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Ortsgeschichte in sieben neuen Katalogen

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Von: Jörg Domke

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Einige der Autoren der neuen heimatkundlichen Broschüren
Einige der Autoren der neuen heimatkundlichen Broschüren: v.l. Joseph Forchhammer (Regionale Archäologie), Herbert Weiß (Zeitgeschichte 1900-1950), Ludwig Schartner (Schwabener Ansichten), Birgitta Diekhoff (Schwabener Porzellan), Bernd Romir (Land-Schule) und Franz Bader (Burg Schwaben). © privat

Markt Schwaben – Auf „30 spannende Jahre Heimatmuseum Markt Schwaben“ hätte die Jahresausstellung 2020 verweisen wollen. Wegen Corona musste sie ausfallen, obwohl die ehrenamtliche Mitarbeiterin Andrea Frick, zugleich Archivarin im Rathaus, eigentlich schon alles fertig hatte. Untätig blieb man im Verein aber in den letzten Monaten nicht.

Auch der Kirchweihmontag fiel im Vorjahr ersatzlos aus, wie überhaupt das Vereinsleben bei den Schwabener Museumsfreunden wegen der Pandemie und den damit verbundenen Hygieneauflagen auf ein Minimum zurückgefahren werden musste. Ab April 2020 war der traditionelle Museumssonntag wegen der Covid-19 Pandemie komplett entfallen. Das Heimatmuseum musste schließen. Erst ab dem 1. August 2021 konnte der Verein Heimatmuseum das Haus, die ehemalige Schweiger-Villa, wieder öffnen – aber nur mit einem vorbereiteten Hygienekonzept.

Trotz der unausweichlichen Begleiterscheinungen in Pandemiezeiten waren die Mitglieder des Vereins Heimatmuseum nicht untätig seit der letzten Hauptversammlung im September 2020. In immenser ehrenamtlicher Arbeit haben einige nämlich ein halbes Dutzend Museumskataloge erarbeitet, die jetzt erstmals öffentlich vorgestellt wurden. Sie beschreiben die einzelnen Museumsräume, Exponate und Fotos und liefern zusätzlich extrem viel Hintergrundwissen. Auch ergänzende Geschichten und Ereignisse, speziell aus „Schwabener Sicht“, fehlen nicht. Druckreif machte alle Kataloge – Andrea Frick.

Themenkataloge können für vier bzw. acht Euro erworben werden

„Damit können wir unseren Museumsführer/inne/n und unseren Besuchern ganz besondere Ausstellungskataloge an die Hand geben. Sie gehen weit über die musealen Texte hinaus und werden oft mit persönlichen Geschichten von Markt Schwabenern ergänzt“, so Bernd Romir, der Vereinschef. Und der schwärmt weiter: „Ungezählte historische Daten, Namen und Begebenheiten in unserem Ort sind festgehalten und stehen dadurch auch nachfolgenden Generationen noch zur Verfügung“.

Folgende Kataloge wurden erstellt: Regionale Archäologie (verantwortlich Josef Forchhammer), Burg Schwaben und Schloss Schwaben (Franz Bader und Karin Nahrhaft), Schwabener Ansichten und Poststüberl (Ludwig Schartner und Andrea Frick), Porzellan, Kammer, Küche, Sakrales (Birgitta Diekhoff und Andrea Frick), Druckkunst, Weberei, Schuster und Landschule (Gerald Ertl, Andrea Frick und Bernd Romir), Zeitgeschichte 1900 - 1950 und 1950 - 2000 (Herbert Weiß) sowie Eisenbahn in Markt Schwaben (Karl Bürger).

Besonderer Dank gilt laut Romir vor allem Ehrenmitglied Josef Blasi, der viele während der Recherche aufgelaufene Fragen beantwortete. „Wir durften die Ortschronik Markt Schwaben, herausgegeben von Josef Blasi und Irmgard Köhler, als Grundlage für Einzelinformationen zu den Themen nutzen. Unser Mitglied Otmar Langwadt überarbeitete die Historie zu unserem Markt Schwabener Wappen, zu lesen im Katalog Burg Schwaben“, so der Vereinsvorsitzende im Verlauf der Hauptversammlung, an der dieser Tage rund 30 Mitglieder teilnahmen.

Fast 1500 ehrenamtliche Stunden eingebracht

Finanzielle Unterstützung erhielt der Verein für das Katalog-Projekt von der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg und dem Regierungsbezirk Oberbayern/Bezirksheimatpflege. Je Katalog wurde zunächst eine Auflage von je 30 Stück gefertigt. Offizieller Herausgeber ist der Verein „Heimatmuseum Markt Schwaben e.V.“

Nach Romirs Angaben stecken in den Katalogen fast 1500 ehrenamtliche Stunden, die von den zehn Autorinnen und Autoren eingebracht wurden. Herausragend seien dabei sicher die Regionale Archäologie von Josef Forchhammer mit 350 und die Zeitgeschichte 1900 - 1950 von Herbert Weiß mit 340 Arbeitsstunden, hieß es im Versammlungsverlauf.

Folgende Preise wurden von der Vorstandschaft festgelegt: Die kleineren Kataloge (unter 50 Seiten) sollen demnach vier Euro kosten, die größeren Exemplare acht Euro. Eine Abholung (und Bezahlung) der Kataloge sei voraussichtlich an den Öffnungstagen im Museum möglich. Nächster regulärer Öffnungstag im Heimatmuseum ist Sonntag, 7. November, ab 14 Uhr.

Besonderer Dank an Ehrenmitglied Josef Blasi

Die Hauptversammlung nutzte Romir wieder dazu, sich bei zahlreichen Mitwirkenden für deren Engagement zu bedanken. Namentlich bei seinem Stellvertreter Karl Haushofer, Birgitta Diekhoff (die die Finanzen bestens zusammenhält), Schriftführer Herbert Weiß und den Beiräten Karin Nahrhaft, Joseph Forchhammer, Reinhard Klemens, Richard Neumaier und Ludwig Schartner.

Außerdem, wie schon erwähnt, bei Andrea Frick, Günther Mayr, Gerald Ertl, Otmar Langwadt, die Museums-Musi, Brigitte Gruber, Martin Schimpf, Jakob Hechtl sowie Michael Hacker.

Apropos Musi: Den Kiramontag heuer nutzte der Verein, um nach der regulären Sitzung noch gesellig im Brauhaus traditionsgemäß zu feiern. Es war quasi ein Ersatz für den Museums-Kirtamontag, der in seiner bewährten Form wegen der Coronaauflagen heuer noch nicht wieder durchgeführt werden konnte.

Was künftige Aufgaben angeht, so gibt es laut Romirs Rechenschaftsbericht noch immer was zu erledigen. „Die Medienstation zur Zeitgeschichte 1950 - 2000 wartet noch auf ihre Fertigstellung. Aber auch hier wurden wir von der Pandemie ausgebremst.“

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