Ende Oktober wurden bei Erdarbeiten historische Entdeckungen nahe des Markt Schwaben Rathaus gemacht. Bergfried
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Ende Oktober wurden bei Erdarbeiten historische Entdeckungen nahe des Schwabener Rathauses gemacht. Jetzt liegt der Abschlussbericht vor.

Grabungen am Rathaus ausgewertet

Markt Schwabener Bergfried entdeckt

  • Friedbert Holz
    vonFriedbert Holz
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Das ist eine kleine Sensation: Bei Grabungen am Markt Schwabener Rathaus wurde ein uralter Gebäudeteil entdeckt.

Markt Schwaben – Als Ende Oktober in der direkten Nähe des heutigen Rathauses im, sogenannten Schlossgarten Denkmalschützer mit Grabungen begannen, wurde viel gemunkelt in Markt Schwaben. Was dort wohl zum Vorschein kommt, wie weit in die Geschichte zurück werden wohl die Ergebnisse führen? Und ist die heutige Siedlung gar viel älter als vermutet?

Fragen über Fragen, und jetzt gibt’s eine Antwort von der Denkmalbehörde. Als im Rathaus ein Aufzug eingebaut wurde, musste im Innenhof des ehemaligen kurfürstlichen Schlosses eine Fläche aufgegraben werden – knapp 25 Quadratmeter groß und bis in eine Tiefe von 1,5 Metern. Dies war nötig, um hier den Baukran aufzustellen. Dabei kamen, wie berichtet, zwei Mauerzüge zum Vorschein, die natürlich sofort den Forschergeist der Denkmalschützer anregten. Sie prüften ihren Fund ausgiebig, nahmen Proben mit nach München, untersuchten und verglichen.

Datierung noch nicht genau machbar

Vor wenigen Tagen nun gab das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege seine Expertise dazu offiziell bekannt. „Zum einen handelt es sich um eine massive Steinmauer, die wahrscheinlich dem Bergfried aus dem Hochmittelalter zuzuordnen ist. Da kein datierendes Material vorhanden war, bleibt die zeitliche Einordnung jedoch unsicher“, schreibt Pressereferentin Juliane Grimm-von Wedemeyer. „Ein schmaler Mauerrest, der die massive Mauer überlagert, und eine Ziegelmauer, bei der es sich um die Überreste eines Wasserbeckens handelt, gehören zur barockzeitlichen Gartenanlage“, so die Expertin weiter. Dies würde, so meint sie in ihrer Stellungnahme, zu jener Überlieferung aus den Jahren 1718/19 passen, in der es heißt, dass der Burgturm abgebrochen und an gleicher Stelle ein Springbrunnen errichtet worden sei. Dieser Brunnen war offenbar mit sogenannten Tuffsteinen umgeben, was auch zu der aufgefundenen schmäleren Mauer passen würde.

Mauerreste konnten erhalten bleiben

„Alle diese Mauerreste wurden beim Bau des Aufzugs erhalten und konservatorisch überdeckt, da für den Standort des Krans keine tieferen Bodeneingriffe mehr notwendig waren“, erklärt Juliane Grimm-von Wedemeyer. Und sie ordnet noch einmal den Bau mitten in der Stadt historisch ein: „Für das Jahr 1283 ist der Bau durch Herzog Ludwig dem Strengen von Wittelsbach nachgewiesen. Der kurfürstliche Neubau des Schlosses entstand dann in den Jahren 1650 bis 1659“. Heute steht das Rathaus hier – und wer weiß, was Generationen nach uns dort einmal vorfinden?

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