KUMS

Bilanzen offenlegen, jetzt

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Das Kommunalunternehmen Markt Schwaben (KUMS) muss seine Bilanzen offenlegen. Jetzt. Das fordert der Marktgemeinderat.

Markt Schwaben – Nachdem der Marktgemeinderat in seiner öffentlichen Sitzung am Dienstagabend beschlossen hatte, dass das Kommunalunternehmen Markt Schwaben (KUMS) seine testierten Jahresberichte und Bilanzen von 2015 bis 2017 vorzulegen hat sowie bis spätestens 30. Juni den vorläufigen Jahresabschluss 2018, stellte Vorstandschef Bernhard Wagner die aktuelle Situation des kommunalen Fernwärme-Versorgers vor. Um, wie er es nannte, „Licht ins Dunkel zu bringen“.

Zuvor war in der Diskussion insbesondere von CSU-Gemeinderat Peter Fleischer kritisiert worden, dass das KUMS bis dato die Bilanzen der Jahre 2015 bis 2017 dem Marktgemeinderat nicht zur Einsicht vorgelegt habe. „Ich verlange Transparenz“, forderte er, zumal der Marktgemeinderat für das KUMS verantwortlich sei. Zudem äußerte Fleischer den Verdacht der Verschleierung, was Bürgermeister Georg Hohmann (SPD) umgehend zurückwies.

In einer schriftlich verfassten Erklärung des KUMS zum Antrag der CSU-Gemeinderatsfraktion auf Offenlegung der Bilanzen und Abschlüsse, die KUMS-Vorstandschef Wagner in der Sitzung an alle Ratsmitglieder verteilte, steht: „Dem Marktgemeinderat werden die geprüften Bilanzen der Jahre 2016 und 2017 zeitnah nach Eingang des Abschlussberichtes über die derzeit noch laufende Prüfung vorgelegt. Die geprüften Bilanzen der Jahre 2014 und 2015 können im Februar 2019 in den Räumlichkeiten des KUMS nach Terminvereinbarung (...) eingesehen werden.“

Damit gab sich CSU-Gemeinderat Fleischer nicht zufrieden. „Das ist so nicht zu akzeptieren“, sagte er und sprach von „aufschieben“ und „Zeit gewinnen“. Es könne nicht sein, dass trotz mehrmaliger Aufforderung bis heute keine abschließend vom Steuerberater geprüften und bestätigten („testiert“) Bilanzen vorliegen. Dies muss das KUMS nach dem am Dienstag erfolgten einstimmigen Beschluss zum CSU-Antrag nun tun.

Nach der Diskussion und Entscheidung hatte Bernhard Wagner die Gelegenheit, die aktuelle Situation des Kommunalunternehmens, das im südlichen Bereich von Markt Schwaben die Fernwärmeversorgung übernommen hat, darzustellen. Seinen Worten zufolge befinde sich das KUMS „auf einem guten Weg“. Nach den notwendigen Bauinvestitionen in den ersten Jahren (das Kommunalunternehmen wurde im Februar 2014 auf Beschluss des Marktgemeinderates gegründet) betrage das Minus zwar 234.800 Euro (Stand 2017, die Abrechnung für 2018 sei in Vorbereitung), doch dies sei aufgrund der Maßnahmen nicht verwunderlich. Weitere erforderliche Bautätigkeiten, die für 2019 vorgesehen sind (zum Beispiel neue Leitungen und Anschlüsse, Rückbau Heizzentrale am Habererweg und Erweiterung des Heizwerks), würden den Minusbetrag vergrößern; im Laufe der nächsten Jahre aber rechnet Wagner damit, dass sich aufgrund der stetig steigenden Einnahmen durch den Fernwärme-Verkauf die Bilanz ausgleichen werde. Weil immer wieder neue Anschlüsse hinzukämen. Nicht nur öffentliche Gebäude, sondern auch Privathäuser. Hier finde bei Eigentümern und Eigentümergemeinschaften ein Umdenken statt. Statt alte Gas- oder Ölheizungen zu sanieren, werde auf Fernwärme gewechselt, so Wagner. Er schlug vor, dass der Marktgemeinderat auch darüber nachdenken könnte, das Geschäftsfeld des KUMS zu erweitern – beispielsweise mit dem Anschluss des Hallenbades an die kommunale Fernwärmeversorgung.

Am Ende seiner Ausführungen richtete der Vorstandschef eine Bitte an alle Parteien und Fraktionen im Marktgemeinderat: Das Kommunalunternehmen möge aus dem Wahlkampf für die Gemeinderatswahl 2020 herausgelassen werden.

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