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Die Mittelschule in Markt Schwaben. Nun soll sich entscheiden, was baulich mit ihr passieren wird. Abriss und Neubau oder Sanierung sind Optionen.

Schwabener Schulpolitik

Entscheidende Weichenstellungen 

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Markt Schwaben - Sondersitzung des Marktgemeinderates. Was machen mit Grund- und Mittelschule, was mit dem Jahnsportplatz? Oder gar eine  ganz neue Idee weiter verfolgen? 

Wenn man kurz vor Heiligabend, also zum gefühlten Höhepunkt der so genannten staden Zeit, eine Sondersitzung des Gemeinderats eingeräumt, geht es in den seltensten Fällen um kommunalpolitische „Peanuts“, sondern um Wegweisendes. Der Markt Schwabener Marktgemeinderat tagt – wieder einmal – am Dienstag, 20. Dezember, ab 19 Uhr, öffentlich im großen Schulungsraum der Feuerwehr. Und in der Tat will das Gremium, und das ist keine Übertreibung, eine Entscheidung von für die Gemeinde und die Gemeinschaft zukunftsweisender Dimension treffen. Es geht um die Frage, ob, wie, wo und wann man die Marktgemeinde als Schulstandort auf einen modernen, zeitgemäßen Stand bringen will; also hier konkret um die Grund- und Mittelschule der Zukunft. Diese beiden Schulen befinden sich, im Gegensatz zu Realschule und Gymnasium, in der Verantwortung der Gemeinde.

Vier Dinge spielen dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Erstens: Sollen die teils maroden Gebäudeteile der Mittelschule generalsaniert oder abgerissen werden? Zweitens: Wie löst man das seit Jahren akut vorhandene Raumproblem der baulich sicherlich noch intakten Grundschule? Zuletzt hatte man sich bekanntlich mehr oder weniger gut mit Containern beholfen. Drittens: Darf und soll der traditionsbeladene, aber im Grunde heruntergekommene Jahnsportplatz samt Umkleidetrakt geopfert werden? Muss man ihn vielleicht sogar aus finanziellen Gründen opfern, um auf dem dann deutlich größeren Gelände zwischen Habererweg und Herzog-Ludwig-Straße eventuell noch ein paar Häuser unterzubringen. Grundstücke in dieser so zentralen Lage brächten sicherlich nicht unbedeutende Erlöse.

Und, last not least: Wie soll das Ganze, man spricht von einem zweistelligen Millionenbetrag, finanziert werden von einer Kommune, die bekanntlich seit Jahren nicht im Geld schwimmt?

Und einen ganz neuen Aspekt gilt es nun auch noch zu berücksichtigen. Die kleine ZMS-Gruppe hatte im Vorfeld der morgigen Marktgemeinderatssitzung einen Alternativvorschlag öffentlich gemacht: Den Bau eines ganz neuen Bildungszentrums außerhalb des Ortskerns. Wo das theoretisch stattfinden könnte, wird in dem Antrag jedoch nicht genauer lokalisiert.

Erschwerend kommt bei alledem hinzu, dass eine etwaige Sanierung des einstigen Hauptschultrakts naturgemäß im laufenden Schulbetrieb durchgeführt werden müsste. Dass genau das nicht passieren möge, darum hatte die Leitung der Mittelschule schon vor geraumer Zeit dringend gebeten; nicht zuletzt aus pädagogischen Gründen. Nicht zuletzt aber auch aus Erfahrungen, die Schulen an anderen Standorten mit solchen Vorgehensweisen gemacht hatten. Etwas Anderes als ein Neubau neben der bestehenden Mittelschule ist daher aus Sicht der schulisch Verantwortlichen kaum vorstellbar.

Die Debatte um das Schulzentrum der Zukunft ist ja nicht neu in der Marktgemeinde. Die Dringlichkeit, im Mittelschulbereich zu sanieren, kennt man seit mindestens 20 Jahren. Langfristig und für die Zukunft ertüchtigt wurde das, was heute die Grafen-von-Sempt-Mittelschule ist, nie.

Es gibt sogar schon grobe Planungen, wie eine neue Grund- und Mittelschullösung ausschauen könnte. In Gremien des Gemeinderats wurden diese unverbindlichen Vorplanungen schon öffentlich präsentiert. Von einer baulichen Zusammenführung der beiden Schulen war dabei die Rede. Von multifunktionalen Klassenräumen. Von Optionen, auch andere Nutzungen wie etwa durch die Volkshochschule zu ermöglichen. Weil aber im Rat das schulpolitisch für nötig Erachtete insbesondere mit der Frage nach dem Schicksal des Sportplatzes nie wirklich zusammenzufügen war, hatte sich im Gemeinderat auch nie eine stabile Basis für irgendwas ergeben. Wir hätten, sagt Bürgermeister Georg Hohmann, womöglich schon eine Mehrheit zusammenbekommen. Aber einen Schulbau in dieser Dimension lediglich mit einem 13:12 Votum (oder ähnlich knapp) anzugehen, war dem Rathauschef dann doch etwas zu unsicher.

Nicht zuletzt deshalb hatte sich das Plenum heuer Hilfe von außen geholt: einen Mediator. Zweimal hat man getagt; nichtöffentlich. Nun, am kommenden Dienstag, glaubt und hofft Hohmann, dass es Zeit sei für eine Entscheidungsfindung. Die Tagesordnung umfasst acht Punkte: Bericht über die Mediation des kommunalen Schulzentrums, Ersatzbau Mittelschule, Ersatzbau Grundschule, Erhalt des derzeitigen Grundschulkomplexes, Auslobung eines städtebaulichen Realisierungswettbewerbs, Ideenteil eines städtebaulichen Wettbewerbs für das Grundschulkonzept, Entwicklung der Sportanlagen/Jahnsportplatz und ein Raumprogramm.

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