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Ganz unscheinbar und schlicht: Rechts neben der Kirche wurde die neue Sakristei angebaut.

Neue Sakristei der Philippuskirche

Teure Angelegenheit

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Mehr als doppelt so teuer als geplant: Die neue Sakristei an der Markt Schwabener Philippuskirche geht der evangelischen Kirchengemeinde richtig ans Geld.

Markt SchwabenDie neue Sakristei im direkten Anschluss an die evangelische Philippuskirche in Markt Schwaben sollte, so war es mal geplant, zu Ostern eingeweiht werden. Daraus wurde nichts. Insbesondere auch, weil sich die Entsorgung von Altlasten (wir berichteten) als aufwendiger und am Ende auch teurer erwies als zunächst gedacht.

Inzwischen ist der Anbau fast fertig. Fast. „Es ist schön geworden“, schwärmt Pfarrer Karl-Heinz Fuchs, der sich wie seine Kollegen in dem Neubau auf die Gottesdienste vorbereitet. In Gebrauch ist die neue Sakristei bereits, auch wenn noch Kleinigkeiten fehlen; etwa ein Waschbecken. Fuchs hofft, dass das bis Mitte Juli auch erledigt sein kann, so dass es dann auch eine Art Einweihung wird geben können.

Allerdings eine, die mit erheblichen Kostensteigerungen im Zuge der Baumaßnahme verbunden sein wird. „Der Bauleiter von Büro Meck hat bei der neuesten Kostenprognose geschätzt, dass der Bau der Sakristei trotz Leichtbauweise erheblich teurer kommen wird als geplant“, hatte Fuchs via Gemeindebrief noch in der Mai/Juli-Ausgabe angekündigt. Bei der ursprünglichen Kostenschätzung des Architektenbüros vom August 2016 waren demnach Gesamtbaukosten für die Sakristei von 71 340 Euro angesetzt.

Der Gesamtbetrag der Mehrkosten wird nunmehr mehr als doppelt so hoch liegen, so Fuchs auf Anfrage der EZ. Sakristei und Gemeindezentrum zusammen werden, so der evangelische Seelsorger, nach der jüngsten Aktualisierung der Zahlen rund 175 000 Euro teurer als gedacht.

Alleine die Kosten für die Altlastenbeseitigung, Entsorgung und nötige Sondergründungen im Zusammenhang mit dem Sakristeibau taxiert Fuchs auf über 82 000 Euro.

Dazu kommen als größere Posten: 30 000 Euro Mehrkosten für den Abriss der alten Sakristei, der für die Genehmigung des neuen Gemeindezentrums wegen der Abstandsflächen unumgänglich war sowie 45 000 Euro für die Erstellung der Sakristei in abgespeckter Form als Holzbau, um Kosten zu sparen.

Die Gesamtbaukosten nach den neuesten Kostenprognosen des Architekturbüros für das Gemeindezentrum einschließlich Parkplatz und Sakristei belaufen sich inzwischen auf 2,57 Mio. Euro. Ursprünglich waren nur Baukosten für das Gemeindezentrum in Höhe von 2,4 Mio. Euro inklusive Parkplatz geplant. Darauf wurde auch die Finanzierung ausgerichtet.

In diesen Tagen wurde besprochen, weitere Fördergelder der Landeskirche zu generieren. In Aussicht gestellt wurden demnach rund 72 000 Euro, so dass der Gemeinde selber eine Mehrbelastung von knapp über 103 000 Euro verbleibt.

Eine Schluss-Rechnung liegt jedoch noch nicht vor. „Wir hoffen, dass die tatsächlichen Kosten niedriger sein werden“, so Fuchs. Und er fügt an: „Immerhin haben wir gespart, wo es nur ging, wollten mit der Leichtbauweise der Sakristei nochmals sparen und waren bis zu der völlig überraschenden Hochrechnung sehr gut im Rahmen der veranschlagten Zahlen.“

Die derzeitigen Zahlen, so steht es im Gemeindebrief, hätten den Bauausschuss schweren Herzens entscheiden lassen, „dass wir derzeit keine neuen Arbeiten beauftragen können. Regale und Lautsprecheranlage sind bestellt und werden eingebaut, auch haben wir Schmutzfangmatten für die Eingangsbereiche angeschafft. Die weitere Gestaltung der Außenanlagen haben wir im Blick und machen uns Gedanken, können aber erst beauftragen, wenn wir sehen, was wir noch an Geld bekommen.“ Logisch, dass vor dem geschilderten Hintergrund Spenden derzeit ganz besonders willkommen sind.

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