Kirche St. Margaret in Markt Schwaben
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Die Kirche St. Margaret in Markt Schwaben

Einige planen nach wie vor Gottesdienste zu Ostern, andere befürchten wenig gute Aussichten

Pfarrer halten (noch) trotzig dagegen

  • vonJörg Domke
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Die Bund-Länder-Runde hat sich zum Thema Ostern und Kirche geäußert. Was machen die Pfarrer im Landkreis Ebersberg daraus?

Landkreis – Nach 2020 droht den beiden großen christlichen Konfessionen im Landkreis auch heuer ein ganz anderes Ostern. Wie genau aber die höchsten Feiertage der evangelischen und katholischen Gläubigen gefeiert werden, ist zur Stunde noch nicht ganz klar.

Was geht an Ostern?

Erst recht nicht, seit die Bund-Länder-Runde in der Nacht auf Dienstag noch recht schwammig formulierte, dass Ostergottesdienste möglichst nicht stattfinden sollten.

Wie sehen das hiesige Pfarrer? Antwort: Im Moment noch ambivalent. Man könne noch nicht viel sagen, meinte gestern am EZ-Telefon etwa der katholische Pfarrer von St. Margaret in Markt Schwaben, Herbert Walter. Alle seien von den neuesten Nachrichten aus Berlin doch irgendwie überrascht gewesen. Walter will nun erst einmal abwarten, welchen Wortlaut eine Stellungnahme des Ordinariats haben wird – und sich danach ausrichten. Für sich selber hat er vorerst beschlossen, weiterzumachen wie bislang: Also mit den verschärften Hygienebestimmungen, die sich seit über einem Jahr bewährt hätten. In St. Margaret bedeutet das: Maximal 50 Besucher, Abstände, Desinfektionen, kein Singen, getrennte Ein- und Ausgänge. So wie gerade in vielen Kirchen. Walter: „Ich sehe keine Veranlassung, anders vorzugehen“. Außer, es gibt noch andere Direktiven.

Warten auf neue Anordnungen

Eine gleiche Haltung hat sein Anzinger Kollege Bernhard Waldherr. Die Pfarrgemeinderäte haben im Verband Anzing/Forstinning noch nicht abschließend beraten. Außerdem wolle man abwarten, was an Vorgaben aus dem Bayerischen Landtag komme. Sollte es bei den empfehlenden Botschaften von Montag/Dienstag bleiben, werde man Gottesdienste zumindest für Erwachsene abhalten und sich allenfalls bei den Angeboten für Kinder einschränken. Endgültiges werde man in den „Pfarrnachrichten“ mitteilen, die wegen der aktuellen Lage diesmal erst am Freitag erscheinen werden.

Flott war dagegen Karl-Heinz Fuchs, evangelischer Pfarrer in Markt Schwaben. Gestern am Vormittag war bereits die Homepage (www.marktschwaben-evangelisch.de) aktualisiert worden. Dort heißt es: „Wir beachten selbstverständlich die staatlichen Bestimmungen vom 23. März. Nach derzeitigem Stand gibt es noch Gespräche staatlicher Stellen mit den Kirchenleitungen. Das Ergebnis dieser Gespräche berücksichtigend, wird der Kirchenvorstand für unsere Kirchengemeinde entscheiden. Der Gottesdienst am Palmsonntag kann auf jeden Fall noch sein, so der derzeitige Stand.“ Ansonsten wird auf Planungen verwiesen, ggf. wieder Videotechnik samt Übertragungen im Internet einzusetzen.

„Ostern in Tüten“ gibt es in Grafing

Ähnlich verfährt man auch in der evangelischen Gemeinde in Grafing. Pfarrer Axel Kajnath verweist auf eine Aktion namens „Ostern in Tüten“. Gemeindeglieder können wie schon zu Weihnachten Anleitungen für die Feiertage daheim mitnehmen; übrigens auch eine CD. Präsensgottesdienste soll es, so Kajnath, eher nicht geben. Anders als bei den Katholiken liege bei den Evangelischen die alleinige Entscheidung in den Gemeinden.

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