Marga Kappl bleibt lieber daheim
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Nur mal kurz an die Tür: Marga Kappl bleibt zu Hause und nutzt die Zeit in der Corona-Pandemie, um kreativ zu sein – ganz ohne Lagerkoller.

Kreativ zu Hause

Mehr Ruhe als erhofft: Marga Kappl arbeitet fleißig an neuen Theaterstücken

  • Raffael Scherer
    vonRaffael Scherer
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Eigentlich wollte die Markt Schwabener Theatergröße Marga Kappl ihren Ruhestand genießen. Doch dann packte sie wieder die Lust am Schreiben für die Bühne.

Markt Schwaben – Noch vor genau einem Jahr im Januar hatte sich Marga Kappl (76), die erste Ehrenbürgerin Markt Schwabens, aus der Theaterarbeit zurückgezogen. Um nach all den Jahren ein wenig zur Ruhe zu kommen. Weg von Theaterproben mit Jung und Alt. Weg von den vielen organisatorischen Anstrengungen, die mit der Produktion eines Theaterstückes einhergehen.

Die gewollte Ruhe bekam sie pandemiebedingt sogar noch mehr, als sie sich erhofft hatte. „Davor war es immer hektisch, ich war immer engagiert und es gab immer was zu tun“, erinnert sie sich. Dank des Coronavirus sei sie dann „zunächst in ein größeres Loch gefallen“.

Gleich mehrere Projekte in Planung

Doch wer Marga Kappl kennt, weiß: Lange ruhig bleibt es bei ihr sowieso nicht. „Ich hab mir dann vorgenommen, dass es so nicht weitergeht, dass ich nur rumhänge, also habe ich dann meine Projekte wieder angefangen“, erinnert sie sich. Also gleich mehrere Projekte auf einmal? Das ist die Marga Kappl, die wir kennen.

Zum einen ist sie dabei, ein Kinderbuch zu veröffentlichen. „Ich bin ein Freund der Störche“, erklärt sie ihre Ursprungsidee. Daraufhin verfolgte sie das Leben der Störche genauer, und heraus kam schließlich das Buch „Das Störchlein Fritz“. Laut Kappl handelt es „von der Geburt des Störchleins bis zum Abflug nach Afrika“. Witzig und informativ zugleich für jung und alt ab vier Jahren. Mittlerweile hat sie auch einen Verlag gefunden. Jetzt müssen nur noch die Zeichnungen angefertigt werden, dann kann ab Sommer in jedem Buchladen, und natürlich auch bei Kappl persönlich, das Buch erworben werden.

Kindertheaterstück „Papa ist in Rio“

Doch ganz ohne Theater geht es für Marga Kappl natürlich nicht. Darum schreibt sie das Kindertheaterstück „Papa ist in Rio“. Das Drama handelt von einem Mädchen, dessen Vater berufsbedingt für ein Jahr nach Rio zieht. Die Tochter, bisher bekannt als gute, nette Schülerin, verkraftet die Abwesenheit des Vaters schlecht und gerät in ein Tief. So kommt es zu Schlägerei, zum Einschreiten des Jugendamts und Therapie. „Es gibt zwar jemanden, der sie dann aus dem Tief herausholt, aber wer das ist, will ich noch nicht verraten“, sagt Kappl verschmitzt. Das Stück sei etwa zur Hälfte fertig geschrieben. Wenn sie dann mit der endgültigen Fassung zufrieden ist, möchte sie es der neuen Leiterin des Kindertheaters des Theatervereines in Markt Schwaben vorschlagen.

Und natürlich – alle guten Dinge sind drei – auch an einem Stück für Erwachsene arbeitet sie parallel. Einem biografischen Theaterstück über Lena Christ. „Das Leben dieser Frau hat mich sehr bewegt“, sagt sie. Es spiegle ein halbes Jahrhundert wieder, voller unwirklicher Situationen des Ersten Weltkriegs. Das Exposé für das Stück stehe schon, an der Ausführung fehle es aber noch weit. Doch Kappl stellt enthusiastisch klar: „Das will ich unbedingt packen“. Auch dieses Stück möchte sie dem Theaterverein vorschlagen.

Das Leben dieser Frau hat mich sehr bewegt.

Marga Kappl über Lena Christ

Bei all diesen Projekten hat die Ehrenbürgerin ein weiteres Hobby für sich entdeckt: „Ich konnte vorher ganz normal kochen, aber jetzt kann ich richtig gut kochen“, sagt sie und lacht. Marga Kappl ist stolz, dass aus ihr dank der Pandemie doch noch eine gute Köchin geworden ist. Heute stehe „Hähnchen im Römertopf“ auf dem Programm.

Als Risikopatientin bleibt sie fast durchgehend zu Hause, den Wocheneinkauf stellt der Sohn vor die Tür. Aber das ist für Kappl kein Problem: „Ich bekomme so schnell keinen Lagerkoller, dafür halten mich meine Projekte zu sehr am Leben“, ist sie sich sicher. Und damit stehen die Chancen gut, dass früher oder später neue Ergebnisse aus dem Hause Kappl betrachtet werden können. „Mich treibt ja eigentlich nichts an, außer mein Ehrgeiz“, stellt sie mit Blick auf ihre Vorhaben zufrieden fest.

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