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Das Containerdorf am Erlberg hat eine Bestandsgarantie bis Ende Februar. Was danach mit den derzeit 45 Bewohnern passiert, ist noch unklar.

Asyl in Markt Schwaben

Containerdorf kommt zum 28. Februar weg

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Markt Schwaben - Weil die Gemeinde das Grundstück für die Erweiterung des Wertstoffhofes braucht, müssen die Wohncontainer für Aslybewerber weichen. Wohin? Das ist noch völlig unklar.

Der 28. Februar 2017 markiert ein wichtiges Datum in Markt Schwaben. Nur noch bis zu diesem Termin wird das Containerdorf auf der Freifläche zwischen Feuerwehrgerätehaus und Bauhof bestehen bleiben. Was danach passieren wird auf dem Areal, ist weitgehend schon klar: Die Gemeinde plant an einer Erweiterung des Bau- und Wertstoffhofs. Wohin die derzeit im Dorf noch lebenden 45 Asylsuchenden kommen werden, ist zur Stunde noch völlig unklar.

Unklar ist auch, was aus dem bestehenden Schwabener Helferkreis werden wird. Bis Ende Februar werde man in jedem Fall tätig sein, bestätigte Joachim Weikel, Dritter Bürgermeister und Mitbegründer des Aktivkreises. Weikel sagte im Rahmen der siebten Integrationskonferenz im Bürgersaal Unterbräu, dass nach dem Auszug der Flüchtlinge aus der Gymnasialturnhalle der Helferkreis nach und nach geschrumpft sei. Gleichwohl gebe es noch eine Menge Aufgaben. Teilweise betreue man die von Markt Schwaben nach Pliening bzw. Grub gekommenen Asylsuchenden weiterhin, zumal sich immer wieder auch zwischen Helfenden und Asylflüchtlingen Beziehungen ergeben hätten. Auch Deutschkurse liefen noch weiter.

Größtes und zugleich schwierigstes Tätigkeitsfeld sei jedoch das Bemühen, für die Flüchtlinge, die inzwischen einen Bleibestatus bekommen haben und als Bewohner in Sammelunterkünften daher offiziell „Fehlbeleger“ sind, Wohnraum in Markt Schwaben zu finden. Selbst für die jungen Männer, die als anerkannte Flüchtlingen inzwischen in Lohn und Brot seien und für ihren Lebensunterhalt komplett alleine sorgen könnten, sei es in Markt Schwaben nahezu unmöglich, auf dem Wohnungsmarkt etwas zu finden. Einstweilen werden sie aber in den Zentralunterkünften wohnen bleiben können. Das Problem: Es gibt wenig bis gar keine passenden Wohnungen. Und auch die Bereitschaft, an Flüchtlinge zu vermieten, ist, so Weikel, bislang nicht sonderlich ausgeprägt gewesen. „Einige von uns haben über 200 Vermieter kontaktiert, zum Teil haben sie nicht einmal mehr Antworten bekommen“, so der Dritte Bürgermeister. Nach Weikels Angaben sei es bislang lediglich fünf anerkannten Asylanten gelungen, in Markt Schwaben Wohnraum anzumieten.

Bürgermeister Georg Hohmann nutzte diese Bemerkungen, um nochmals dafür zu werben, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Es gebe auch vonseiten der politischen Gemeinde Bemühungen, entsprechende Wohnungen zu beschaffen, aber noch keine konkreten Verträge, über die man öffentlich reden könne, so der Rathauschef. Hohmann sprach außerdem ein Grundstück des Freistaats auf Schwabener Flur an, über das nachgedacht werde.

Weikel betonte, dass viele der einst nach Markt Schwaben zugeteilten Flüchtlingen den Ort lieb gewonnen hätten und sehr gerne bleiben würden. Das gelte auch für die 45, die zurzeit noch in den Containern am Erlberg untergebracht seien. Sie womöglich ab März in andere Landkreise zu verfrachten, mache alle bisherigen Bemühungen um Integration zunichte. „Integration bedeutet nicht, dass man ihnen ein paar Brocken Deutsch beibringt. Integration, das sind in erster Linie Kontakte“, so Weikel. Die Verbindungen zum FC Falke oder zum VfB Forstinning, wo junge Leute in Fußballmannschaften integriert worden seien, oder zum Gospelchor der evangelischen Gemeinde seien gute Beispiele gelungener Integration.

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