+
Auf einem gemeindlichen Gelände neben dem bestehenden Bau- und Wertstoffhof (wo sich zuletzt die Markt Schwabener Flüchtlingscontainer befanden) soll demnächst gebaut werden. Das Thema wurde im Rat ausführlich behandelt.

Bau- und Wertstoffhof sowie Heizwerk

Sorgen um Lärm und Gift

Mit dem Ende des Containerdorfs für Flüchtlinge bei der Feuerwehr geht es nunmehr kommunalpolitisch weiter mit der Frage, wie eine Erweiterung des Bau- und Wertstoffhofs sowie der geplante Umzug der Heizzentrale von der Mittelschule zum Erlberg vonstattengehen kann.

Markt Schwaben – Bebauungsplan „Feuerwehr und Flächen für kommunale Dienstleistungen“: So stand es am Dienstag auf der Tagesordnung im Gemeinderat. Überlegungen, in dem Bereich zwischen Feuerwehrhaus und Jugendzentrum einen neuen, erweiterten Bau- und Wertstoffhof anzusiedeln und zugleich auch die Heizzentrale für das Nahwärmenetz des Kommunalunternehmens KUMS (Donnerstag, 16. März, ist erster Spatenstich) zu errichten, sind bereits weit fortgeschritten. Für die Heizzentrale liegt sogar längst eine Genehmigung vor.

Weil bis dato nicht alle Planungen auf dem genannten Areal dem bestehenden Bebauungsplan entsprechen, war nun im Rat eine erste Änderung erforderlich geworden. Normalerweise eine Formsache, aber nicht in Markt Schwaben.

Im Verlauf der Debatte traten zwei Themenbereiche zutage, die im Plenum offenbar mit einem größeren Redebedarf verbunden waren: Der Lärmschutz und ein möglicherweise zu hoher Ausstoß von Formaldehyd. Das ist eine gasförmige chemische Verbindung, die u. a. auch in Holz vorkommt und praktisch bei allen unvollständigen Verbrennungen entsteht. Formaldehyd, das auch technisch, also von Menschenhand, in größeren Mengen hergestellt und in ganz unterschiedlichen Bereichen (Kosmetik, Holzbearbeitung) eingesetzt wird, kann bei unsachgemäßer Anwendung Allergien, Haut-, Atemwegs- oder Augenreizungen verursachen und gilt in höheren Dosen als krebserregend.

Auf Letzteres hatte im Sitzungsverlauf insbesondere Grünen-Ratsherr Joachim Weikel aufmerksam gemacht – und Messungen gefordert. Aufgegriffen hatte er das Thema Formaldehyd, weil in der Satzung zum Bebauungsplan festgeschrieben ist, welche Höchstmengen die Heizzentrale nicht überschreiten dürfe. Die Problematik sei den Behörden grundsätzlich bekannt und mit ihnen abgestimmt, hieß es dazu aus Richtung der Verwaltung. Schließlich war es SPD-Ratsherr Toni Richter, der in einer leicht überhitzten Debatte zu einer Versachlichung aufrief. Die Heizzentrale werde in der Summe deutlich weniger Formaldehyd ausstoßen als die vielen privaten Schornsteine, die vorhanden wären, gäbe es die zentrale Wärmeversorgung des KUMS nicht, sagte er sinngemäß. Bei zwei Gegenstimmen, also mit 18:2, entschied der Rat, den geänderten Bebauungsplanentwurf zu billigen und nunmehr die Öffentlichkeit ins Verfahren einzubinden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Paulina Martina aus Baldham
Beim Fototermin schlafen? Nein, so etwas fällt Paulina Martina nicht ein. Sie ist hellwach dabei und schaut neugierig in die Kamera. Klar, dass sich ihre Eltern Sabrina …
Paulina Martina aus Baldham
Mit dem Bus zur Wahlurne
Mit dem Abriss der alten Grundschule Karl-Sittler-Straße fehlen der Gemeinde Poing geeignete Räume für die Bundestagswahl am Sonntag. Für die Wähler aus Angelbrechting …
Mit dem Bus zur Wahlurne
Endlich: Drehleiter für die Vaterstettener Feuerwehr
Die Feuerwehr Vaterstetten bekommt ein Drehleiter-Fahrzeug. Kosten samt Aufbau und Ausrüstung: rund 650 000 Euro.
Endlich: Drehleiter für die Vaterstettener Feuerwehr
200 000 Wähler können Stimme abgeben
Rund 200 000 Bürger sind am Sonntag, 24. September, im Wahlkreis Erding-Ebersberg zu den Wahlurnen gerufen. Rund 98 000 Personen können in 151 Wahlbezirken im Landkreis …
200 000 Wähler können Stimme abgeben

Kommentare