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Toter Storch im Schwabener Moos: Zeugen gesucht

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Von: Raffael Scherer

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Der gerissene Storch, der im Schwabener Moos gefunden wurde, stammte aus der Schweiz.
Der gerissene Storch, der im Schwabener Moos gefunden wurde, stammte aus der Schweiz. © straub

Zuständiger Vogelschützer vermutet: Tier vermutlich von einem Hund gerissen. Gleichzeitig gibt es Nachwuchs in Markt Schwaben.

Markt Schwaben – Ein Landwirt hat im Markt Schwabener Moos einen gerissenen Storch gefunden. Das Ordnungsamt verständigte deshalb Richard Straub vom Landesbund für Vogelschutz (LBV). Dieser möchte nun, zusammen mit dem Landratsamt, Anzeige gegen den mutmaßlich fahrlässigen Hundebesitzer erstatten und sucht nach Zeugen.

„Im Markt Schwabener Moos gibt es derzeit keinen Bären oder Wolf“, erklärt der Storchenexperte. Theoretisch käme noch ein Fuchs als Täter in Betracht, aber da es derzeit auf den Wiesen von Feldmäusen nur so wimmle, würden die sich lieber dort satt fressen, statt sich mit den Großschnabeln anzulegen, glaubt Straub. Dementsprechend bleibe nur ein Hund als Storchenreißer übrig.

Storchenexperte bittet Hundebesitzer um die Leine

Als Richard Straub am Freitag an den Tatort kam, war seine Befürchtung groß, es könne sich um einen Vogel aus den umliegenden Storchenhorsten, wie etwa in Siggenhofen, Forstinning oder Markt Schwaben, handeln: „Anhand der Beringung stellte sich jedoch heraus, dass es ein ziehender Storch aus der Schweiz war“, berichtet er.

Seine Bitte an alle Hundebesitzer ist die freiwillige Leine, solange Markt Schwaben die bloße Empfehlung nicht zur Pflicht ändere: „Dieses Jahr sind auch bereits Rehkitze und ein Fasan im Moos gerissen worden“, zählt Straub auf. Dabei weist er darauf hin, dass auch ohne Jagen allein der Aufenthalt eines Hundes in Wiesen, in denen sich etwa Hasen aufhalten und die für Wildtiere als Brutstätten fungieren, gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstößt. Um den Storchentod aufklären zu können hofft Straub nun, dass ein Waldbesucher etwas beobachtet hat und sich mit weiteren Informationen beim Markt Schwabener Ordnungsamt meldet.

Störche hegen Grundvertrauen in Menschen

Dass Störche von Hunden gejagt werden, käme laut Straub leider immer wieder vor, bisher habe aber noch kein Hund im Markt Schwabener Moos dabei Erfolg gehabt. Die Gefahr bestünde darin, dass Störche ein großes Grundvertrauen an den Tag legen, klärt der Experte auf: „Sie erkennen Menschen nicht als Feinde an, weil die meisten vernünftig Abstand halten und sie sich dadurch nicht bedroht fühlen.“ Und das gelte dementsprechend auch für ihre vierbeinigen Begleiter.

Sollte ein Hund dann doch einmal nicht vom Herrchen zurückgepfiffen werden und es auf einen Storch abgesehen haben, stünden die Chancen für den Vogel schlecht. Denn obendrein sei die Reaktionszeit der Störche im Vergleich zu anderen Vögeln verhältnismäßig langsam: „Das dauert immer ein bisschen, bis er sich in die Luft erhebt“, so Straub.

Jungvogel in Markt Schwaben gesichtet

Dabei hatte der LBV noch am vergangenen Donnerstag eine frohe Botschaft zu verkünden: „Nach acht Jahren ist wieder ein Jungstorch im Markt Schwabener Horst.“ Nachdem beim Kindergarten Vorschule e.V. bei der Renovierung 2014 ein neugieriger Arbeiter zu nahe ans Storchennest kam, flüchtete damals das heimische Storchenpaar, erzählt Straub. Nun konnte er dort endlich wieder zumindest einen Jungvogel vermelden.

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