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So schaut das neue Schulzentrum, von der Neusatzer Straße aus betrachtet, einmal aus.

Staunen im Gemeinderat

Markt Schwabener Schulzentrum soll 70,8 Millionen Euro kosten

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Damit hatte keiner gerechnet. Nach neuester Kostenschätzung soll das neue Schulzentrum in Markt Schwaben knapp 71 Millionen Euro kosten.

Markt Schwaben – Minimierter Keller. Offene Lernzonen, wie sie heute bei modernen Schulgebäuden üblich sind. Transparente Sporthalle mit großen Fensterfronten in einem Holztragwerk. Genügend Kapazitäten für die Volkshochschule. Robustes Material, helles Linoleum, helles Holz, intensive Dachbegrünung. Optionen für Fotovoltaik: Klang alles verdammt interessant und vielversprechend am Mittwoch, als das Architekturbüro Puppendahl aus Olfen (NRW) dem Marktgemeinderat und der Öffentlichkeit im Rahmen einer Sondersitzung die aktuelle Planung für den Neubau des kommunalen Schulzentrums aus dem Vorentwurf vorstellte. Zur Erinnerung: Das neue Schulzentrum ist mit einer sechszügigen Grundschule und einer zweizügigen Mittelschule geplant. Insgesamt können dort dann bis zu 1100 Schüler Platz finden.

Die Zeit für Träumereien wich dann aber doch schnell dem Blick auf die Realität. Über das Finanzielle sprach das Plenum dann nämlich auch – aber nichtöffentlich. Aus gutem Grund offenbar, denn die gestern via Pressemitteilung kolportierten neuen Zahlen werden womöglich noch für Diskussionsstoff sorgen.

Architekten sollen kostenbewusst planen

Aufgrund der angespannten haushaltlichen Situation wurde, so heißt es aus dem Rathaus, den Architekten und Fachplanern neben dem Raumprogramm „eine äußerst kostenbewusste Planung und Bauweise vorgegeben, auch in Bezug auf die späteren Betriebskosten“. Und weiter: „Zum Ende der Vorentwurfsplanung wird von Architekten und Fachplanern eine Kostenschätzung erstellt. Sie entsteht auf Basis von zu ,bauende Mengen’ und unter Verwendung von Kostenkennzahlen, die zum einen von vergleichbaren Projekten stammen und zum anderen vom Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern GmbH (BKI) zur Verfügung gestellt werden.“ Und genau diese Kostenschätzung wurde dem Marktgemeinderat in der nichtöffentlichen Sitzung am 10. April vorgestellt.

Zunächst war man von 45 Millionen ausgegangen

Die Kostenannahme nach dem Wettbewerb betrug 45 Mio. Euro brutto (Stand Oktober 2017), ohne Berücksichtigung der Abbruchkosten für die bestehende Mittelschule. Die Kostenschätzung für das Gesamtprojekt hat aktuell eine Summe von 55,7 Mio. Euro brutto ergeben, inklusive u.a. dem Abbruch der bestehenden Mittelschule. Da sich das Projekt noch in einer relativ frühen Planungsphase befindet, wird hier ein zusätzlicher Aufschlag von 17,5 Prozent für Unvorhergesehenes hinzugerechnet. Zusätzlich werde auch die aktuelle Auftragslage am Baumarkt mit bewertet, heißt es. Markt Schwaben befindet sich im Ballungsraum München, und dies spiegelt sich in den Angeboten für Bauleistungen wieder. Dafür wird als weiterer Zuschlag ein Baupreisindex hinzugerechnet. Somit werden als realistische Kosten für das Gesamtprojekt bis zur vollständigen Fertigstellung 70,8 Mio. Euro brutto angenommen.

Verwunderung im Plenum

Dieser neue Betrag habe einige verwundert, berichtete ein Ratsmitglied. Aber im Plenum herrsche auch die Einschätzung vor, dass hier sehr seriös gerechnet worden sei. Außerdem müsse man von den 70 plus x Millionen noch den Förderzuschuss abziehen, der nach neuesten Einschätzungen zwischen 50 und 75 Prozent betragen könnte.

Der Marktgemeinderat hat jedenfalls mit Beschluss vom vergangenen Mittwoch in nichtöffentlicher Sitzung die Vorentwurfsplanung samt Kostenschätzung freigegeben und die Beauftragung der nächsten Stufe, die Entwurfsplanung, beschlossen. Diese wird gemäß Terminplanung bis ca. Oktober 2019 andauern.  

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