Begutachten den Baufortschritt des Eberwerk-Projekts am Ortsrand von Markt Schwaben. Von links: Sebastian Föstl, Manuel Herzog (Eberwerk), Markus Scheungrab (Bauleitung Firma Vispiron), Bürgermeister Michael Stolze und Vizelandrat Walter Brilmayer.	Fotos: Dziemballa
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Begutachten den Baufortschritt des Eberwerk-Projekts am Ortsrand von Markt Schwaben. Von links: Sebastian Föstl, Manuel Herzog (Eberwerk), Markus Scheungrab (Bauleitung Firma Vispiron), Bürgermeister Michael Stolze und Vizelandrat Walter Brilmayer.

Energiewende im Landkreis Ebersberg

Eberwerk baut erste eigene Freiflächen-Photovoltaikanlage

  • vonJörg Domke
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Die Energiewende im Landkreis Ebersberg schreitet voran. Das Energieunternehmen Eberwerk baut bei Markt Schwaben seine erste eigene Freiflächen-Photovoltaikanlage.

Markt Schwaben – Es sind die Temperaturen nahe der 30-Grad-Marke, die an diesem Freitag dem einen oder anderen bereits weit vor Mittag die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Sonne satt sozusagen. Genau das richtige Ambiente für den Anlass hinter dem Termin dort in Markt Schwaben, wo die Bahnlinien nach Hörlkofen und Erding auseinandergehen. In der Marktgemeinde entsteht derzeit die erste Photovoltaikanlage des Eberwerks auf freier Fläche. Ein Pilotprojekt sozusagen, denn hinter den bisher im Landkreis errichteten Großanlagen etwa an der A 94 auf Anzing oder Forstinninger Gemeindegebiet standen bislang allesamt private Investoren. Und auch von der Größenordnung her unterscheiden sich die bisherigen Photovoltaik-Freianlagen von der, die gerade in dem Korridor zwischen den Bahngleisen in einer Rekordzeit von knapp zweieinhalb Wochen entsteht. Über ein Kalenderjahr ersetzt das Eberwerk so etwa 1,5 Millionen Kilowattstunden, die ansonsten in Kraftwerken erzeugt worden wären. So werden nebenbei auch noch rund 800 Tonnen Kohlendioxid ersetzt, so Manuel Herzog, Mitarbeiter der Eberwerk GmbH und Co. KG aus Ebersberg.

Anlage schafft 1,5 Megawatt

In dreierlei Hinsicht sei die Anlage in Markt Schwaben besonders, so Herzog gestern bei einer Präsentation für die Lokalpresse, an der auch Kommunalpolitiker der Marktgemeinde und des Landkreises sowie die Familie Föstl als Verpächter des Grundstücks teilnahmen. Die Fläche, so Herzog, wurde bislang landwirtschaftlich als Grünland genutzt und wird auch künftig als Rückzugsort für Flora und Fauna zur Verfügung stehen. Zudem füge sich die Anlage gut in die Landschaft ein. Und biete mit einer Erzeugungsleistung von 1,5 Megawatt eine Größenordnung, die es so im Landkreis noch nicht gebe. Vergleichbar sei allenfalls das kürzlich realisierte Projekt auf fünf Dächern des Druckerherstellers Canon im Poing, so Herzog beim gestrigen Ortstermin. „Wo möglich setzen wir bei der Photovoltaik natürlich immer auf Dachflächen. Ganz ohne Freiflächen werden wir die Energiewende vor Ort aber nicht schaffen“, so der Eberwerk-Mitarbeiter. Man sei daher weiterhin auf der Suche nach geeigneten Standorten im gesamten Kreisgebiet.

„Mit der Anlage an den Bahngleisen gehen wir einen wichtigen Schritt für unser kommunales Unternehmen, unserem Eberstrom und die Energiewende im Landkreis Ebersberg. Als Bürgermeister freue ich mich besonders, dass die erste Freiflächen-Anlage des Eberwerks hier in Markt Schaben entsteht“, so Michael Stolze, inzwischen auch Aufsichtsratsvorsitzender bei Eberwerk.

Die gute Zusammenarbeit mit Eberwerk und der ausführenden Firma Vispiron aus München lobte Landwirt Sebastian Föstl aus dem Schwabener Ortsteil Haus. Seine Familie hat den Grund und Boden für das Projekt verpachtet. „Das hier ist der richtige Weg. Wenn nicht wir jetzt was machen, wer sonst und wann dann?“, sagte er unter dem Beifall der Gäste.

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