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Jakob Walker in seinem Büro im Pflegeheim Walterhof: Seit fünf Wochen leitet der 59-Jährige die Einrichtung in der Bahnhofallee in Markt Schwaben.

Pflegeheim Walterhof

Musiker, Theologe und BWL’ler als Heimleiter

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Ein Quereinsteiger hat das Pflegeheim Walterhof als Leiter übernommen. Er war zuvor studierter Musiker, Theologe und Betriebswirtschafter. 

Markt Schwaben – Weit weniger im Blickpunkt als die Altenheime der Arbeiterwohlfahrt (in der Trappentreustraße) und und der Firma Pichlmayr (im Burgerfeld) ist der Walterhof in der Bahnhofallee 2 in Markt Schwaben. Das hat einen leicht nachvollziehbaren Grund: Hierbei handelt es sich – erstens – um ein kleines Haus mit derzeit 40 Bewohnern. Und: Der Walterhof ist eine komplett geschlossene Einrichtung. In ihr finden „gerontopsychiatrisch und verwirrte Menschen, bei denen die Pflege in der bisherigen Wohnung nicht mehr möglich ist, ein neues Zuhause. Meist kommen sie aus den Bezirkskrankenhäusern...“, wie es in einer aktuellen Konzeptbeschreibung des Betreibers Dirk Bachmann heißt.

Bis vor ein paar Wochen wurde das Heim noch von Kathrin Schmittner geleitet. Die begann einst im Walterhof 2002 als Pflegedienstleiterin (PDL), war dann eine Zeit lang PDL und Heimleiterin in Personalunion und zuletzt „nur“ noch Einrichtungsleiterin – und das mit Leib und Seele und gefühlt fast rund um die Uhr. Aus gesundheitlichen Gründen ist sie zum 31. Juli ausgeschieden aus dem Team – ihr Nachfolger ist seither Jakob Walker.

Der 59-Jährige hat eine für einen Pflegeheimleiter recht ungewöhnliche berufliche Laufbahn aufzuweisen, wie er in einem Gespräch mit der EZ erzählt. Er ist der klassische Quereinsteiger. Aufgewachsen im Raum Heilbronn, studierte Walker zunächst Geige, Chorleitung und Komposition in Detmold. Es schloss sich ein zweites, diesmal theologisches Studium an. Walker gehört der Christengemeinschaft an und ist dort zuletzt Gemeindeleiter gewesen; vergleichbar mit den Aufgaben eines Pfarrers. Von 2009 bis 2011 folgte noch ein drittes Studium; diesmal das der Betriebswirtschaftslehre.

Parallel zum BWL-Studium arbeitete er jedoch auch als Betreuungsassistent im Altenpflegebereich. Einen ersten direkten Zugang, sagt Walker, habe er zu älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern bekommen nicht zuletzt durch seine seelsorgerischen Tätigkeiten als Theologe in Senioreneinrichtungen.

Vom Betreuungsassistenten qualifizierte sich Jakob Walker nach und nach zum Heimleiter. Eine erste Stelle in dieser Funktion übernahm er 2012. Zuletzt war er Chef eines Hauses in Inzell, das unlängst vom Betreiber geschlossen wurde. Über Stellenanzeigen fand Walker, der nach wie vor im Landkreis Traunstein wohnt, schließlich den Kontakt zur Markt Schwabener Einrichtung.

„Ich habe etwas gesucht mit einem guten Gefühl, was den Träger betrifft. Und eine Arbeit mit Gestaltungsmöglichkeiten und entsprechenden Kompetenzen“, sagt er. Heraus kam am Ende der Walterhof. Das Pflegeheim besteht seit 1955 und wurde 1989/90 und 2008 umfassend modernisiert.

Gleichwohl, und das ist kein Geheimnis, ist das Interieur des Hauses ganz ohne Frage in die Jahre gekommen. Manches davon, sagt Walker, sei durchaus beabsichtigt. Nicht von ungefähr bietet man Bewohnern und deren Angehörigen an, auch eigene, vertraute Möbelstücke oder persönliche Gegenstände mitzubringen, um sich so ein Zimmer selbst nach eigenem Gusto zu gestalten. Motto: Von Vertrautem umgeben zu sein, schaffe Wohlfühlatmosphäre.

Zehn Einzelzimmer gibt es im Heim, dazu 16 Doppelzimmer. Jakob Walker weiß, dass das längst nicht mehr den heutigen Gepflogenheiten entspricht. Zurzeit gehen alle Bestrebungen in die Richtung, möglichst nur noch Einzelzimmer anzubieten. Er verweist aber darauf, dass der Betrieb im Walterhof so, wie er stattfindet, auf Grundlage einer Bestandsschutzregelung vollkommen rechtens ist. Derzeit gebe es keine Bestrebungen, daran etwas zu ändern. Dass sein mittelfristiger Wunsch lautet, eventuell mal in einen Neubau ziehen zu können, sei dennoch erwähnt.

Einfacher für ihn wird es da schon werden, der Außendarstellung des Pflegeheims einen neuen Anstrich zu geben. Die Internetseite gehöre dringend aktualisiert und modernisiert, sagt Walker. Gleiches gelte für die Facebook-Seite. Ein Logo hatte der Walterhof bis jetzt auch nicht.

Was den täglichen Betrieb angeht, soll es laut Walker zuerst darum gehen, nach einer Phase größerer Fluktuation unter der Belegschaft die Personalseite möglichst umgehend zu ergänzen und neu zu stabilisieren. Wobei Walker betont, dass der Stellenschlüssel stets eingehalten sei.

Zahlreiche Neuzugänge gibt es derzeit. Und es könnten noch ein paar mehr werden. Dringend gesucht werden ein Mitarbeiter in der Hauswirtschaft, eine Teilstelle als Betreuungsassistent und zwei Pflegefachkräfte. Dann werde es auch wieder möglich werden, die gesamten Kapazitäten auszuschöpfen. Dass Personal seit Längerem rar ist und kaum zu finden, ist allerdings auch eine Wahrheit dieser Zeit.

Internet

www.pflegeheim-walterhof.de

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