Die Poinger Straße: Tiefbauer Thomas Müller hat sie inspiziert. Bis zu 30 cm messen die Vertiefungen an den Straßenrändern derzeit. Er ist sich mit der Verkehrspolizei Poing einig: „Das ist für Autofahrer brandgefährlich. Foto: Dziemballa

Gemeinde sperrt Poinger Straße ab Montag

Markt Schwaben - Gefahr ist im Verzug: Sagt das Tiefbauamt der Gemeinde Markt Schwaben. Ab Montag wird daher die Gemeindeverbindung Poing-Markt Schwaben bis auf Weiteres gesperrt.

Bis zu 18 000 Fahrzeugbewegungen pro Woche: Das ist für eine gut ausgebaute Straße keine Frequenz, die nicht zu bewältigen wäre. Gut ausgebaut würde hier bedeuten: Mindestens durchgängig sechs Meter Breite, besser noch sieben Meter. Also so, dass es nicht jedes Mal zu einem Abenteuer wird, wenn sich zwei Pkw begegnen.

Bei der Poinger Straße zwischen Markt Schwaben und Poing ist das etwas anders. Begegnen sich hier zwei Fahrzeuge, wird es eigentlich immer eng. Sechs Meter Breite gibt es nirgends. Es sei denn, man rechnet Bankette und und angrenzende landwirtschaftlich genutzte Flächen kurzerhand mit. Weil die Poinger Straße aber die kürzeste Verbindung zwischen den Nordgemeinden darstellt, ist die Gemeindeverbindung zu einem vielfrequentierten und beliebten Schleichweg geworden. 18 000 Mal pro Woche eben.

Über neue Verkehrsregelungen hat man im Rathaus Markt Schwaben schon oft nachgedacht. Auch Sperrungen in Erwägung gezogen. Alles scheiterte bislang an den Mehrheitsverhältnissen im Marktgemeinderat. Nun hat sich der neue Mitarbeiter in der Tiefbauabteilung der Verwaltung, Thomas Müller, die Straße nochmals genauer angesehen. Sein Fazit: Es ist Gefahr im Verzug. Deshalb wird es vorübergehend ab Montag eine Sperrung geben.

Jetzt heißt es: „In der Tat sind die Befürchtungen des Sachgebietsleiters für Tief- und Straßenbau real. Über 100 gemeldete Unfälle zählte die Polizei allein in den letzten fünf Jahren, unbeziffert sind die Beinahe-Kollisionen, die kaputt gefahrenen Reifen und abgeschlagenen Spiegel. Auf dem viel zu engen Schleichweg machte bereits so mancher Fahrer seine negativen Erfahrungen. Selbst bei angepasster Geschwindigkeit muss insbesondere bei Gegenverkehr unweigerlich auf das Bankett ausgewichen werden. Dort reiht sich Mulde an Mulde, obgleich der Bauhof alle zwei bis drei Wochen sehr zeit- und kostenintensiv die schlimmsten Löcher auffüllt. Besonders gefährlich ist dies bei Dämmerung oder im Winter; an der Poinger Straße gibt es weder eine Beleuchtung noch Randpfosten.“

Neu ist die Problematik nicht. Sie war zuletzt im März 2015 Jahres Thema im Rat. Dennoch scheute man bislang die Schließung. Der Schleichweg durch die Felder ist beliebt, Proteste sind programmiert.

Viele Überlegungen wurden angestellt, wie man die Straße, die auf den Gemarkungen Markt Schwaben und Poing liegt, anpassen könnte. Ausbau und Verbreiterung scheiterten bisher an den immensen Kosten. Hinzu kämen Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern, um die Flächen für die Verbreiterung der Bankette zu erhalten. Dasselbe ergaben die Bemühungen um eine Verlegung der Straße und die Idee einer Einbahnstraße wurde sofort wieder verworfen, teilte das Rathaus gestern mit.

Ferner heißt es: „Mittlerweile ist das Straßennetz um Markt Schwaben großzügig ausgebaut. So sieht auch das Landratsamt keine Notwendigkeit für eine finanzielle Unterstützung. Es finden sich gleich mehrere Alternativen für eine schnelle Anfahrt nach Poing.“ jödo

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