November: Wie das Landratsamt mitteilt, wurde bei einem weiteren Bewohner sowie bei zwei Mitarbeitern des gerontopsychiatrischen Pflegeheims Walterhof in Markt Schwaben eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. Damit hat der Ausbruch in der Einrichtung nun 35 der 40 Bewohner sowie 17 Mitarbeiter erfasst.

Markt Schwaben, 2. November – Nur wenn die Pflegekräfte in ihren Schutzanzügen für eine Raucherpause in den Garten treten, ist von außen zu erahnen, dass hinter der Fassade des „Walterhofes“ in Markt Schwaben derzeit Ausnahmezustand herrscht: 34 der 40 Bewohner und 15 Mitarbeiter der gerontopsychiatrischen Einrichtung, in der beispielsweise schwer demenzkranke Senioren leben, wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Zwei Bewohner sind zwischenzeitlich gestorben.

Corona-Ausbruch in Altenheim: Die meisten Infizierten sind symptomfrei

Wie das Heim auf EZ-Anfrage mitteilt, seien beide wegen schwerer Vorerkrankungen unabhängig von der Infektion in Palliativbehandlung gewesen. Die weiteren positiv getesteten Bewohner seien, Stand Montag, Corona-symptomfrei. „Wir haben niemanden, der hustet oder schnupft“, sagte Heimleiter Jakob Walker der Redaktion am Telefon. Er selbst sei als Kontaktperson in Quarantäne. „Wir bedauern für die Bewohner und Angehörigen unglaublich, dass diese Situation im Haus ist“, so Walker weiter. „Wir tun alles, damit die Krankheit eingedämmt und überstanden wird.“

„Wir tun alles“, sagt Heimleiter Jakob Walker über den Einsatz gegen den Virus-Ausbruch.

Das Heim stemme den Ausfall Mitarbeiter in Quarantäne momentan noch aus eigenen Kräften, habe Schichten umgeplant und Personal aus dem Urlaub zurückgeholt. „Die Mitarbeiter arbeiten bis an die Grenzen ihrer Kräfte“, sagt der Heimleiter. Nun hoffe er auf baldige Unterstützung – derzeit laufe ein Antrag um Helfer der Bundeswehr in dem Heim einsetzen zu können. „Ich hoffe, dass das in den nächsten Tagen eintritt“, sagt Walker.

Corona-Ausbruch in Altenheim: Wie das Virus in die Einrichtung gelangen konnte, ist bislang unbekannt

Er bedankt sich beim Gesundheitsamt für eine starke Unterstützung. Wie das Virus ins Heim gekommen sei, sei bislang unklar. „Wir haben lückenlos und nachvollziehbar dokumentiert alle Hygienemaßnahmen umgesetzt“, sagt der Einrichtungsleiter. Einzig vorstellbar sei, dass jemand unwissentlich infiziert ins Heim kam. Vom Ausmaß des Infektionsgeschehens sei das Haus am Samstag überrascht worden, als das Gesundheitsamt die Ergebnisse des Reihentests vom Mittwoch übermittelt habe.

„Etwas merkwürdig“ nennt Walker, dass die Ergebnisse dem Amt offenbar schon am Freitag vorgelegen hätten – und dass sich die Behörde vor der Veröffentlichung der Pressemeldung am Sonntag nicht nach den Vorerkrankungen der Verstorbenen erkundigt habe.

Verfolgen Sie das aktuelle Corona-Geschehen im Landkreis in unserem News-Ticker.

Corona-Ausbruch in Altenheim: Positiv getestete Mitarbeiter durften weiter arbeiten

Wie die Behörde mittlerweile bestätigt, durften am Wochenende positiv getestete Mitarbeiter – symptomfrei und mit FFP2-Schutzausrüstung – noch mit positiv getesteten Bewohnern arbeiten, um deren Versorgung sicherzustellen. Das Heim werde täglich von Gesundheitsamt und Heimaufsicht kontrolliert.

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