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Frank Eichner will nächster Bürgermeister in Markt Schwaben werden. 

CSU nominiert Bürgermeister

Aus dem Bauamt auf den Chefsessel

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Die CSU Markt Schwaben hat den Anfang gemacht: Der amtierende Bauamtsleiter ist ihr Bürgermeisterkandidat

Markt Schwaben – Räumlich ist es vom Bauamt innerhalb des Schwabener Rathauses bis ins Büro des Ersten Bürgermeisters nicht weit. Im Treppenhaus eine Etage hinunter, dann ein paar Meter nach rechts in den Gang und links durch die erste oder zweite Tür. Maximal eine Sache von 30 Sekunden.

Politisch ist der Weg weiter. Wie weit und wie lang, das wird sich spätestens in einem Jahr gezeigt haben. Seit Montag steht aber eines schon mal fest: Frank Eichner, der amtierende Leiter des Bauamtes, will neuer Bürgermeister werden. Die örtliche CSU nominierte ihn in einer offiziellen Kandidaturwahl im Oberbräu zu ihrem offiziellen Kandidaten für das höchste politische Amt in der Marktgemeinde. Schon vor Wochen hatten sich Vorstand und Fraktion auf Eichner verständigt.

Nun also folgte der formale Schritt. 42 der 42 wahlberechtigten Parteimitglieder entschieden sich für den gebürtigen Ditzinger. Überraschend kam das nicht, denn dass die Fraktion den 54-Jährigen zu ihrem Favoriten erkoren hatte, sickerte dann doch schneller durch, als es von der CSU-Ortsführung geplant war (wir berichteten).

Dass Eichner überhaupt auf dem Zettel stand bei den Christsozialen, ist offenbar dem 2. Bürgermeister Albert Hones zu verdanken, der davon berichtete, den Bauamtsleiter direkt angesprochen zu haben, um dessen Interesse am Chefsessel im Rathaus einmal abzufragen. Seit Eichner im Hause sei, gehe es erkennbar aufwärts im Bauamt, so Hones, der bei der Gelegenheit gleich mal kritisierte, dass es momentan zu viele im Rat gebe, die ihre persönlichen Interessen denen der Gemeinde voranstellten.

Frank Eichner selber nutzte das Forum, um sich und seine Vorstellungen von einer zukunftsorientierten Kommunalpolitik vorzustellen. Ein Schwerpunkt: Die Stadtentwicklung. Sie sei zuletzt zu kurz gekommen, es fehle an Strategien. Seine rhetorischen Fragen also lauteten: Wo wollen wir hin? Für was steht Markt Schwaben? Das seien Fragen, so der Noch-Zornedinger, die in einer Phase enormen Strukturwandels nicht leicht zu beantworten seien. Eichner: „Ich will Markt Schwaben entwickeln und das, was Markt Schwaben ausmacht, schützen und bewahren“.

Dass sich die Bürger in ihrem Ort wohlfühlen, müsse im Mittelpunkt allen Strebens stehen. Er wolle möglichst viele begeistern für ihren Ort und sie zum Mitmachen einladen. Markt Schwaben werde und müsse sich weiter entwickeln, aber ein Weitermachen ohne Plan sei nicht seine Sache. Mit kurzfristigen Empörungen seien die anstehenden Aufgaben in jedem Fall nicht zu meistern.

Das, was an Aufgaben anstehe in den nächsten Jahren, sei etwas für mehrere Generationen und für alle Parteien. Eichner sprach, wie übrigens zuletzt auch in diversen Rats- und Ausschusssitzungen, von immer komplexer gewordenen kommunalen Entscheidungsprozessen. Kommunen müssten immer mehr managen. Ihr Handeln müsse daher in koordinierten Prozessen stattfinden.

Der vierfache Vater warnte vor blindem Aktionismus. Sprach sich aber dafür aus, eine Politik betreiben zu wollen, die mit Visionen starte und in Strategien münde.

Vor seinem Einstieg in die Schwabener Verwaltung hatte Eichner beratend bei der Reorganisation von Verwaltungen mitgewirkt. Er ist nicht nur gelernter Kfz-Mechaniker und Industriekaufmann, sondern auch Diplom-Kaufmann mit BWL-Studium.

Konkrete Projekte, die er als Bürgermeister anpacken wolle, nannte Eichner nicht. Ein klares Bekenntnis zum Bau des neuen Schulzentrums aber war unüberhörbar. Markt Schwaben werde nicht attraktiver, wenn man es dauernd in Verbindung bringe mit maroder Infrastruktur. Wenn hier nichts passiere, verspiele man die Zukunft. Dafür müsse man auch bereit sein, Kredite aufzunehmen. Der Kandidat, Parteimitglied übrigens seit 2017 und zurzeit Schriftführer in der Orts-CSU, warb ferner für eine offene und ehrliche Auseinandersetzung bei gleichzeitig guter Kommunikation und zu einem „Mut zur Wahrheit“.

Ja, die finanzielle Situation des Marktes sei schlecht. Aber genau daraus das Beste zu machen, sei die zentrale Aufgabe aller. Zurzeit überlagere aus seiner Sicht jedoch die Marktgemeinde eher eine negative Stimmung. Dagegen stehe aber auch viel Gutes: ein gesundes Vereins- und Kulturleben, ein funktionierender Einzelhandel, konstruktiv-kritische engagierte Bürgerinnen und Bürger. Kurzum: Markt Schwaben lebe. 

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