Beeindruckend und emotional bewegend war der Auftritt eines Teils des Oberstufenchores.  

Ausstellung im Franz-Marc-Gymnasium

Gymnasium setzt klares Zeichen gegen rechte Umtriebe

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Rechte Umtriebe - nicht mit uns!  Das Markt Schwabener Franz-Marc-Gymnasium setzt ein deutliches Zeichen und zeigt eine Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Markt Schwaben –Einen, in Anführung, „besseren“ Tag hätten das Franz-Marc-Gymnasium, Landrat Robert Niedergesäß oder die Friedrich-Ebert-Stiftung nicht aussuchen können: Noch ganz frisch waren die Nachrichten aus dem Erfurter Landtag, als Niedergesäß am Mittwochnachmittag in der Aula des Schwabener Gymnasiums vor gut 70 Interessierten ans Mikro trat, um ein Grußwort zu sprechen. Ein Grußwort zur Eröffnung der Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ der Friedrich-Ebert-Stiftung, die ab sofort und für die nächsten 14 Tage im Theaterraum der Schule zu sehen sein wird. Und die sich damit beschäftigt, zu zeigen wie zerbrechlich ein demokratischer Staat werden kann, wenn man insbesondere extremistischen Strömungen von der rechten Seite aus taten- und gedankenlos hinnimmt.

Soziale Medien Fluch und Segen zugleich

Tage wie der 5. Februar, an dem erstmals in der Bundesrepublik ein Regierungschef gewählt wurde mit Hilfe einer Rechtspartei, zeigten, so Niedergesäß, wie wichtig es sei, jeden Tag und jeden Moment wachsam zu bleiben, um die Demokratie und damit die Freiheit zu bewahren. Dies sei eine Aufgabe, die jeden angehe – auch jenen im Landkreis Ebersberg. Der Landrat verwies u.a. auf die rechtsextremen Vorkommnisse am Gymnasium Grafing innerhalb einer dort bestandenen Whats-up-Gruppe. Soziale Medien seien hier Fluch und Segen zugleich gewesen. Fluch, weil rechte Botschaften hier via Internet verbreitet wurden. Segen, weil es letztlich auch das Internet war, das diese Missstände aufdeckte. Man habe bereits Gespräche geführt, um daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Niedergesäß kündigte für die nahe Zukunft weitere Gespräche mit Schulleitern auf Landkreisebene zur Aufarbeitung rechtsextremer Umtriebe hierzulande an.

Zuvor hatte Schulleiter Peter Popp unterstrichen, wie groß und wichtig die Ausgaben der Schulen seien, rechtzeitig und wirkungsvoll politische und historische Aufklärung zu betreiben. Er persönlich hätte nie gedacht, dass braune Strömungen wiederkehren könnten, sagte Popp. Die neue Ausstellung in seinem Haus sei ein gutes Zeichen der Schulgemeinschaft. „Wir wollen keinen rechten Mob“, so Popp. Sorge bereite ihn derzeit, dass bereits in der von manchen bevorzugte Sprache die Basis für extremes Handeln gelegt werde. Die, die mit Vokabeln der Nazis hantierten, seien geistige Brandstifter. Das Internet schaffe, leider, die Plattform dafür, dass jeder alles zu jeder Zeit an jedem Ort der Welt hinausposaunen könne. Das sei Alarmzeichen genug. „Wegschauen geht nicht“, forderte Popp zu noch mehr Zivilcourage auf. Das FMG trage zwar den Titel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. Diese Attribute stünden aber im Grund jeden Tag auf dem Prüfstand.

Franz-Marc-Gymnasium positioniert sich klar gegen Rechtsextremismus

Ähnlich äußerte sich der Vize-Vorsitzende des Elternbeirats, Bernd Hein. Aus der Perspektive eines Vaters ging er der Frage nach, woher Fremdenfeindlichkeit eigentlich komme. Seine Antwort: Es handele sich um eine Angst vor dem Unbekannten. Es sei Aufgabe der Eltern, hier daheim entgegenzusteuern. Der Hauptreferent des Tages, Thomas Witzgall von der Ebert-Stiftung, hob in seinem Vortrag insbesondere die Gefahren hervor, die von rechter Seite über das Internet verbreitet werden.

Die neue Ausstellung ist für interessierte Einzelpersonen und Gruppen (die umliegenden Schulen wurden alle informiert und eingeladen) bis 20. Februar zugänglich. Anmeldungen sind im Sekretariat 2 erforderlich. Mehr unter www.franz-marc-gymnasium.de. Die Schule hat übrigens zusammen mit Witzgall 25 Jugendliche als Ausstellungsbegleiter geschult.

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