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Die alte Kläranlage am Rande der Marktgemeinde nahe der Sägmühle: Abwasser werden hier schon lange nicht mehr geklärt. Markt Schwaben leitet alles nach Eitting; auf der Basis eines neuen Vertrages.

Jahrelange Verhandlungen

Schmutzwasser auf dem Prüfstand

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Markt Schwaben - Ein neuer Abwasser-Beseitigungsvertrag beendet eine jahrelange Hängepartie mit dem Zweckverband Erdinger Moos.

Wäre ein neuer Abwasserbeseitigungsvertrag zwischen der Marktgemeinde Markt Schwaben und dem Abwasserzweckverband Erdinger Moos in Eitting im Landkreis Erding (AZV) normales kommunalpolitisches Geschäft, Bürgermeister Georg Hohmann hätte ihn im Verlauf der jüngsten Bürgerversammlung in der Marktgemeinde  womöglich gar nicht erwähnt. Hat er aber. Und zugleich die Bemerkung angefügt, dass mit dem neuen Kontrakt endlich ein jahrelang hängendes Kapitel abgeschlossen worden sei.

Was bedeutet der nun auch schon seit ein paar Monaten geschlossene Vertrag für die Markt Schwabener Bürger? „Nichts!“, versichert der Rathauschef. Jedenfalls nichts, was sich kurz- oder gar mittelfristig ausdrücken ließe in veränderten Abwassergebühren. Für die Gemeinde insgesamt aber schon. Mit dem neuen Beseitigungsvertrag regeln der AZV und die Marktgemeinde untereinander Kriterien, nach denen der Verband die Abwasser aus dem Schwabener Netz übernimmt. Anders gesagt: Die Gemeinde kauft Abwassermengen, die sie aus ihrem eigenen Kanalnetz zunächst sammelt und danach einleitet in eine Leitung, die nach Eitting führt. Bei Abwässern werden die Mengen in der Einheit „Einwohnergleichwerte“ ausgedrückt. Laut Internet-Lexikon „wikipedia“ ist der Einwohnergleichwert ein Referenzwert für Schmutzfracht in der Wasserwirtschaft. Zitat: „Er kann auf den Biochemischen Sauerstoffbedarf (BSB5), den Chemischen Sauerstoffbedarf (CSB), den Stickstoff, den Phosphor, den gesamten organischen Kohlenstoff, die Schwebstoffe oder auf den Wasserverbrauch bezogen werden.“

23 000 Gleichwerte hat Markt Schwaben eingekauft. Festgelegt ist auch, welche Schadstoffe mitgeliefert werden dürfen. Daran hat sich mit dem neuen Vertrag auch nichts geändert. Trotzdem war eine Neuverhandlung nötig geworden, weil der Kommunale Prüfungsverband im alten Vertrag Unzulänglichkeiten ausgemacht hatte, so Hohmann. Der Altvertrag hatte noch Regelungen beinhaltet, die nicht wirklich schlüssig, rechtlich nicht immer aktuell und daher teils auch fehlerhaft waren. Mit dem Neuvertrag verpflichtet sich Markt Schwaben sinngemäß, alles zu tun, damit die gekauften Werte auch eingehalten werden.

Um dies sicherstellen zu können, hat sich die Marktgemeinde ein so genanntes Indirekt-Einleitkataster angelegt. Auch das brachte Hohmann bei der Bürgerversammlung zur Sprache. Alle örtlichen Gewerbetreibenden kamen darin auf den Prüfstand. Untersucht wurde, ob sie Abwasser erzeugen und wenn ja, welche. 82 Unternehmen und Betriebe in Markt Schwaben sind demnach katasterpflichtig. Die Palette der Indirekt-Einleiter ist groß und reicht von der Brauerei über Magna, die Tankstellen oder Restaurants bis hin zum Lackierer oder Metzgereibetrieb. Mit allen seien, so Hohmann, inzwischen Gespräche geführt worden. Um die abwassererzeugenden Gewerbetreibenden aber im Falle eines Überfschreitens der Gleichwerte in die Pflicht nehmen zu können, sei es nun noch nötig, eine kommunale Abwassersatzung entsprechend zu aktualisieren, also im Eventualfall auch Zwangsgelder aussprechen zu können, so Bauamtsleiter Franz Eichner.

Nach wie vor ist die Marktgemeinde weit und breit die einzige Kommune, die ihr Abwasserkanalnetz selbst betreibe. Ein Relikt aus früheren Zeiten. Mittel- bis langfristig müsse man sich mal Gedanken machen, so Hohmann, ob das so bleiben müsse. Das aber sei wohl derzeit eher ein Thema für die Zukunft.

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