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Das Storchenpaar auf seinem „Spielnest“, das es auf dem Flutlichtmasten gebaut hat.  

Neue Heimat in Markt Schwaben

Horst auf Flutlichtmast

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Eine gemütliche Wohnung mit bester Aussicht: Ein Storchenpaar hat sich in Markt Schwaben  diesen Wunsch erfüllt. Die Vögel haben sich ihren Horst auf einem Flutlichtmasten gebaut.

Markt Schwaben – Störche bringt man seit Jahrzehnten in Markt Schwaben mit dem Dach des Alten Schulhauses in Verbindung. Dort, wo sie sich Jahr für Jahr ihren Horst bauten. Dort, wo der Landesbund für Vogelschutz bereits vor vielen Jahren eine feste Kamera installierte, um Liveaufnahmen direkt zu senden an den Bildschirm unten am Eingang zum Kindergarten, um allen einen Eindruck zu verschaffen. Oder die Aufnahmen live ins Internet stellte. Dort, wo die Vögel schon Pate standen für ein benachbartes Neubauwohnprojekt.

So richtig angenommen wurde die traditionelle Herberge im Gerstlacher Weg heuer offenbar nicht. Richard Straub, Markt Schwabener vom Landesbund für Vogelschutz, glaubt den Grund zu wissen. Das Pärchen heuer hatte offenbar keinen Bruterfolg, die Eier im Horst blieben unbefruchtet. Die Hoffnung auf Nachwuchs war groß.  

Stattdessen hat sich das Paar in der Marktgemeinde einen anderen Standort gesucht. Und ihn gefunden. Seit gut zwei Monaten schon sind zwei Störche heimisch geworden im Sportzentrum, berichtet Peter Wetterich, der Platzwart. An einer Stelle, die nun wahrlich vor jedwedem Kontakt mit Menschen gesichert erscheint. Zwei Störche haben sich die Spitze einer der Flutlichtmasten für ihr trautes Heim ausgesucht. Den direkt neben dem Kampfrichterturm. „Ein sogenanntes Spielnest“, sagt Straub. Und das sei kein ungewöhnliches Verhalten bei Störchen, wenn die erste Brut erfolglos bleibt.

Wahrscheinlich war die erste Brut erfolglos

Ob es hier sich um die Störche handelt, die zuvor auf dem Alten Schulhaus heimisch waren, ist unklar. „Ich vermute es, gefühlsmäßig sage ich Ja“, bleibt auch Straub wage.

Tatsache aber ist und bleibt, dass sich ihre Behausung ganz dicht oberhalb der obersten Flutlichtlampenreihe auf einer Traverse befindet. Teile des Materials ragt ganz dicht an die Glühbirnen. Und das wiederum könnte mal zum Problem werden.

Die Gemeinde Markt Schwaben hat inzwischen längst mit der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Kontakt aufgenommen. Und dort die erhofften Hinweise bekommen, was zu tun ist. Straub sagt: „Wichtig sei jetzt, die Störche in Ruhe zu lassen und abzuwarten“. Noch besteht kein akuter Handlungsbedarf, aber sollten die gefiederten Gäste noch eine Weile bleiben und ihnen die Sommerspielpause der Fußballer wurscht sein, so wird man im Schwabener Stadion einstweilen zumindest das Licht ausgeschaltet lassen (müssen). Zu groß wäre die Gefahr, dass es dort oben in 34 Metern Höhe ansonsten ein Feuer geben könnte. Gut also, dass im Moment Fußball freie Zeit ist.

Futterplätze in direkter Nähe

Mit ihrem Umzug ins Stadion sind die beiden Störche, keine Frage, deutlich näher dran an ihren klassischen „Futtertrögen“. Bis ins Moos ist es quasi nur einen Wimpernschlag entfernt. Oder aber, so hat es Platzwart Wetterich auch schon erlebt, bedienen sich die beiden Freunde, inzwischen ist auch schon mal ein dritter Geselle dabei, direkt auf dem Spielfeld des Hauptplatzes. Dann, wenn zum Beispiel wie in diesen Tagen das Rasenspielfeld gemäht wird. Dann kommen die Störche auch schon mal bis auf wenige Meter ran. Und sie lassen sich von den Arbeitern auch kaum stören.

Beim Mähen, sagt Wetterich, falle immer mal wieder was an. Eine gedeckte Tafel quasi. Wetterich hat mit seiner Digitalkamera schon ein paar Schnappschüsse gemacht. Von ihm stammt auch das nebenstehende Foto. Ein Schnappschuss, denn die beiden Bewohner sind, sagt er, zurzeit oft unterwegs.

Im Frühjahr bauten zwei Störchen ein Nest auf dem Kindergartenhaus. Unseren Bericht dazu lesen Sie hier.

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