Mitten in Ebersberg: Wohnhaus steht in Flammen - Großeinsatz läuft

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Risse und mehr: Das Markt Schwabener Feuerwehrhaus muss renoviert werden.

Nach nur acht Jahren

Schlimme Schäden am Markt Schwabener Feuerwehrhaus

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Risse, bröckelnder Putz und mehr. Nach nur acht Jahren ist das Markt Schwabener Feuerwehrhaus schon stark renovierungsbedürfung. 

Markt Schwaben – „Das Haus ist ja auch gerade erst acht Jahre alt“, stellte Bürgermeister Georg Hohmann fest. Es war gleich eine ganzes Pfund Ironie, die in diesem Satz mitschwang. Gesagt am Dienstag im Marktgemeinderat, als alle Punkte der Tagesordnung bereits abgehandelt worden waren und Michael Smycka, der Sachbearbeiter in der Abteilung Gebäudemanagement innerhalb der Gemeindeverwaltung, berichtete über Schäden am Feuerwehrgerätehaus. Schäden, die nun so akut geworden sind, dass es dringenden Handlungsbedarf gibt.

Außen und innen zahllose Schäden

Demnach weist das gerade einmal acht Jahre alte Feuerwehrhaus gegenwärtig sowohl außen wie auch innen zahlreiche Schäden in Form von Rissen in Wänden und Fassaden vor. Besonders die Westfassade der Fahrzeughalle sei betroffen, heißt es. Auch gebe es zwei undichte Stellen im Bereich des Sozialtrakts und eines Treppenhauses, an denen es durch das Dach tropft.

Bauliche Schäden am Gerätehaus seien, so ergab gestern eine Nachfrage der Ebersberger Zeitung, nicht neu. Bereits kurz nach der Abnahme, bei der es allenfalls minimale Beanstandungen gegeben habe, habe man die nach und nach immer wieder aufs Neue aufgetretenen Mängel protokolliert und auch der Bauverwaltung mitgeteilt, so Kommandant Christian Hankofer. Die vielen kleinen Mängel auf diesen Listen seien stets behoben worden. Teilweise hätten sich aber auch immer wieder neue Schäden ergeben. Das, wovon jetzt gesprochen werde, so der Kommandant, seien Mängel, die sich erst in den letzten gut zwei Jahren aufgetan hätten. Zuletzt hatte es u.a. deswegen erst vor ein paar Tagen einen Ortstermin gegeben, den Ratsherr und Feuerwehrler Joseph Riexinger (FW) am Dienstag zum Anlass nahm, einmal nachzufragen, welche Pläne die Verwaltung habe in Sachen Reparatur.

Überall Risse und bröckelnder Putz

Michael Smycka berichtete von Schwindrissen, Rissen an den Dehnfugen, treppenförmige Rissen, Setzungsrissen und einem Riss am Deckenauflager, der im hinteren abgetrennten Bereich über den gesamten Gebäudeteil der Fahrzeughalle verlaufe. Gemäß einer „Rissedokumentation“ vom 29. November 2016 des Ingenieurbüros Haushofer seien sämtliche Risse statisch unbedenklich.

Am 18. Juli gab es nun einen Vor-Ort-Termin mit dem Architekturbüro Hache und dem Ingenieurbüro Haushofer. Smycka: „Dabei wurde einerseits besprochen, wie die Risse verschlossen werden können. Andererseits sollen im Innenbereich Risse mit Gips gefüllt werden, um nachzuweisen, dass eine Setzung des Gebäudes abgeschlossen ist und weitere Rissbildungen ausgeschlossen werden können. Zudem erstellt das Büro Haushofer eine aktuelle Rissedokumentation, in der die damals erfassten Risse gesichtet und aktuell bewertet werden.“

Geplant ist, dass die Arbeiten im Herbst erfolgen sollen. Dabei wird die Gemeindeverwaltung vom Architekturbüro Hache unterstützt.

Regenwasser läuft ins Gebäude rein

Auch Wasserschäden gibt es: An drei undichten Stellen am Dach dringt Regenwasser ein. Im Bereich der Rauch-/Wärmeabzugsanlage wurde beim Vor-Ort-Termin festgestellt, dass sich eine Schraube an der Blechverkleidung gelöst und dort das Regenwasser mutmaßlich in das Gebäude eintritt. Im Bereich der Lüftungsanlage gibt es ebenfalls eine Undichtigkeit. Offenbar sei ein Abdichtungsband verwittert, heißt es.

Smycka: „Über der Atemwerkstatt gibt es zwei Entlüftungsstutzen, an denen die Isolierung unzureichend ist und das Regenwasser hier über das Dach in das Gebäudeinnere eindringen kann.“ Für die Undichtigkeiten an der Lüftungsanlage und den Entlüftungsstutzen werde eine Firma beauftragt. Die Schadensursache und die Schadensbeseitigung der Dachundichtigkeiten würden vom Büro Hache überwacht und dokumentiert.

Ein Ende der Reparaturmaßnahmen ist nicht in Sicht

Bürgermeister Hohmann kommt das ganze Thema wie ein weiterer Klotz am Bein vor. Besonders regt den Rathauschef auf, dass ein öffentliches Gebäude, das einmal ordnungsgemäß abgenommen worden sei, nun schon seit längerer Zeit Mitarbeiter in der Verwaltung beschäftige, die für solche Tätigkeiten gar nicht vorgesehen seien. Das Objekt habe nach seiner Fertigstellung schon sehr viel Mitarbeiterkapazitäten gebunden. Und ein Ende sei noch nicht einmal in Sicht.

Um Schuldzuweisungen gehe es zur Stunde gar nicht, so Hohmann. Ob die Risse zum Beispiel in Verbindung stünden mit einem instabilen Untergrund, könne man mit dem heutigen Kenntnisstand überhaupt nicht sagen. Ebenso wenig gebe es gegenwärtig Anhaltspunkte, die auf Planungsfehler hindeuteten. Der gesamte Vorgang sei aber schon seit längerer Zeit vonseiten der Kommune einem Rechtsanwalt anvertraut worden, zumal auf dem Wege der üblichen Gewährleistungen nichts mehr zu machen sei.

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