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Desolater Zustand: So sieht die Fensterfront der Martk Schwabener Schule aus.

Markt Schwabener Lehrer gehen auf die Barrikaden

Unterricht in Schrott-Immobilien

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Nun haben auch die Markt Schwabener Grund- und Mittelschullehrer eindeutig Position bezogen und sich unmissverständlich für den Neubau eines Schulzentrums ausgesprochen.

Markt Schwaben – Der Personalratsvorsitzende der Grund- und Mittelschullehrer im Landkreis Ebersberg, Gerd Nitschke aus Anzing, sagte auf Anfrage der Ebersberger Zeitung, dass ihm binnen einer Woche 48 Unterschriften aus der Grund- und 39 aus der Mittelschule vorgelegen seien, wobei neben Lehrkräften auch die Angestellten unterschrieben hätten. Diese Liste werde nun Bürgermeister Georg Hohmann (SPD) „auf dem kleinen Dienstweg“ zur Kenntnis gebracht. Der hatte, so Nitschke, im Vorfeld der morgigen Marktgemeinderatssitzung (ab 19 Uhr im großen Besprechungsraum der Feuerwehr) versprochen, die Mandatsträger von der Unterschriftenliste in Kenntnis zu setzen. In der Sitzung wird es wieder um den Bau des kommunalen Schulzentrums gehen. Hier droht, wie berichtet, seit Monaten ein Bürgerbegehren, mit dem die bisherigen Planungsschritte obsolet werden könnten.

Mit ihren Unterschriften weisen die Lehrer auf den desolaten baulichen Zustand der beiden Schulgebäude hin. Wörtlich heißt es: „Der Unterricht kann nur durch bauliche Notmaßnahmen (Brandschutz, Container, Auslagerungen, etc.) aufrechterhalten werden. Eine Sanierung beider Gebäude ist nicht mehr möglich. Es muss möglichst schnell ein Neubau erstellt werden. Ja, ich unterstütze die Aktion zum Neubau einer Grundschule und Mittelschule in Markt Schwaben mit meiner Unterschrift.“ Nitschke sagte, dass nur von ganz wenigen Kolleginnen und Kollegen keine Unterschriften vorlägen.

Für den Anzinger, der zugleich Vizepräsident des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (BLLV) ist, ist das alles keine Überraschung. Er selber war von 1992 bis 2007 Lehrer an der Mittelschule Markt Schwaben und kennt den Zustand des Schulgebäudes noch immer im Detail. Schon in den 1990er Jahren sei das Wasser reingelaufen. Schon damals habe es im Winter Unterricht gegeben bei um die 14 Grad, so dass jeder Lehrer die Freiheit gehabt hätte, die Kinder nach Hause zu schicken, weil die Bedingungen unzumutbar gewesen seien, erzählt er. Statt entsprechender Sanierungen habe es allerdings stets nur Flickschustereien gegeben.

Und nun komme noch erschwerend dazu, dass mit den gefundenen Zwischenlösungen in Form von Containern weitere, neue Probleme ausgelöst worden seien und man inzwischen über schlechte Luft etc. und entsprechende Gutachten einschließlich Gegenmaßnahmen reden müsse.

So lange diese Gesamtproblematik in Grund- und Mittelschule schon besteht und wohl auch im Rathaus Markt Schwaben weitgehend bekannt ist, so lange wurde sie auch nie in aller Offenheit angesprochen. „Wir leben leider in einer Zeit, in der sich dieLehrer und die Schulleiter nicht trauen, solche Dinge offen anzusprechen“, sagt Nitschke, der als Personalratsvorsitzender oberster Interessenvertreter von gut 600 Lehrern und sonstigen Beschäftigten im Schulbereich im Landkreis ist. Der 53-Jährige ist nicht dafür bekannt, ein Blatt vor dem Mund zu nehmen. Zwar sei es nicht vordergründigste Aufgabe eines Personalrats, auf desolate Bauten im Schulbereich aufmerksam zu machen. Wohl aber, die Meinungen der Kollegen zu sammeln und entsprechend weiterzuleiten. Nitschke: „Damit man weiß, was die Lehrer in Markt Schwaben wollen.“

Verwundert ist er ingegen, dass bislang die Eltern nicht auf die Barrikaden gegangen sind, um die Interessen ihrer Kinder wahrzunehmen.

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