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Filmdreh am Ort des Geschehens: Erich Kandlbinder schildert, wie er Ende Juni 2015 an der Esso-Tankstelle einen Rambo-Fahrer gestoppt hat.

Zivilcourage

Mutiger Markt Schwabener kommt ins Fernsehen

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Ohne Zögern hat Erich Kandlbinder aus Markt Schwaben Ende Juni 2015 einen Rambo-Fahrer gestoppt. Für diese mutige Tat steht Kandlbinder im Finale für den "Zivilcourage-Preis" der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY". Am Dienstag wurde der Fall nachgestellt und gefilmt. 

Die Sekunden, in denen Erich Kandlbinder den Rambo-Fahrer stoppte:

Posted by Ebersberger Zeitung on Dienstag, 22. März 2016

Erich Kandlbinder kann nicht anders: Er blickt immer freundlich, mit einem leichten Grinsen. Deshalb muss der Fliesenleger-Meister aus Markt Schwaben öfters zurück an den Ausgangspunkt und wieder und wieder über die Markt Schwabener Straße zur gegenüberliegenden Esso-Tankstelle laufen. Dort hat ein Transporter gerade mit voller Wucht ein Auto gerammt. Der Fahrer ist betrunken und völlig durchgedreht. Kandlbinder läuft hin, öffnet die Beifahrertür – und zieht später den Zündschlüssel ab und steckt ihn in seine Hosentasche. Der Markt Schwabener hat eine irre Rambo-Fahrt beendet, bevor noch Schlimmeres passieren konnte.

Drehpause: Erich Kandlbinder mit seiner Frau Claudia und den Töchtern Anna und Anschi (re.). Sie werden im Film von Schauspielern dargestellt.

Passiert ist all das Ende Juni 2015. Nachdem unsere Zeitung exklusiv über die Heldentat von Erich Kandlbinder berichtet hatte, rief Tage später ein Zuschauer in der Redaktion der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ an und schlug den Mann für den „XY-Zivilcourage-Preis“ vor. Unter dem Motto „Gemeinsam gegen das Verbrechen“ ehrt eine Fachjury jedes Jahr mutige Menschen. Kandlbinder hat es von etwa 200 Vorschlägen in die Endauswahl geschafft. Deshalb war am gestrigen Dienstag ein Filmteam am Original-Schauplatz, um die Szenen nachzustellen. In der Hauptrolle: Erich Kandlbinder.

„Die sagen zu mir immer, ich müsse grantiger schauen“, berichtet er in einer Drehpause seiner Frau Claudia. Sie steht zusammen mit den Töchtern Anna und Anschi am Rand und schaut den Dreharbeiten zu. „Wahnsinn, knapp 50 Leute für ein paar Minuten Film“, staunen sie über den Aufwand. „Schau mal, Anna, das bist Du“, ruft die Mutter plötzlich und deutet auf ein jugendliches Mädchen. In dem Porträt, das das ZDF gestern gedreht hat, spielt lediglich Erich Kandlbinder sich selbst, alle anderen, auch seine Familie, werden von Schauspielern dargestellt.

Ein Filmteam mit knapp 50 Mitarbeitern (inklusive Schauspieler) drehte am Dienstag im Auftrag des ZDF in Markt Schwaben.

Als der Markt Schwabener an jenem Tag im Juni 2015 mit seiner Frau und Tochter Anna zum Abendessen gehen will, sieht er, wie an der Tankstelle gegenüber ein Transporter gegen Autos fährt – und wie eine Frau aus einem Auto in den Tankstellen-Shop flüchtet. Er läuft hinüber und stoppt den irren Fahrer. Der hatte von der Autobahn bis Markt Schwaben ein Auto verfolgt und mehrmals von hinten angefahren. Die Fahrerin suchte schließlich Schutz in der Tankstelle. „Wer weiß, was der Mann noch angestellt hätte, hätte Erich nicht den Zündschlüssel gezogen“, sagt Claudia Kandlbinder. Wäre er in seinem Wahnsinn mit dem Transporter in den Shop gefahren? Oder gegen eine Zapfsäule?

„Nächste Szene!“ schallt es über das Tankstellengelände. Erich Kandlbinder muss wieder vor die Kamera. Und wieder etwas ernster schauen. Während er etwas Schminke ins Gesicht bekommt, sagt seine Frau: „Ich finde es schön für ihn, dass sein mutiges Eingreifen so belohnt wird.“ Bis heute habe sich die Polizei nicht bei ihm bedankt.

Der Beitrag über den Markt Schwabener wird in der "Aktenzeichen XY"-Sendung am 8. Juni gezeigt.

Armin Rösl

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