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Nach einem versuchten Raubüberfall auf eine Spielothek in Markt Schwaben steht der 42-jährige Täter jetzt vor Gericht. Vor seiner Festnahme war er in die Ukraine geflüchtet.

Der Prozess hat begonnen

Mann überfällt Spielothek mit Spielzeugpistole des Sohnes - Nachricht der Mutter führt zu Festnahme

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Zugekifft und angetrunken hat ein Berufskraftfahrer eine Spielothek in Markt Schwaben überfallen. Dafür muss er sich jetzt nach einer Flucht in die Ukraine verantworten.

  • Vor zwei Jahren wurde eine Markt Schwabener Spielothek überfallen.
  • Der Verdächtige flüchtete zunächst.
  • Nun hat der Prozess begonnen.

Markt Schwaben – Die Tat hatte sich vor zwei Jahren ereignet. Der Mann (42) erbeutete zwar bei seinem versuchten Raubüberfall in der Markt Schwabener Spielothek nichts, weil die einzige Angestellte ihn geistesgegenwärtig mit dem Drücken des Alarmknopfes in die Flucht trieb. Jetzt bekommt der Angeklagte vor Gericht aber trotzdem die Rechnung präsentiert. Es geht um den Vorwurf des besonders schweren Raubes.

Am Freitag hat vor dem Landgericht München II der Prozess gegen den 42-Jährigen begonnen. Ob sich der Kasache zum Tatzeitpunkt in akuter Geldnot befunden hatte oder aus einer akuten Laune heraus handelte, blieb zu Prozessauftakt unklar.

Im Auto zufällig die Spielzeugpistole des Sohnes gefunden

Die Idee zum Überfall reifte in dem Angeklagten offensichtlich heran, als er im Auto zufällig die Spielzeugwaffe seines Sohnes (5) fand. Der Bub hatte sie dort wohl vergessen und liegen gelassen. „Es ist sein Lieblingsspielzeug“, sagte der Mann. Er steckte die Waffe ein und betrat gegen 2.35 Uhr früh die Spielothek in Markt Schwaben am Wiegenfeldring. Eine halbe Stunde ließ ihn die Angestellte noch zocken, dann war Spielschluss. Die Frau wollte den Laden zusperren.

Angestellte im Markt Schwabener Spielothek drückt den Alarmknopf

Als der 42-Jährige sich aber im Gehen auf der Höhe des Billardtisches befand, packte er die Angestellte plötzlich am Arm. Die konnte sich losreißen und den Alarmknopf drücken.

Der Angeklagte ergriff daraufhin die Flucht und verlor dabei noch ein paar Münzen, die er sich zuvor erspielt hatte. Dann rannte zu seinem Auto und versteckte sich darin vor der Polizei. Offenbar tat er das erfolgreich, denn niemand fand ihn. Die Beamten teilten mit, der Täter sei zu Fuß geflüchtet und gaben eine Personenbeschreibung samt Fahndungsfoto heraus, wonach der Mann etwa 1,70 Meter groß gewesen sei und bei der Tat Arbeitsbekleidung getragen habe. Eine sofort eingeleitete Fahndung nach dem Täter, bei der auch ein Polizeihubschrauber eingebunden war, verlief jedenfalls ohne Erfolg.

Nach Überfall auf Spielothek: Flucht führte in die Ukraine

Als die Beamten gegen fünf Uhr früh abrückten, begab sich auch der Angeklagte wieder auf die Straße und suchte das Weite, aber gleich richtig: Er steuerte die Ukraine an. Dreizehn Stunden später traf er bei seinem Onkel und seinem Cousin ein. Niemand von der Verwandtschaft wunderte sich über seinen spontanen Besuch.

Täter kehrt nach Flucht zurück: An der Grenze festgenommen

Doch dann erreichte den gescheiterten Räuber die traurige Nachricht seiner Mutter, dass sein Vater gestorben wäre. Der 42-Jährige entschloss sich, deshalb wieder nach Deutschland zurückzukehren und machte sich auf den Weg. Schließlich ging er der Polizei ins Netz und wurde an der Grenze fest genommen.

Von seinem Vater konnte er sich nicht mehr verabschieden, an dessen Beerdigung nicht teilnehmen, erzählte der Angeklagte vor Gericht. Zur Trauer gesellt sich jetzt auch die traurige Erwartung auf viele Jahre Haft wegen versuchten, besonders schweren Raubes, wegen der mitgeführten Spielzeug-Pistole. Der Prozess dauert an.

In Markt Schwaben kommt es immer wieder zu Überfällen: Mit Softairpistole: Mann überfällt Getränkemarkt in Markt Schwaben

Lesen Sie dazu auch: Mann bedroht Backshop-Mitarbeiter mit Waffe

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