Der Unterricht in den provisorischen Containern läuft gut.
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Der Unterricht in den provisorischen Containern läuft gut.

Schulprovisorium in Markt Schwaben

Lernen in der Box

  • vonJörg Domke
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Der Betrieb läuft schon einige Wochen reibungslos. Nun wurden die Schulcontainer am Jahnsportplatz offiziell übergeben.

Markt Schwaben – Kurz nach halb zehn gestern auf dem Jahnsportplatz in Markt Schwaben: Die große Pause ist gerade eben beendet. Die Grundschüler eilen mehr oder weniger flott wieder zurück in die Klassenräume. Manche, vor allem die Buben, sind ziemlich abgekämpft. Die große Rasenfläche des Fußballfeldes am Habererweg hat ihnen schließlich reichlich viel Auslauf ermöglicht. Und der Frühnebel hat die Buben auch nicht davon abgehalten, eine Runde zu kicken.

Der Weg zurück in die warmen Klassen ist für die fast 100 Drittklässler besonders kurz. Seit ein paar Wochen sind ihre Unterrichtsräume in dem neuen Container zwischen Hauptgebäude und Sportplatz untergebracht. In einem Bauwerk, mit dem sich die Gemeinde Markt Schwaben viel länger und intensiver hatte befassen müssen, als man sich das in den schlimmsten Träumen wohl hätte vorstellen können.

Nicht nur, dass der Bau ein Jahr später fertiggestellt wurde als geplant. Ein Bau, der eigentlich nur eine Übergangslösung für ein paar Jahre bis zum Start des Neubaus eines ganz neuen Schulzentrums darstellt.

Vor allem ein ständiges Hickhack mit einem sächsischen Generalunternehmer hat im Bauamt einigen jahrelang erhebliche Nerven gekostet. Wohl auch daher war Bürgermeister Georg Hohmann anzumerken, dass der gestrige Tag der offiziellen Schlüsselübergabe an die Schulleiterin Monika Seidel für ihn mit viel Erleichterung verbunden war.

Dreimal habe man nun schon erleben müssen, dass Arbeiten im Zusammenhang mit öffentlichen Projekten nicht termingerecht fertig geworden seien, so der Rathauschef. In diesem Fall habe man es mit einem Generalunternehmer zu tun bekommen, der in keiner Weise das Leistungsspektrum habe abliefern können, das er einst bei der Ausschreibung in Aussicht gestellt habe. Das genau zwang die Marktgemeinde letztlich dazu, dem Unternehmen (es befindet sich inzwischen nach Auskunft des Bauamtes in einem Insolvenzverfahren) heuer am 24. Mai durch ein Anwaltschreiben wegen Terminverzögerung und mangelhafter Leistung zu kündigen.

Was danach kam, war naturgemäß keine reibungs- und nahtlose Fortsetzung der bereits begonnenen Arbeiten, sondern eine mühsame und recht komplizierte Suche nach diversen Nachfolgefirmen und deren Koordinierung. Firmen, die zur Bauvollendung Ersatzmaßnahmen im Bereich Trockenbau, Bodenbelagsarbeiten, Malerarbeiten, Elektroinstallation oder Beschattungsanlage durchführten und dann auch noch weitere Mängel etwa an Türen und Fassaden beseitigten.

Adolf Neurohr, ein freier Mitarbeiter in der Bauverwaltung , hat alles dokumentiert bis zum gestrigen Freitag, an dem Hohmann den Schlüssel in Form eines Transponders symbolisch an Rektorin Monika Seidel übergab.

Ausgestanden ist das ganze Thema für die Gemeinde damit aber noch nicht. Die veranschlagten Kosten betrugen einmal 1,1 Mio. Euro, die voraussichtlichen Herstellungskosten werden im günstigen Fall 1,2 Mio. Euro betragen. Schlussrechnungen gibt es aber noch nicht. Erst wenn die vorliegen und damit konkreter feststeht, welcher finanzielle Schaden insgesamt dem Markt entstanden sein wird, wird die Gemeinde noch gegen den Generalunternehmer klagen.

Dass das eine rechtlich komplizierte Kiste werden wird, scheint sicher. Auch deshalb hofft Hohmann, dass mit dem nunmehr vierten Standort der Grundschule endgültig Schluss ist für weitere Erweiterungen. Die neue Grundschule werde so gebaut, dass sie siebenzügig geführt werden könne, mit baulichen Optionen sogar für einen achten Zug, hieß es.

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