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Will es nochmals versuchen: Sascha Hertel von der ZMS strebt das Bürgermeisteramt an.

Wahlkampf in Markt Schwaben

Bürgermeisterwahl in Markt Schwaben: Der vierte Mann

Der Bürgermeisterwahlkampf in Markt Schwaben verspricht Spannung. Vier Männer wollen das Amt. 

Markt Schwaben – Der junge Gemeinderat, geboren in Marburg an der Lahn, aufgewachsen in München und Bonn, will es noch einmal wissen. Sascha Hertel (42) lässt sich erneut zum Bürgermeisterkandidaten aufstellen. Damit bekommt die Marktgemeinde nach Frank Eichner, Michael Stolze und Raphael Brandes ihren vierten Bewerber um das höchste politische Amt im Ort. Und mit Hertel den ersten Kandidaten aus Reihen des amtierenden Marktgemeinderats.

Nach dem Abitur in Bonn absolvierte Hertel seine Ausbildung und das Studium zum Diplom-Kaufmann bei der Bundeswehr. In dieser Zeit war der Familienvater auch in zwei Auslandseinsätzen in Afghanistan aktiv. Seit 2010 wohnt der heute 42-Jährige mit Familie in Markt Schwaben. Hier lebte er sich rasch ein, da die Familie seiner Frau seit Generationen fest mit dem Ort verbunden ist. Bereits der Urgroßvater hinterließ im Markt mit der Gründung der Kolpingfamilie seine Spuren.

Früher bei der Bundeswehr

Der Fraktionssprecher der Zukunft Markt Schwaben (ZMS) trat bereits 2014 gegen den aktuellen Rathauschef Georg Hohmann als einziger Gegenkandidat an. Dabei erhielt er knapp 20 Prozent der Stimmen. Die damals noch unbekannte Wählergruppe, durch den ehemaligen CSU-Gemeinderat Hubert Bauer ins Leben gerufen, gewann zwei Mandate. Hertel und Bauer vertreten seither im Rat nach ihrem eigenen Verständnis die Interessen der nicht in den örtlichen Parteien organisierten Bürgerinnen und Bürger. Angesprochen auf seine Beweggründe, sagt Hertel: „Das Bürgermeisteramt ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich war schon immer politisch interessiert und sehe hier die Möglichkeit, meinen Ort in diesem Amt zukunftsfähig und lebendig zu gestalten.“

Als Bauer damals seine Initiative startete, war Hertel sofort dabei. Zu diesem Zeitpunkt fand er es seltsam, dass keine andere Fraktion einen Gegenkandidaten stellte. Besonders störte ihn, dass die etablierten Parteien vor den Wahlen aktiv und laut sind, sich aber zwischen den Wahlperioden für die Sorgen und Nöte der Bürger kaum interessieren. Hertel nahm diese Situation als Hinterzimmerpolitik wahr, die an den Interessen der Bürger vorbei regiert. Für ihn steht nach eigenen Worten der Bürgerwille im Vordergrund. Hertel möchte sich dafür einsetzen, dass eine Auseinandersetzung mit und nicht über die Bürgerinnen und Bürger hinweg geschieht und sich jeder mit seinen Anliegen ernst genommen fühlt.

In seiner Antrittsrede als Bürgermeisterkandidat versprach Hertel, sich auf drei wesentliche Punkte in seiner Amtszeit zu konzentrieren. Zum einen endlich ein Gemeindeentwicklungskonzept zu initiieren. Weiterhin möchte der ZMS-Mann den Umbau der Verwaltung zukunftsfähig gestalten. Die Verwaltung soll durch klare Strukturen und Aufgabenverteilungen effektiver und effizienter aufgestellt werden. Markt Schwabener sollen sich auf dem Rathaus verstanden fühlen und gerne vorbeikommen. Das dritte Schwerpunktthema ist die kommunale Finanzlage. Hier mahnt er zu Geduld, da die Verschuldung in den nächsten Jahren aufgrund wichtiger, jahrelang zurückgestellter Investitionen erst einmal ansteigen werde. Der Schulneubau sowie das Abwassersystem und einige andere dringend anstehende Renovierungen müssten bezahlt werden. Dennoch dürfe die Weichenstellung für einen sukzessiven Schuldenabbau nicht vergessen werden.

Fehlende Unterstützung der anderen Parteien

Themen wie Verkehr, Fluglärm, Bahnhof und Lärmschutz sind für die ZMS Kernthemen, für die sie auch weiterhin einstehen werde. „Leider fehlte bei den Anträgen im Gemeinderat dazu die Unterstützung der anderen Fraktionen“, heißt es in einer Presseerklärung.

Das heiß diskutierte Thema Schulneubau ist für den Ratsherren nach eigenen Worten besonders wichtig. Er müsse schnell und konsequent vorangetrieben werden. Dazu gehöre im Übrigen auch die gesamte Kinderbetreuung. Ebenso hofft Hertel, dass die nun im Wahlkampf auftretenden Versprechungen der anderen Mitbewerber später auch im Gemeinderat aktiv mitgestaltet werden. So sieht er die Verkehrssituation als dringend zu modernisieren.

Hertel fühlt sich gut gerüstet

Sascha Hertel selber sieht sich insgesamt gut gerüstet, nicht zuletzt könne er sein Wissen aus der Wirtschaft und den gewonnenen Erfahrungen im Gemeinderat einbringen, sagt er. „Durch meine Arbeit bei dem größten Versicherungskonzern Deutschlands bin ich es gewohnt, Strategien zu entwickeln und diese durch mein Wirken als Senior-Projektleiter in die Wirklichkeit zu übertragen.“  

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