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Leerstand in Markt Schwaben: Ein digitales Schaufenster soll die örtliche Wirtschaft unterstützen. 

Neue Zusammenarbeit

Für die Wirtschaft in Markt Schwaben: Mit- statt gegeneinander

  • vonJörg Domke
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Die Marktgemeinde Markt Schwaben und die Unternehmervereinigung 2030 wollen gemeinsame Sache machen. Die Vereinigung soll aufgelöst werden. Ein erstes Projekt gibt es bereits. 

Markt Schwaben – Es hatte bisweilen ziemlich geknirscht zwischen Teilen der Markt Schwabener Gemeindeverwaltung und der 2016 gegründeten Unternehmervereinigung 2030. So sehr, dass es auch zu öffentlichkeitswirksamen Protestaktionen gekommen war. Zum Beispiel das improvisierte, kurzlebige „Strandleben“ im Pavillon am Marktplatz.

Markt Schwaben: Wirtschaftsförderin Melanie Lanzinger

Markt Schwabens Wirtschaftsförderin Melanie Lanzinger. 

Was danach kam, waren nicht nur personelle Wechsel im Rathaus in der Wirtschaftsförderung bzw. die offizielle Schaffung einer „Stabsstelle“ durch Exbürgermeister Georg Hohmann, sondern auch Versprechungen auf allen Seiten, einen Neuanfang zu machen und besser als je zuvor zusammenzuarbeiten. Für diesen Neubeginn steht quasi in persona die neue Wirtschaftsförderin Melanie Lanzinger. Sie ist seit Oktober 2019 im Amt und hat seither nach eigenen Angaben bereits viele gute Gespräche geführt mit örtlichen Gewerbetreibenden, nicht zuletzt auch mit Mitwirkenden bei „2030“.

Zwei Partner mit ähnlichen Zielen

Auch dort war man in den letzten Wochen und Monaten nicht untätig: Die Vorstandschaft habe sich intensiv mit der weiteren Entwicklung auseinandergesetzt, damit der Verein sich mehr festigen könne, aber auch mit seinen Partnern stärker verbunden sei, heißt es. Unerlässlich sei dabei die Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde. Zwei Partner also, die ähnliche Ziele verfolgen.

Markt Schwaben: Vereinigung 2030 löst sich auf

Der neue gemeinsame Schulterschluss soll noch heuer in einer radikalen Neulösung münden. Kurzum: Die Vereinigung „2030“ wird sich, so lautet der derzeitige Fahrplan, auflösen. Vorbehaltlich natürlich eines entsprechenden Beschlusses der Vereinsvollversammlung, für die es aber noch keinen Termin gibt. Stattdessen wird es, voraussichtlich im September, die formelle Gründung einer ganz neuen Vereinigung geben, für die es zwar noch keinen Namen gibt, aber schon ein grobes Konzept. „Im Kern geht es um Stadtmarketing“, sagt Melanie Lanzinger. Mitmachen sollen dort möglichst alle Unternehmer, aber auch interessierte und sachkundige Bürger sowie Marketingprofis aus der Verwaltung.

Vereinigung mit mehreren Arbeitskreisen

Melanie Lanzinger und den 2030-Leuten schwebt eine Vereinigung vor mit mehreren Arbeitskreisen, die sich um Themen kümmern werden wie Digitalisierung, Wirtschaft und Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing, Kultur und Veranstaltungen. Großes gemeinsames Ziel dabei: Markt Schwaben zu einem attraktiven Standort für Unternehmen und seine Bürger zu machen. Zu einem Ort, der für gute Lebensqualität steht, für gute Arbeitsplätze und gute Absatzmärkte.

Markt Schwaben: Digitales Schaufenster

„Was liegt da also näher, als eine gemeinsame Strategie aufzubauen? Am besten direkt im Tandem mit dem gemeinsamen Ziel, ein Markt Schwabener Stadtmarketing zu etablieren“, schreibt dazu die Vereinigung 2030. Und die Vereinsführung fügt an: „Die Unternehmer können ihre direkte Gestaltungskraft für ihr Umfeld einbringen. Die Gemeinde kann einen festen Kümmerer stellen, der zu allen Belangen ansprechbar ist, sei es individuelle Entwicklung einzelner Unternehmen, seien es Initiativen für die Unternehmervereinigung, oder Impulse und Strategien für Marketing und Digitalisierung“.

Infoabend am 30. Juli

Die Vereinsvorstandschaft und die Gemeinde haben die Mitgliedsunternehmen bereits eingeladen, an einer Präsentation des strategischen Konzeptes teilzunehmen und mitzuwirken. Termin ist am 30. Juli. Im Rahmen eines Infoabends will man aufzeigen, wohin die Entwicklung gehen kann.

Für Melanie Lanzinger eine gute Gelegenheit, ihr Fachwissen einzubringen. Zum Beispiel auch bei Fragen zur Digitalisierung. Sie selber spricht lieber von einem zu schaffenden digitalen Schaufenster. Einer Plattform, auf der sich örtliche Geschäfte, Dienstleister, Handwerksbetriebe etc. vorstellen und gebündelt darstellen.

Anläufe in diese Richtung hatte es lokal übrigens schon einige gegeben, die Bemühungen waren bislang allerdings im Sande verlaufen. Lanzinger will sich davon nicht entmutigen lassen. Stattdessen verweist sie auf andere Kommunen wie Gunzenhausen, Darmstadt oder Regensburg, wo es bereits das gibt, was ihr künftig für die Marktgemeinde vorschwebt.

Internet

Drei Beispiele für digitale Schaufenster:

www.einkaufen-regensburg.de

www.ingunzenhausen.de

www.darmstadt-citymarketing.de

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