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Im Schlosspark Markt Schwaben lässt es sich fein und romantisch dinieren.

Weißes Dinner

Romantisch essen unter Bäumen

Markt Schwaben - Endlich einmal ein lauer Sommerabend: Beim dritten "Weißen Dinner" im Schlosspark Markt Schwaben herrschten beste Bedingungen.

Was sind das nur für Leute, die sich am frühen Abend im Schlosspark treffen? Alle sind sie weiß gekleidet, tragen Stühle, kleine Tische und Ess-Utensilien in den Schatten der alten Bäume, entkorken erste Weinflaschen. Des Rätsels Lösung: Es sind gut drei Dutzend Freunde des sogenannten „Weißen Dinners“, eines Abendessens in freier Natur. „Es ist eine Zusammenkunft fröhlicher Menschen, die in ungezwungener Atmosphäre stilvoll feiern möchten“, umschreibt Rolf Jorga aus Markt Schwaben den Hintergrund dieser exklusiven Mahlzeit. Einst hatte seine Frau Maria in Hamburg ein solches Essen erlebt, sie war auf Anhieb begeistert und brachte die Idee nach Markt Schwaben.

Zum mittlerweile dritten Mal trafen sich am Samstagabend wieder einige Genussmenschen im Park. Ganz dem Namen des Dinners folgend, hat alles weiß zu sein: Kleidung, Tischschmuck, Stühle, manch einer der Herren trägt sogar einen Hut in dieser Farbe. So ergibt sich fast von selbst ein edles Ambiente, zumal auch großer Wert auf stilvoll gedeckte Tafeln gelegt wird.

Aus mitgebrachten Kühlboxen werden Weinflaschen und andere Getränke gezaubert, dekorativ zubereitetes Essen kommt auf die Teller. Während sich zwei Frauen als Vorspeise eine Zucchini-Cremesuppe mitgebracht haben – als Einstieg in ein feines Drei-Gänge-Menü – genießt eine andere Gruppe am Nebentisch vor allem kalte Leckereien. Jeder nach seinem Geschmack. Was sie aber alle eint, ohne dass darüber ein Wort verloren wird, ist jener feine Feier-Stil, der das „Weiße Dinner“ auszeichnet. Alles läuft friedvoll, fröhlich, fast feierlich ab, es liegt eine Harmonie in der lauen Abendluft, wie sie wahrscheinlich sonst nur in einem sehr guten Restaurant anzutreffen ist.

Dass am Ende der Veranstaltung, so gegen Mitternacht, alles wieder fein säuberlich aufgeräumt wird, dass keinerlei Müll zurückbleibt, darauf achten alle Teilnehmer akribisch. Schließlich ist Disziplin ein Teil jener Philosophie, die einst ein Franzose fast zufällig gebar, als er aus Platznot einen Teil seiner Gartenparty in einen nahe gelegenen Park verlegt hatte. Seitdem zelebrieren Menschen in ganz Europa solche Freiluft-Veranstaltungen, meist ohne große Vorankündigung. Sie treffen sich, informiert über soziale Netzwerke, an schönen Orten, so wie im Markt Schwabener Schlosspark.

Dass diesmal allerdings überwiegend ältere Leute teilnahmen, hält Rolf Jorga für ausbaufähig. „Wir wissen nicht, woran es liegt, dass nicht auch Jüngere gekommen sind – im vergangenen Jahr waren sogar Kinder dabei.“ Vielleicht liegt es daran, dass manche immer noch an einen elitären Oberschicht-Event glauben, so wie er einst in Paris gestartet war. Mittlerweile hat sich das jedoch komplett geändert. Schließlich braucht es für eine Neuauflage in 2017 nur weiße Kleidung, gutes Essen und gute Stimmung.

Friedbert Holz

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