Kinderschutzbund am Ende

Markt Schwaben - Der Ortsverband des Kinderschutzbundes befindet sich in der akuten Auflösungsphase. Sein Ende ist nur noch eine Frage von wenigen Wochen.

Die Alarmglocken ertönten in den vergangenen Jahren mehrfach. Auch mit Hilfe einer ausführlichen Berichterstattung in der Ebersberger Zeitung hatte Michaela Hörl noch versucht, den seit weit über 30 Jahren bestehenden Ortsverband Markt Schwaben des Kinderschutzbundes (KSB) zu retten. Zuletzt mit einem Beitrag in dieser Zeitung am 28./29. Mai 2014 unter dem Titel „Das Ende droht“.

Damals hatte die Vorsitzende signalisiert, bei der nächsten Wahl nicht mehr für den Vorsitz zur Verfügung zu stehen. Sollte sich binnen Monaten kein neuer Vorstand finden, müsse sich der Verein zwangsläufig auflösen, hieß es mehrfach.

Bis heute hat sich keine neue Führungsriege formiert, so dass die Vereinsauflösung nun unumgänglich werden wird. „Sie steht kurz bevor“, sagt jetzt Silke Staab-Thuro, eine der wenigen verbliebenen aktiven Mitwirkenden des örtlichen Schutzbundes, auf Anfrage. Alles deutet auf einen formellen Vollzug Ende Februar/Anfang März hin.

Silke Staab-Thuro bestätigt zugleich, dass es nicht gelungen sei, in ausreichendem Maße neue Leute für die Sache zu begeistern.

Die Gemeindejugendpflegerin Angela Freise bestätigt, dass das einstige Büro des Schwabener Ortsverbandes samt Spielzeug-Secondhand- Verkauf im Erdgeschoss des Alten Schlosses bereits seit vergangenen Herbst geräumt sei. In dem Zimmer hat inzwischen eine ehrenamtlich betriebene medizinische Versorgung von Asylsuchenden ihren Dienst aufgenommen. Lediglich auf dem Briefkasten, montiert auf der Rückseite des Alten Schlosses, befindet sich jetzt noch ein Aufkleber, der auf den Kinderschutzbund hinweist.

Der offizielle Telefonanschluss des KSB-Ortsverbandes - die Nummer ist beim „Googeln“ im Internet noch immer zu finden - ist längst abgeschaltet worden. „Dieser Anschluss ist vorübergehend nicht erreichbar“, heißt es dort. „Vorübergehend“ ist, so muss es wohl richtigerweise jetzt heißen, in diesem Zusammenhang leider zu streichen.

Ein großes Problem des Kinderschutzbunds Markt Schwabens sei es, so Silke Staab-Thuro, dass es inzwischen eine ganze Menge an Organisationen in der Marktgemeinde gebe, die sich auf vielfältige Weise um Belange junger Menschen kümmerten. Viele seien anderswo organisiert. Immerhin sei positiv festzustellen, dass es in Markt Schwaben eine ganze Menge Erwachsener gebe, die sich um die Belange der Kinder sorgten - aber eben nicht innerhalb des alteingesessenen Kinderschutzbundes.

Michaela Hörl, formell noch immer die Vorsitzende, sieht es ähnlich. Ihre letzten Amtshandlungen bestehen nun darin, die Streichung aus dem Vereinsregister auch rechtlich einwandfrei über die Bühne zu bringen. Dazu hat sie sich Beistand vom Verband geholt. Grundsätzlich erforderlich ist eine Zweidrittel-Mehrheit aller Vereinsmitglieder. Die 37 Mitglieder wurden daher in diesen Tagen angeschrieben. Michaela Hörl wartet nun auf den Rücklauf. Sie geht davon aus, dass das Votum ohne Schwierigkeiten zustande kommen wird. jödo

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