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Johannes Piller und seine Kollegen wollen den Kindern Spaß an der Bewegung vermitteln – vorrangig beim Fußball spielen.

Fußballschule für Kinder im Landkreisnorden

Trainieren wie die Großen

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Sie setzen auf Mannschaftsgeist: Der Markt Schwabener Sportwissenschaftler Johannes Piller (27) hat mit Kollegen eine Fußballschule gegründet.

Markt Schwaben – Bei seiner Tätigkeit als Pädagogischer Mitarbeiter im Markt Schwabener Jugendzentrum „Blues“ mit einer halben Stelle hat Johannes Piller schon sehr oft eine ganz spezielle Beobachtung gemacht: Dass nämlich junge Leute immer mehr Probleme haben, sich länger auf eine Sache zu konzentrieren. Um hier wenigstens ein wenig entgegenzuwirken, gibt es im JuZ schon mal gemeinsame Kochaktionen, wobei ganz bewusst einer für den anderen tätig werden muss. Ein eventuelles vorzeitiges Aussteigen Einzelner macht folglich ein gemeinsames Endprodukt unmöglich. Was sich dann doch kaum noch jemand traut.

Was im „Blues“ funktioniert, nämlich zum Beispiel durch gemeinsames Kochen Gruppendynamiken ausnutzen und so Teamarbeit und Motivation unter jungen Leuten zu fördern, klappt noch viel besser im sportlichen Sektor. Hat sich jedenfalls der 27-Jährige gedacht. Piller, ein studierter Sportwissenschaftler mit Schwerpunkt Pädagogik und seit zehn Jahren auch noch Leiter im Schwabener Jugendfußballbereich, kombinierte für sich sozusagen Studium, Hobby und seine beruflichen Erfahrungen aus der Jugendarbeit: Herausgekommen ist vor immerhin auch schon gut zwei Jahren eine eigene Fußballschule namens „mijo“, die der junge Schwabener als einer von zwei Gesellschaftern führt. Pillers Bachelor-Abschlussarbeit befasste sich übrigens mit einem Vergleich der Effizienz des Fördertrainings von Fußballschulen in der Umgebung. Seine Note sei nicht unerwähnt: 1,0.

Haupttätigkeitsbereiche der Fußballschule nach seiner Bauart sind zurzeit Markt Schwaben und Pliening. „Dabei muss es aber nicht bleiben“, so der Sportwissenschaftler. Bei Interesse könne und wolle man auch in anderen Gemeinden, auch im Nachbarlandkreis, tätig werden.

Seit dem Start haben bereits zwölf Trainingscamps stattgefunden. Dabei sind, vorwiegend in den Pfingst- und Sommerferien, maximal 16 Spieler beisammen, um drei Tage lang Themen wie Technik und Teambildung zu erlernen. Für die kommenden Pfingstferien sind noch ein paar freie Plätze zu haben. Kosten für alles einschließlich Verpflegung: 125 Euro. Geübt wird zum Beispiel das Passspiel, der Zweikampf oder der Torschuss. Sogar Videoanalyse kommt zum Einsatz.

Ganzjährig bietet das junge Schwabener Unternehmen, formell eine GbR (Gesellschaft des bürgerlichen Rechts), Fördertraining an. Etwa 600 solcher Einheiten hat es schon gegeben. In kleinen Gruppen findet wöchentlich ein Training statt. Piller betont, dass es dabei keineswegs darum geht, auf Teufel komm heraus junge Leute für etwaige Profikarrieren heranzuziehen, wohl aber ihnen ein professionelles Training zu ermöglichen.

Johannes Piller und seine Mitstreiter Michael Hieber, Alexander Schmidbauer und Jakob Maier wollen, das ist die genau definierte Zielsetzung, die Leidenschaft der jungen Mädchen und Buben für den Fußballsport kanalisieren und ihren ein kindgerechtes, trainingswissenschaftlich fundiertes Training anbieten. Ganz nach der Maxime: Spaß ist die Grundlage für eine optimale sportliche Entwicklung. Und nicht nur sportlich.

„Es ist nicht wichtig, dass unsere Kinder schon ein hohes fußballerisches Niveau haben. Es geht nicht um ihren Leistungsstand, sondern um ihre Entwicklung,“ sagt der Fußballschulbetreiber. Johannes Piller ist fest davon überzeugt, dass junge Leute, die sich für einen gewissen Zeitraum intensiv mit einer Sportart befassen, wichtige Tugenden wie Teamfähigkeit oder soziale Kompetenzen ebenso gut erfahren und erlernen können wie etwa in der herkömmlichen Schule.

Und willkommene Nebeneffekte gibt es ja auch noch. Piller: „Ein sportlicher Lebensstil hat großen Einfluss auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Wer Spaß am Fußball hat, sollte diese Bewegungsfreude gezielt nutzen.“

Das Gesamtkonzept des Unternehmens ist zurzeit noch auf Fußball beschränkt. Grundsätzlich sei es aber auch denkbar, sich mit anderen Mannschaftssportarten zu befassen. Moderne Trainingsmethoden ließen sich schließlich im Grundsatz auch auf andere Ballsportarten übertragen.

Drittes Standbein ist das so genannte Coaching. In seinem Ehrenamt als Jugendleiter bei der Spielvereinigung Markt Schwabener Au hat Piller oft genug erlebt, dass es engagierte Eltern von Fußballkindern sind, die einen Spiel- und Trainingsbetrieb erst ermöglichen. Dass ihnen zumeist trainingstheoretisches Wissen fehle, sei kein Vorwurf, sondern im Grunde ganz normal. In unterschiedlicher Form bietet das Schwabener Unternehmen Hilfestellungen von außen an. Damit eine Frage sich dann nicht mehr stellt. Etwa: Wie organisiere ich eigenständig eine Fußballmannschaft? Bei der Firma „mijo“ kann man einen Trainer sozusagen mieten, an Fortbildungen teilnehmen oder sich die Fachleute zu den Trainingsstunden einladen.

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