Küchenmesser dürfen nicht in die Spülmaschine
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Symbolbild

44-jähriger Koch steht vor Gericht

Weil die Schlaftabletten aus waren: Mann rammt Freundin drei Mal Küchenmesser in die Brust

  • Angela Walser
    vonAngela Walser
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Ein Mann (44) aus Markt Schwaben hat seiner Freundin drei Mal ein Küchenmesser in die Brust gerammt - plötzlich und wegen fehlender Schlaftabletten. Der Vorfall ist der traurige Höhepunkt einer schon länger unglücklichen Beziehung.

Markt Schwaben – So sehr, dass der 44-Jährige heuer im Januar seiner Freundin ein Küchenmesser dreimal in die Brust rammte. Er war infolge eines Mix aus Schlaftabletten und Alkohol extrem aggressiv geworden.

Jetzt muss sich der Koch aus Markt Schwaben vor dem Landgericht München II verantworten. Der Vorwurf lautet auf gefährliche Körperverletzung.

Über seinen Verteidiger Nico Werning räumte der Markt Schwabener die Vorwürfe der Anklage ein. An seine Messerattacke auf dem Sofa konnte er sich allerdings nicht mehr sonderlich erinnern. Er hatte aber nach der Attacke auf Bitten seiner Freundin den Notruf gewählt.

Die Frau und der Mann hatten sich in der Psychiatrie kennengelernt. Dort versuchten sie, ihr Alkoholproblem loszuwerden. Als die Krankenschwester schließlich entlassen wurde, hielt es der Koch in seiner Therapie nicht mehr aus. Er zog zu der 39-Jährigen, das war im Oktober 2017. Doch schon im Dezember spitzte sich die Situation zu. Mehrfach schlug der Koch seine Freundin, trotzdem tranken sie immer wieder gemeinsam Alkohol.

Dann kam der besagte Januarabend in diesem Jahr. Der 44-Jährige hatte schon etliche Schlaftabletten konsumiert und fand keine weiteren mehr in der Wohnung. „Er wurde immer ungehaltener“, berichtete seine Freundin als Zeugin. Er bezichtigte sie des Diebstahls. „Dann hat er mir eine gescheuert“, sagte sie. „Ich habe mich auf die Couch gesetzt und habe geheult, er soll gehen“, erinnerte sich die Frau. Sie habe schon das Telefon in der Hand gehabt, um die Polizei zu rufen. Doch dazu kam sie nicht mehr. „Er saß links neben mir, dreimal hat er mir ganz, ganz schnell das Messer in die Brust gehauen“, erzählte die Zeugin. Sie hatte Glück, dass das Messer nur am Rande die Luftröhre streifte. Das kleine Loch musste dennoch operativ versorgt werden. Weil es sich bei der Tatwaffe um ein dreckiges Küchenmesser gehandelt hatte, entzündete sich alles, was die Heilung erschwerte. Der Angeklagte muss mit einer Strafe von viereinhalb Jahren rechnen.

Der Prozess dauert an.

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