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Die Weihersaison in Markt Schwaben ist eröffnet. Die Premiere ist gelungen. 

Weihersaison eröffnet

Beziehungschaos auf dem Kirchweiher

Was die Liebe so alles anrichtet. Am Ende ist jede(r) mit jedem verbandelt. So scheint es jedenfalls auf dem Kirchweiher in Markt Schwaben zu sein.   

Markt Schwaben – Dass der Theaterverein dem Titel des mittlerweile 34. Stücks am Weiher ein kleines „a“ angehängt hatte, hätte Autor William Shakespeare sicher nicht gestört. Im Gegenteil: Er hätte ebenso viel Spaß an der Inszenierung von Jung-Regisseur Ferdinand Maurer gehabt wie die vielen Zuschauer. Sie hatten bei der Premiere von „Ein Sommernachtstrauma“ einen vergnüglichen Abend erlebt, ein Liebes-Chaos aus dem Altertum, in Dramatik und Aussage immer noch aktuell.

Da ist einerseits, gespielt vor der erstklassigen Kulisse eines griechisch anmutenden Palasts, der Herzog von Athen, Theseus (Franz Hermannsgabner). Er hat die Amazonen im Krieg bezwungen, freut sich nun über seine „Beute“, die resolute Hippolyta (Christa Hermannsgabner). Die will er zur Frau nehmen.

Solches plant auch Egeus (Rainer Bigalke in herrlichem Rheinisch) für seinen Sohn Demetrius (Christian Jäger). Doch dessen Erwählte Hermia (Fabiana Bertram) liebt einen anderen, was aber Demetrius nicht zu stören scheint: „Keine Liebe ist doch kein Grund, nicht zu heiraten“.

Lysander (Tim Zeiff) heißt Hermias wirklich Begehrter, ein ziemlich einfältiger Jüngling. Falls sie ihn heiraten würde, würde ihr aber laut Herrscher Theseus „Kloster oder Tod“ drohen. Und so plant sie, mit dem Liebsten aus Athen ins ferne Theben zu flüchten, will sich mit ihm im Wald treffen. In diesem „Wald“, dargestellt auf einer zweiten Weiherinsel, mit bunten Blumen und blauen Leuchtdioden, tummelt sich Titania (Sabine Drobner), Königin der Elfen. Sie hat Ärger mit Gatte Oberon (Franz Stetter), der mit Glitzermantel und Leuchtkrone daherschreitet. Auch sie will zur Herzog-Hochzeit, meint ganz trocken über Hippolyta: „Bei der hat jeder Zahn eine eigene Frisur“.

Weil er seine Frau aus Eifersucht ärgern will, lässt Oberon den Diener Puck (Sabine Bogenrieder) nach einer Zauberblume suchen. Denn sie hätte eine verheerende Wirkung: Wer ihren Blütensaft im Auge spürt, verliebt sich augenblicklich ins erstbeste Geschöpf.

Spektakel auf zwei Seebühnen

Schließlich tritt noch Helena auf (Isabella Speckmaier). Sie liebt Demetrius, wird aber plötzlich von Lysander verfolgt. Zu allem Überfluss probt im Wald noch die chaotische Schauspieltruppe aus Handwerkern, die Philostrat, der quirlige Zeremonienmeister von Theseus (Ferdinand Maurer), eilig aufgestellt hat. Dabei kommt Weber Zettel (Michael Siegert), der eigentlich jede Figur im Hochzeitsstück spielen wollte, ganz unfreiwillig die Nummer eines Esels zu, abgöttisch verehrt von der infizierten Titania.

Verwirrung pur also am Weiher: Fast jeder liebt fast jeden, ein versöhntes Paar tanzt plötzlich auf einem schwankenden Kahn, Theseus legt vor seinem Haus einen fetzigen Rock-Song hin, seine Gattin fühlt sich als Schwester im Geiste von Feministin Alice Schwarzer. So kommt das begeisterte Publikum nicht aus dem Lachen heraus, freut sich am Schluss zusammen mit der Theatertruppe über eine Aufführung, die trotz Premieren-Nervosität absolut gekonnt verlief.

Aufführungen noch bis Anfang August

Die Zuschauer gehen gut gelaunt heim mit der Erkenntnis, dass den meisten Beifall nicht immer der Hauptdarsteller bekommen muss. Denn der heimliche Star des Abends ist Frank Seidl. Seine Rolle ist unspektakulär und strapaziert doch das Bauchfell - er spielt eine (äußerst bewegliche) Mauer.

Bleibt nur noch zu hoffen, dass auch alle weiteren Spieltermine, jeweils donnerstags, freitags und samstags, bis zum Schlussakt am 3. August vom Wetter so begünstigt sind wie der Premierenabend.

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