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Das Blockheizkraftwerk steht kurz vor der Fertigstellung.

Fernwärme in Markt Schwaben

Auf den letzten 50 Metern

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Nur noch 50 Meter fehlen, dann ist das Nahwärmenetz in Markt Schwaben komplett. Mitte September soll es in Betrieb gehen.

Markt Schwaben– Nein, fertig ist das, was da als neue Heizzentrale des Kommunalunternehmens Markt Schwaben, KUMS, gerade am Erlberg entsteht, noch nicht. Von außen sind an dem Funktionsbau derzeit nur die kahlen Betonwände zu sehen. Der Aufbau in Holzständerbauweise für das künftige Büro fehlt noch gänzlich. Die Bauteile dafür befinden sich gerade in der Fertigung, heißt es. Ein Außengerüst steht ebenfalls noch.

Bernhard Wagner, einer der Geschäftsführer, ist dennoch gelassen. Er macht jedenfalls nicht den Eindruck, als würde ihn der aktuelle Baufortschritt ins Schwitzen bringen. Mitte September soll die technische Anlage funktionstüchtig sein. Und Wagner geht fest davon aus, dass das zu schaffen sein wird. Dann soll nämlich die neue Heizzentrale in Betrieb gehen. Und dann soll auch der noch fehlende Rest an Zuleitung zum schon bestehenden Wärmenetz im Zentrum Markt Schwabens hergestellt sein.

Es geht noch um gut 50 Meter. Was den Leitungsbau angeht, hinke man womöglich wegen des besonderen Sommerwetters 2017 ein wenig hinterher. Der Zeitplan für das Gesamtprojekt aber sei dadurch nicht in Gefahr, versichert Wagner, zugleich Geschäftsführer der Gemeindeverwaltung. Auch der politische Streit um ein Biotop, das im Zuge des Leitungsbaus zerstört worden war (wir berichteten), habe zu keinem Verzug geführt.

In einvernehmlichen Gesprächen, bei denen auch die untere Naturschutzbehörde vertreten gewesen sei, habe man sich laut Wagner darauf geeinigt, dass das Biotop auf der Rückseite des Feuerwehrhauses wieder hergestellt werde. Und zwar so, dass die entstandenen Zusatzkosten von der Baufirma zu tragen seien. Davon gehe das KUMS jedenfalls aus.

Das künftige Herzstück der Nahwärmeversorgung, ein so genanntes Blockheizkraftwerk, steht dagegen bereits. Es wird demnächst, in gut drei Wochen, mit Erdgas betrieben. Die dafür erforderliche Zuleitung, üblicherweise bei Gas in gelben Rohren, besteht in größten Teilen schon. Zurzeit läuft die Ausschreibung mit einem Lieferanten, berichtet der Geschäftsführer.

Das Prinzip: Das neue Kraftwerk liefert zunächst einmal Strom, der zu 100 Prozent direkt vermarket werden wird – also ins allgemeine Netz eingespeist wird. Auch hier befinden sich die Ausschreibungen und die damit verbundenen Verträge auf der Zielgeraden. Die entstehende Abwärme bei der Stromerzeugung dient schließlich der künftigen Wärmeerzeugung. Auch ein alter Gaskessel, der sich jetzt noch im provisorischen Heizwerk im Habererweg befindet, wird aus- und umgebaut und später am Erlberg wieder eingesetzt. Das soll laut Wagner ab Mitte September passieren. Dieser wiederverwendete Kessel wird Spitzen, etwa im Winter, abdecken helfen. Und er wird als Ersatz benötigt für den Fall, dass die neue Anlage einmal nicht funktionieren sollte. In dem neuen Betriebsgebäude vis a vis der Feuerwehr ist zudem noch genügend Platz für ein zweites Blockheizkraftwerk. Dann, wenn die Nachfrage nach Nahwärme in der Marktgemeinde weiter steige sollte, so Wagner.

Es gebe, so der Geschäftsführer weiter, immer wieder positive Signale, was die Neukunden-Werbung angehe. Die Wohnungsgenossenschaft Ebersberg habe zuletzt Verträge für geeignete Wohnungen unterschrieben. Es existiere auch eine Option, in Zukunft weitere genossenschaftliche Wohnungen an der Rektor-Haushofer-Straße anzuschließen. In Verhandlungen sei man zurzeit zudem mit dem Katholischen Siedlungswerk. Private Interessenten für einen Anschluss können sich jederzeit ans KUMS wenden. Weitergehende Infos findet man auf der Homepage der politischen Gemeinde unter www.markt-schwaben.de.

In diesen Tagen, sagt Wagner, werde ein erster Pufferspeicher an der Rückseite der Heizzentrale aufgebaut und danach mit 100 Kubikmeter aufbereitetem Wasser gefüllt. Wenn dann auch die Leitung komplett sei, werde von der neuen Heizzentrale aus das Leitungsnetz gefüllt.

Wagners akutestes Problem zurzeit: Vergangene Woche hatten Unbekannte die zur Sicherheit dienenden Absperrungen in der Rektor-Haushofer-Straße in den Graben geworfen. „Gefährlich“, sagt, Wagner. Das KUMS hat daher Anzeige erstattet.

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