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Vor dem Amtsgericht Ebersberg war eine junge Frau und ihr Freund wegen Diebstahls angeklagt, weil sie aus einem Kleidercontainer ihre eigene Kleidung wieder rausholen wollte, die ihre Mutter dort eingeworfen hatte.

Kurioser Fall vor dem Amtsgericht Ebersberg

Tatwerkzeug im Kinderwagen

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Die Folgen eines kuriosen Familienstreits in Markt Schwaben wurden jetzt am Amtsgericht Ebersberg verhandelt. Es ging am Ende um einen aufgebrochenen Kleidercontainer. 

Markt Schwaben – Ein Familienstreit fand jetzt seine Fortsetzung vor dem Ebersberger Amtsgericht. Eine 46-jährige Markt Schwabenerin hatte ständig Konflikte mit ihren Kindern, was auch ein Vertreter des Jugendamtes in der Verhandlung bestätigte. Nach einem Streit im März mit ihrer 22-jährigen Tochter steckte die Mutter die Kleidung der jungen Frau und ihres Kleinkindes in Müllsäcke, verstaute diese zunächst im Keller und entsorgte sie dann in einem Altkleider-Container. Von dort wollten sie der Bruder der jungen Frau (17) und ihr damaliger Freund (21) zurückholen. Das klappte jedoch trotz des Einsatzes eines mitgebrachten Schraubenschlüssels nicht. Jedoch wurde der Container dabei so stark beschädigt, dass er inzwischen verschrottet wurde. Die beiden jungen Männer wurde nun wegen gemeinsamer Sachbeschädigung verurteilt. Der Bruder muss drei Tage soziale Arbeit ableisten, der Ex-Freund eine Geldstrafe von 800 Euro bezahlen.

Ein Zeuge hatte sowohl die beiden jungen Männer als auch die junge Frau am Container neben der Kirche gesehen und die Polizei alarmiert. Als die Beamten eintrafen, wollte das Trio gerade verschwinden. Die Frau hatte ihr Kind im Kinderwagen dabei. Dort fanden die Polizisten auch den Schraubenschlüssel. Die junge Frau betonte jedoch, sie habe versucht, ihren Bruder und ihren damaligen Freund davon abzuhalten, den Container aufzubrechen, was ihr Bruder bestätigte. Und sie erklärte, sei hätte versucht, beim Betreiber des Containers anzurufen, habe aber niemanden erreicht.

Der Ex-Freund räumte ein, er habe den Schraubenschlüssel in den Kinderwagen gelegt. Und der 21-Jährige betonte: „Wir hatten nicht die Absicht etwas zu klauen. Wir wollten nur holen, was ihre Mutter reingeschmissen hat.“ Die 46-jährige war auch vor Gericht geladen, wollte aber keine Aussage machen.

„Die Geschichte ist glaubwürdig“, so Staatsanwalt Christoph Adacker. Er forderte in seinem Plädoyer eine Geldstrafe für den Exfreund und soziale Arbeit für den Bruder. So ähnlich sahen des auch die Verteidiger der Angeklagten, Florian Alte und Lena Hingerl.

Der Schaden von 250 Euro sei keine Bagatelle, aber auch nicht in einem große Rahmen, so Richter Dieter Kaltbeitzer. Ein versuchter Diebstahl lag aus seiner Sicht nicht vor. Also blieb die gemeinsame Sachbeschädigung. Die junge Frau wurde übrigens freigesprochen. Sie ist inzwischen von Zuhause ausgezogen.

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