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Die Schwabener Geistlichen Fuchs und Walter weihen den neuen Mehrwerthof ein.

Ganz neu und bislang einmalig

Der Mehrwerthof von Markt Schwaben

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Was ein Wertstoffhof ist, wissen die meisten inzwischen. Die Weiterentwicklung heißt Mehrwerthof.

Markt Schwaben – Gibt man im Internet das Wort „Mehrwerthof“ als Suchbegriff ein, so findet man, was kein Zufall ist, gleich mal ein paar Einträge, die allesamt mit der Gemeinde Markt Schwaben zu tun haben. In der Tat: Die Marktgemeinde ist seit gestern die erste Kommune im Landkreis Ebersberg, die über einen Wertstoffhof verfügt, der sozusagen die technische Weiterentwicklung der Wertstoffhöfe von Vaterstetten und Ebersberg verkörpert. Steht hier doch offiziell ab dem kommenden Mittwoch, 15. Januar, den Schwabener Bürgerinnen und Bürgern eine kommunale Einrichtung zur Verfügung, die nicht nur zur Annahme von herkömmlichem, wiederverwertbarem und wiederverwendbarem Wertstoff dient, sondern gezielter als je zuvor auf Müllvermeidung, Trennung und den Rückfluss von Rohstoffen in den Wirtschaftskreislauf setzt. Ein Mehrwerthof eben.

Hinein in die Kreislaufgesellschaft

Ein gewisser Stolz wehte also durch die Hallen, als die Pfarrer Herbert Walter und Karl-Heinz Fuchs, Bürgermeister Georg Hohmann, Bauamtsleiter Frank Eichner und Landrat Robert Niedergesäß vor das Auditorium traten zur offiziellen Einweihung des Bauwerks, das den künftigen ersten Mehrwerthof im Landkreis ebenso beherbergt wie den modernisierten Bauhof der Marktgemeinde. Ein solcher Hof stehe uns allen gut an, lobte Niedergesäß das jüngste kommunale Bauwerk der Marktgemeinde gleich mal in höchsten Tönen. Hier bekomme künftig der Kreislauf des Wiederverwertens und Müllvermeidens ganz neuen Schwung, so der Vaterstettener. Es sei eine in jeder Beziehung gute Investition der Gemeinde.

Eine, die jedoch nicht ganz freiwillig zustande kam, wie Georg Hohmann ansprach. Immerhin stand eine ganze Zeit lang seitens des Landratsamtes die weitere Betriebserlaubnis des alten Bau- und Wertstoffhofs massiv auf der Kippe. Die Gemeinde hatte also dringenden Handlungsbedarf, als es darum ging, ein neues Entsorgungszentrum für ihre Bürgerinnen und Bürger zu schaffen.

Der neue Hof bietet nun aber, so Hohmann, viel. Nicht nur, dass hier mit der anderwerk Gesellschaft für Neues Handeln in Bildung und Sozialarbeit mbH ein externer Betreiber mit ins Boot geholt wurde, sondern auch ein modernes Bezahlsystem ab kommender Woche greifen wird. Der Rathauschef dankte insbesondere dem Marktgemeinderat für eine aus seiner Sicht weit vorausschauende Entscheidung in die Zukunft. Der Mehrwerthof setze ein Zeichen für nachhaltiges Handeln und biete zugleich Chancen, Schulen oder das Jugendzentrum in die Gesamtkonzeption einzubinden, denn dem Mehrwerthof komme auch ein gewisser Bildungsauftrag zu.

Gemeinde ist stolz auf ihr neuestes Projekt

Bauamtsleiter Frank Eichner sprach von einem Gebäude, das für Anforderungen der Zukunft gebaut worden sei, ohne dass man die zur Stunde bereits genau benennen könne. Es werde demnächst daran gearbeitet, Kurse anzubieten und kreative Ideen zu entwickeln hin zu einer, wie er es nannte, „Kreislauf-Gesellschaft“.

Die Schöpfung und die Pflicht der Menschen vor Gott, sie zu bewahren, war das Hauptthema der beiden Geistlichen Herbert Walter und Karl-Heinz Fuchs, die die offizielle Einweihung vornahmen. Schöpfung bewahren bedeute auch den rechten Umgang mit den Dingen zu pflegen, die wir für gewöhnlich wegwerfen, so Karl-Heinz Fuchs. Gott traue uns zu, dass wir Menschen diese Welt gestalten, sagte sein katholischer Kollege Herbert Walter. Die Erde sei uns anvertraut worden, um mit ihr ehrfurchtsvoll, respektvoll und wertschätzend umgehen. Solange man aber noch so etwas wie Ramadama oder Diskussionen über Mülltrennung erleben müsse, gebe es diesbezüglich für nahezu alle Menschen noch viel Luft nach oben.

Übrigens: Im Duden (und zwar in der Online-Version, ist der Begriff „Mehrwerthof“ nicht zu finden.

Noch nicht.

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