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Norbert Prien musste seinen Schreibtisch räumen. 

Markt Schwabener Wirtschaftsförderer entlassen

Keine gemeinsame Basis

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Vielleicht zu forsch rangegangen und nicht die „richtigen“ Themen bearbeitet? Fakt ist, dass Bürgermeister Georg Hohmann den erst kürzlich engagierten Wirtschaftsförderer entlassen hat.

 Markt Schwaben – Ganz froh schien man vor Monaten noch im Marktgemeinderat zu sein, als dem Plenum mit Norbert Prien der lokale Wirtschaftsförderer präsentiert wurde, den sich insbesondere Bürgermeister Georg Hohmann seit längerer Zeit sehnlichst für den Ort und dessen Entwicklung gewünscht hatte. Ziemlich forsch ging der in Wirtschaftsfragen erfahrene Mann dann auch an die Sache ran. Formell hatte Prien, der als externer Mitarbeiter einer Zeitarbeitsfirma im Schwabener Rathaus agierte, dabei eine halbe Planstelle inne. Einigen im Rat erschien der Neue angesichts seiner umfassenden, auch internationalen Erfahrungen sogar ein wenig überqualifiziert zu sein für Markt Schwabener Aufgabenstellungen.

Am vergangenen Dienstag aber war schon wieder und endgültig Schluss. Wie Hohmann gestern der Ebersberger Zeitung berichtete, hatte er im Verlauf der jüngsten nichtöffentlichen Sitzung des Marktgemeinderates seine Entscheidung bekannt gegeben, sich umgehend von Prien zu trennen. Man habe komplett unterschiedliche Auffassungen davon gehabt, was ein Wirtschaftsförderer speziell in Markt Schwaben zu leisten habe, heißt es. Kraft seiner Kompetenz als Erster Bürgermeister ist Hohmann für derartige Personalentscheidungen alleine zuständig, den Marktgemeinderat musste er daher vorher nicht fragen. Laut Hohmann seien von ihm konkret gestellte Aufgaben nicht so erledigt worden, wie er sich das erwartet habe.

Insbesondere habe er sich nicht nur Quantität, sondern mehr Qualität erhofft. Der Rathauschef fügte an, dass stattdessen auch Dinge von Prien angestoßen bzw. erledigt worden seien, die er so eigentlich nicht habe machen sollen. Auch den einen oder anderen Alleingang habe es gegeben. „Wir sind in unseren Vorstellungen nicht zusammengekommen“, so Hohmann weiter.

Was genau ein Wirtschaftsförderer im Schwabener Rathaus machen sollte, das ist dem Vernehmen nach nirgendwo exakt aufgeschrieben, sondern war Norbert Prien vor seinem Dienstantritt mündlich unterbreitet worden. Vielleicht ein Fehler. Im Dezember schrieb diese Zeitung zur damaligen Aufgabenstellung Priens und mit Blick auf mögliche Wirtschaftsneuansiedlungen in Markt Schwaben: „Um bei ungebrochen starker Nachfrage und begrenzten Möglichkeiten, diese zu befriedigen, die genau richtigen Entscheidungen zu treffen, erschien es Hohmann ... wichtig, einen Fachmann beratend mit ins Boot zu holen. Akquise und Erstbetreuung ist aber nur ein Betätigungsfeld Priens. In den ersten zwei Monaten war er noch mehr damit befasst, ein seit geraumer Zeit nicht unbelastetes Verhältnis der Verwaltung mit bestehenden Gewerbestrukturen, hier speziell mit dem Verein „2030“, zu entzerren.“

Laut Prien habe er, so berichteten wir, bis Dezember viel Zeit damit verbracht, Gespräche, auch im Kleinen, zu führen. Dabei sei es u.a. nicht selten um kleine Wünsche und Bedürfnisse der örtlichen Gewerbetreibenden gegangen: Unbefriedigende Parksituation vor dem eigenen Laden oder digitale Neugestaltung, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Schon die formelle Schaffung der halben Stelle für die lokale Wirtschaftsförderung im vergangenen Jahr war 2018 politisch keine einfache Sache. Die ZMS-Fraktion schrieb damals in einem Beitrag auf ihrer Homepage kritisch und mit einem Hauch Häme: „Der Wirtschaftsförderer soll der Heilsbringers für Markt Schwaben werden.“ Inzwischen hat die Suche nach einem neuen Wirtschaftsförderer begonnen.

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